Neues Analyseverfahren hilft Schlaganfallpatienten

Rastatt/Bühl (red) – In der Klinik für Neurologie in Rastatt kann die Ursache für einen Schlaganfall dank eines automatisierten Verfahrens seit Neuestem genauer analysiert werden.

In der Neurologie der Rastatter Klinik kann die Ursache für einen Schlaganfall genau analysiert werden. Foto: A. Fritz/pr

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In der Neurologie der Rastatter Klinik kann die Ursache für einen Schlaganfall genau analysiert werden. Foto: A. Fritz/pr

„Bei 30 bis 40 Prozent unserer Schlaganfallpatienten konnte bisher der Grund für den Gefäßverschluss im Gehirn nicht herausgefunden werden“, erklärt Dr. Jochen Bäuerle, Oberarzt der Klinik für Neurologie. Ein Dilemma in der Ursachenfindung für einen Schlaganfall sei dabei insbesondere das Feststellen von Vorhofflimmern. Unterstützen soll das Team der Neurologie dabei nun ein neues, automatisiertes Analyseverfahren. Denn Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen: Ohne Therapie könne dieses zum Schlaganfall führen, schreibt das Klinikum.

Programm analysiert binnen zehn Minuten

„Wir schicken die jeweiligen Patientendaten online von unserem EKG-Monitor an das Programm. Dieses analysiert den Verlauf der letzten 24 Stunden. Circa zehn Minuten später erhalten wir bereits das Ergebnis beziehungsweise den Befund in unser System zurück“, berichtet Bäuerle. Dank des Einsatzes der EDV des Klinikums Mittelbaden bei der Integration dieses komplexen Systems sei im praktischen Ablauf der Analyse-Report direkt im Klinik-Informationssystem (KIS) einsehbar.

„Bisher mussten wir die Daten des Monitors, an den die Patienten angeschlossen waren, jeden Morgen händisch durchsuchen. Dabei konnten wir nur kurze Abschnitte der EKG-Kurve, die die Überwachung als sogenannte Alarmdaten lieferte, beurteilen“, erklärt der Oberarzt. Das neue KI-System analysiere nun die gesamte EKG-Registrierung über 24 Stunden und helfe, ein Vorhofflimmern aufzuspüren. Mehr noch gibt es anhand eines auf künstlicher Intelligenz basierenden Algorithmus‘ bei den Patienten, die einen durchgehenden Sinusrhythmus aufweisen, an, ob sie ein erhöhtes Risiko für ein Vorhofflimmern haben und somit weiter überwacht werden sollten oder nicht.

Neues System gilt als sehr zuverlässig

Falls ein Vorhofflimmern ermittelt wird, ist zudem der EKG-Abschnitt angefügt, der dieser Beurteilung zugrunde liegt. So können die Mediziner nochmals den Befund überprüfen. Erst dann werden blutverdünnende Medikamente verordnet.

„Das SRAclinic System ist sehr zuverlässig, da es durchgehend alle Daten erfasst, analysiert und aufgrund dieser Analyse einen Befund liefert“, äußert Bäuerle. Das System, das international in vielen Zentren der Maximalversorgung etabliert ist, ließ sich dank einer Spende der Stiftung Frieder Burda realisieren.


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