Kreativ in der Corona-Krise

Rastatt (red) – In Corona-Zeiten wird der Unterricht der städtischen Musikschule Rastatt digital. Rund 500 Schüler nutzen das Angebot.

Die Rastatter Musikschullehrer bieten digitalen Unterricht an, der sich zwar noch technisch einspielen muss, aber bisher gut ankommt. Foto: Stadt

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Die Rastatter Musikschullehrer bieten digitalen Unterricht an, der sich zwar noch technisch einspielen muss, aber bisher gut ankommt. Foto: Stadt

Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Und fördern bisweilen auch kreative Ideen. Beispiel städtische Musikschule Rastatt. Dort nutzen die Musiklehrerinnen und Musiklehrer alternative Unterrichtsmethoden, um auch während der Schließzeit der Schule Kontakt zu ihren Schülern zu halten.
Über digitale Plattformen bieten sie Online-Unterricht an – sehr zur Freude der Schüler, wie laut städtischer Pressemitteilung erste Rückmeldungen zeigen. Momentan steht der Einzelunterricht in den Instrumental- und Vokalfächern im Vordergrund. Bisher nutzen ungefähr 500 Schülerinnen und Schüler das Angebot auf unterschiedliche Weise. Da werden digital Videos verschickt mit Fingerübungen oder Noten zum Üben neuer Musikstücke oder es gibt Live-Unterricht gegeben via Skype.

Rund 75 Prozent der Lehrkräfte sind derzeit aktiv beim Online-Unterricht, Tendenz steigend, wie Musikschulleiter Markus Bruschke erzählt. „In der aktuellen Situation sehen wir es auch als Chance an, neue Wege in der Musikpädagogik auszuprobieren, auch wenn dies gerade am Anfang bisweilen nur in eingeschränkter Form möglich ist. Die Versorgung unserer Schülerinnen und Schüler mit musikalischer Bildung jedoch ist das oberste Ziel, und dieses Ziel erscheint uns wichtiger denn je zu sein“, betont Bruschke.

Und was sagen die Schüler? „Ich finde, dass der Fernunterricht zwar nicht den direkten Unterricht ersetzen kann, aber dennoch sinnvoll ist. Es ist eine neue Erfahrung, sich aufzunehmen und anschließend zu hören, wie man gespielt hat. Die Youtube-Vorschläge sind hilfreich, wie auch die Kritik des Lehrers“, findet ein 15-jähriger Geigenschüler.

Die Mutter eines Fünfjährigen berichtet: „Leo gefällt der Onlineunterricht sehr gut, weil so das Üben und der Ansporn dafür nicht auf der Strecke bleiben.“

Aber nicht in allen Haushalten klappt es mit der Technik. So berichtet ein Lehrer: „Einige Eltern haben kein Skype oder sie wissen nicht, wie man es bedient. Eine Schülerin konnte ich sehen, aber nicht hören. Ich hoffe, dass ihre Eltern ihr helfen können und diese Woche ein besseres Ergebnis erzielt werden wird.“

Ein anderer Lehrer stellt fest, dass einige Eltern mit der neuen Situation überfordert seien: „Ein Vater bat mich um Geduld. Noch sei die Familie mit der Organisation des Homeoffice für die Eltern selbst und auch für den Sohn beschäftigt; da bleibe noch keine Zeit für den Online-Geigenunterricht. Eine Mutter bat auch darum, noch eine Woche zu warten, da ihre Kinder die ganze Woche gar nicht geübt hätten.“

Alles in allem ein spannender Weg, den die Musikschule in der Corona-Krise beschreitet. Einer, mit dem sie sich und die Kinder auch für die Zukunft fit macht.

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Erstellt:
30. März 2020, 10:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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