Mordprozess: Angeklagter laut Gutachter schuldfähig

Rastatt/Baden-Baden (up) – Der 37-jährige Syrer, der angeklagt ist, in Rastatt seine Frau ermordet zu haben, ist schuldfähig: Zu diesem Schluss kommt der psychiatrische Gutachter.

Am fünften Verhandlungstag im Mordprozess hatte unter anderem der psychiatrische Gutachter, der den Angeklagten eingehend untersucht hat, das Wort. In zwei Wochen wird die Verhandlung fortgesetzt.

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Am fünften Verhandlungstag im Mordprozess hatte unter anderem der psychiatrische Gutachter, der den Angeklagten eingehend untersucht hat, das Wort. In zwei Wochen wird die Verhandlung fortgesetzt.

Von Ulrich Philipp

Der Angeklagte im Prozess um den Mord an einer 36-Jährigen aus Syrien ist schuldfähig. Zu diesem Schluss kommt der psychiatrische Gutachter Frank-Stefan Müller, der den Beschuldigten eingehend untersucht hat.
Am fünften Verhandlungstag am Dienstag legte er dem Landgericht mehrere Stunden lang das Ergebnis seiner Begutachtung dar. Am Ende habe er keine schuldmildernden Aspekte feststellen können, so Müller später im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Demnach leide der 37-jährige Syrer, der seine Frau in Rastatt getötet hat, zwar an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit Aspekten einer Borderline-Erkrankung. Bei emotionalen Verstimmungen (Kränkungen) könne er sich daher schwerer wieder fangen und sei leicht gereizt. Zudem weise sein Verhalten einen „kulturell geprägten Dominanzanspruch gegenüber Frauen“ auf. Charakteristisch sei weiter seine starke Selbstbezogenheit. Diese zeige sich unter anderem darin, dass er die Tat offenbar in Anwesenheit seines fünfjährigen Sohnes begangen hat und bis heute nicht nach dessen Befinden fragt. Viel wichtiger sei für ihn die Frage, ob das Kind sein leiblicher Sohn ist, woran er aber jahrelang keinen Zweifel hatte.

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Erstellt:
1. Juni 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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