Medizinische Fachangestellte: An vorderster Front

Rastatt (dm) – Auch im Kampf gegen Corona stehen sie an vorderster Front: Die Medizinischen Fachangestellten in den Arztpraxen. In der öffentlichen Wahrnehmung spielt das bislang kaum eine Rolle.

Nicht nur in Rastatt: Bundesweit fordern MFA mehr Wertschätzung ein wie hier bei einer Aktion des Verbands medizinischer Fachberufe in Berlin. Foto: G.J. Lopata

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Nicht nur in Rastatt: Bundesweit fordern MFA mehr Wertschätzung ein wie hier bei einer Aktion des Verbands medizinischer Fachberufe in Berlin. Foto: G.J. Lopata

Von Daniel Melcher

In jeder Arztpraxis halten sie den „Laden“ zusammen, und gerade auch im Kampf gegen die Corona-Pandemie stehen sie an vorderster Front: Die Medizinischen Fachangestellten (MFA). Im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen im medizinischen- oder Pflegebereich erfahren sie indes bislang kaum entsprechende Anerkennung. Es ist, als seien sie in der Öffentlichkeit und der Politik nicht „existent“, wie drei von ihnen nun im BT-Gespräch feststellen.
„Wir sind die ersten, die Kontakt haben zum Patienten, am Telefon, per E-Mail, direkt von Angesicht zu Angesicht“, verdeutlichen sie. „Wir sind die ersten, die Entscheidungen treffen.“ Angefangen mit der Frage: Wer darf rein? Die drei, die namentlich nicht genannt werden wollen, arbeiten in einer Rastatter Corona-Schwerpunktpraxis; da gilt es, strikt zu trennen, damit sich die Patienten nicht mischen: reguläre Sprechstunde, Infektsprechstunde, Test-Abstriche. Und mit der Organisation und Logistik ist die Arbeit noch lange nicht erledigt. Die MFA nehmen Blut ab, legen Infusionen und Verbände, machen EKG, verabreichen Spritzen – und mehr. „Wir machen viel an und mit den Patienten“, betonen die drei Fachkräfte. Dazu kommen die erweiterten Hygienemaßnahmen und Desinfektionen – und dann wartet da auch noch die vielfältige Abrechnungsbürokratie. Abstriche für Patienten mit oder ohne Symptome, ohne oder mit persönlichem Kontakt zu Covid-19-Positiven, für Lehrer, für medizinisches oder Pflegepersonal, für Personen nach Warnung durch die Corona-App oder nach Rückkehr aus einem Risikogebiet: Für all diese gebe es unterschiedliche Abrechnungsverfahren (andere Laborscheine, andere Kennziffern) – und dann änderten sich auch noch alle paar Wochen die Leitlinien dafür, stets „ab sofort“.

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Erstellt:
18. Dezember 2020, 14:53 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 56sec

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