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Rastatt (dm) – Das Projekt ist 46 Millionen Euro schwer und hat einen strammen Zeitplan: Bis Ende 2022 soll der Breitbandausbau im Landkreis Rastatt abgeschlossen sein.

Für den Ausbau des  Glasfasernetzes kann der Kreis auf Zuschüsse hoffen. Foto: Jan Woitas/dpa/Archiv

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Für den Ausbau des Glasfasernetzes kann der Kreis auf Zuschüsse hoffen. Foto: Jan Woitas/dpa/Archiv

Im ersten Halbjahr 2020 sollen die endgültigen Förderbescheide von Bund und Land vorliegen und anschließend sofort der Bau beginnen, damit das Mammutprojekt zum Jahresende 2022 abgeschlossen werden kann. Diesen aktuellen Zeitplan für den rund 46 Millionen Euro verschlingenden Breitbandausbau hat die Landkreisverwaltung am Dienstag dem Kreistag vorgelegt. Das Gremium fasste einmütig die dafür erforderlichen Beschlüsse: Es ermächtigte die Verwaltung, die noch notwendigen Verträge, etwa mit Kommunen und der AVG zu schließen, deren Murgtaltrasse ebenfalls für das Breitband genutzt werden soll.

340 Kilometer langes Glasfasernetz

Wie Dezernent Mario Mohr erläuterte, ist man inzwischen auf der Zielgeraden, was die finalen Förderanträge bei Bund und Land angeht; diese sollen nun im Januar gestellt werden. Wie berichtet, stehen eine 50-Prozent-Förderung des Bunds, eine 20-Prozent-Förderung des Lands und zudem eine 40-Prozent-Förderung konkret für den Anschluss der Schulen im Raum. Insgesamt soll ein 340 Kilometer langes Netz für das Glasfaser entstehen. Die Fördergelder seien auch tatsächlich da und „warten auf uns“, gab Mohr entsprechende Rückmeldungen der Fördergeber wieder.

Nutzung der AVG-Trasse noch offen

Abgeschlossen sind inzwischen die Verträge mit RBS wave (Planung), HL Komm (Betrieb) sowie Verträge bezüglich der Bauleistung und der Materialbeschaffung. Verträge zu den Pachttrassen von betriebswirtschaftlichen Betreibern liegen vor, parallel werden Gespräche mit Kommunen geführt, bei denen Leerrohre und Glasfasern durch den Eigenbetrieb Breitbandausbau angepachtet werden sollen; zusätzlich sind noch Gestattungsverträge auf den Trassenabschnitten mit dem katholischen Kirchenfond Forbach und der Murgschifferschaft abzuschließen. Als zeitkritisch wird nur die Umsetzung der Nutzung der AVG-Trasse im Murgtal gesehen. Ob man hier die Variante Fasereinbau oder Verpachtung wählt, soll ein entsprechendes, in der kommenden Woche erwartetes Ausschreibungsergebnis klären.

Erik Ernst (CDU) sprach angesichts des Sachstands von einem ehrgeizigen Plan für ein komplexes Projekt, bei dem die Probleme oft im Detail steckten. Man hoffe, dass gerade die Gewerbebetriebe, die man ja gerade fördern wolle mit dem Breitbandausbau, „dann auch unseren Anschluss wählen und nicht den von Drittanbietern“. Jedoch: „Es gibt keine Alternative zu den Plänen“, stellte Dieter Knittel (SPD) fest, angesichts dessen, dass der Bund seine Aufgabe der Infrastrukturversorgung nicht wahrnehme.

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Erstellt:
13. Dezember 2019, 16:03 Uhr
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