Mangel, Kälte und Kuheuter in der Pfanne

Rastatt (ist) – Rastatter Zeitzeugen erinnern sich an die erste Friedensweihnacht 1945. Eine Aussage: Heute ist das Fest zwar von Corona geprägt, doch vor 75 Jahren sei es härter gewesen.

Horst Ziegler blättert im Foto-Album. Das erste Weihnachten nach dem Krieg erlebte er als Neunjähriger.  Foto: Irmgard Stamm

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Horst Ziegler blättert im Foto-Album. Das erste Weihnachten nach dem Krieg erlebte er als Neunjähriger. Foto: Irmgard Stamm

Von Irmgard Stamm

Die härtesten Weihnachten seit Kriegsende stünden bevor, sagte kürzlich Armin Laschet, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Behält er recht? Oder war es schon mal härter? Betagte Mitbürger sehen die Sache zwiespältig: Damals gab es wenig Essen und Geschenke, aber mehr Gesellschaft, und heute sind die (Kühl-) Schränke voll, aber viele sind allein – nicht immer wegen Corona.
Die rüstige Zita Prina-Klumpp aus dem Brunnenhaus, die täglich mit dem Rollator in die Stadt geht und ihre Besorgungen macht, ist Jahrgang 1925 und stammt aus der Herrenstraße in Rastatt. Auf die Frage, wie sie die erste Friedensweihnacht vor 75 Jahren erlebt hat, berichtet sie spontan: „Wir hatten damals die französische Besatzung. Es gab nichts zum Einkaufen, kein Meter Stoff oder irgendwas. Die Franzosen waren kleinlich, es gab nur Einkaufsgutscheine.“ Es habe nur ein achtel Kilo Butter im Vierteljahr gegeben. „Meine Mutter war Hebamme, und zu ihr kamen Wöchnerinnen, die waren richtig geschwächt von dem wenigen Essen. Für alles musste man Gutscheine haben.“

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Erstellt:
24. Dezember 2020, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 6min 41sec

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