Mardersichere Nisthilfen für Steinkäuze

Bischweier (fuv) – Naturschützer haben am Samstag auf Streuobstwiesen zwischen Bischweier und Muggensturm 20 Niströhren für Steinkäuze installiert.

Ernst Krieg installiert eine Niströhre auf einem Baum. Foto: Frank Vetter

© fuv

Ernst Krieg installiert eine Niströhre auf einem Baum. Foto: Frank Vetter

Von Frank Vetter

Der Steinkauz ist der kleinste der bei uns vorkommenden Eulenvögel. Ehemals sei er ein Allerweltsvogel gewesen, heute bedroht, sagt Wolfgang Huber, Ansprechpartner des NABU Murgtal und Vorsitzender des Vereins Wildtierstation Mittelbaden. Der Steinkauz spielte bereits in der griechischen Mythologie eine Rolle als Bote der Göttin Athene. Daher sein biologischer Namen Athene noctua. Wolfgang Huber beschreibt den braun-weiß gefiederten Kauz, der etwas größer als eine Amsel ist, als „kleine, süße Eule“, die Schönheitsgöttin unter den Eulen. Huber ist bekennender Steinkauz-Fan. Der Kauz siedle auf Streuobstwiesen und suche sich zum Nisten Baumhöhlen oder auch Felswände. Steinkäuze ernähren sich von Mäusen, Großinsekten, auch kleinere Vögel und Amphibien stehen auf der Speisekarte. Natürliche Feinde seien der größere Waldkauz sowie Marder. Um sichere Nistmöglichkeiten zu bieten, machten sich am Samstagvormittag neben Huber auch Joachim Krummnow von der Wildtierstation, Ernst Krieg und Jutta Kastner vom BUND auf, um Steinkauzröhren auf Bäumen zu installieren. Die Aktion ist Teil des EU-Interreg-Programms zum Erhalt des Artenreichtums, erläutert Huber. Die Holzröhren sind etwa einen Meter lang und haben einen Durchmesser von 25 Zentimetern. Sie werden waagerecht auf dicken Ästen verankert. Dank der Bauweise können Marder nicht in die Niststätten eindringen, betont Huber. Holzspäne in den Röhren sollen ein angenehmes Nisten ermöglichen. Insgesamt rund 20 dieser Röhren platzierten die Türschützer im Bereich von Bischweier. Wenn der Steinkauznachwuchs Anfang Mai geschlüpft ist, werden die Jungtiere beringt. Um ihnen einen einfacheren Start ins Eulenleben zu ermöglichen, sei es hilfreich, wenn um die Bäume gemäht wird, erläutert Huber. Flügge gewordene Käuze hätten es dann leichter, wieder in ihre Nisthöhle zu klettern. Die Niströhren sollen vier bis fünfmal im Jahr kontrolliert werden; dazu haben sie eigens dafür vorgesehene Öffnungen. Für die Nistkästen gibt der NABU insgesamt knapp 3.000 Euro aus. Die Niströhrenaktion sei auch eine Wiederbelebung der zwischen Karlsruhe und Offenburg in den vergangenen Jahren etwas eingeschlafenen Vernetzung der Steinkauz-Schützer, betont Huber. Wer sich nun auf die Suche nach den kleinen Eulenschönheiten machen möchte, der sollte auf die Stimme der Steinkäuze achten. Laut NABU klingt der Ruf wie ein scharfes und vorwurfsvolles „kwiew“. Der Gesang hingegen sei ein weiches und lang gedehntes „guuuuuuhk“.

Um diesen Artikel weiterzulesen, müssen Sie ein Login für BT Digital haben.
Sie sind bereits registriert? Dann melden Sie sich bitte hier an.
Sie interessieren sich für einen BT Digital Zugang? Dann finden Sie hier unsere Angebote.

Zum Artikel

Erstellt:
1. März 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte