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Rastatt: „Farben-Pfeffinger“ gibt auf

Rastatt (ema) - Das Familienfachgeschäft „Farben-Pfeffinger“ am Rastatter Marktplatz schließt für immer. Ende Juli endet nach 35 Jahren der Geschäftsbetrieb.

„Der Einzelhandel in Rastatt hat schwer geblutet“, sagt Nora Pfeffinger. Viele Kunden bedauern das Aus des Fachgeschäfts. Foto: Mauderer

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„Der Einzelhandel in Rastatt hat schwer geblutet“, sagt Nora Pfeffinger. Viele Kunden bedauern das Aus des Fachgeschäfts. Foto: Mauderer

Von Egbert Mauderer

Lange hat Nora Pfeffinger mit sich gerungen. Jetzt haben die Auswirkungen der Corona-Krise die Einzelhändlerin dazu bewogen, schweren Herzens den Schlüssel des Familienbetriebs im Herzen Rastatts umzudrehen. Der „Farben-Pfeffinger“ am Marktplatz schließt zum 31. Juli. Damit ändert sich weiter das vertraute Bild in der Innenstadt.

Zuletzt hatte Pfeffinger das Fachgeschäft mit Unterstützung von Stundenkräften nur noch alleine geführt. Ihr Mann Michael und Sohn Stefan haben sich beruflich bereits anders orientiert.

Der Gründung folgte bald die Expansion

Pfeffingers Schwiegermutter Waltraud hatte vor 35 Jahren mit der Eröffnung in der Kaiserstraße den Grundstein gelegt, dem eine Expansion folgte. Die Familie übernahm zusätzlich Farben-Hofmann in der Josefstraße im Dörfel. Dann eröffnete man als zweite Niederlassung einen Großhandel im ehemaligen Kino an der Badener Brücke (ehemals Farben-Frank), den man aber vor acht Jahren aus wirtschaftlichen Gründen an Farben-Gnatz verkaufte.

Es blieb das Fachgeschäft für Künstler- und Bastelbedarf in der Innenstadt. Doch die Geschäfte liefen immer schlechter, sagt Pfeffinger. Die Konkurrenz im Internet, die vielen Baustellen in der Innenstadt: „Der Einzelhandel hat hier schwer geblutet“, sagt Pfeffinger.

Durchhalteappelle reichen nicht

Mit Bedauern verfolgt sie, wie das Niveau der Geschäfte in der Innenstadt mit vielen Billigläden nach ihrer Einschätzung gesunken ist. Der Stadtverwaltung kann sie Kritik nicht ersparen. Sie vermisst den Rückhalt im Rathaus. Der Appell der Verwaltungsspitze, man solle durchhalten, reiche eben nicht, meint Pfeffinger.

Die Corona-Krise und persönliche Gründe führen nun dazu, dass der Familienbetrieb in dem gemieteten Laden aufgibt. Trost findet Nora Pfeffinger in den Reaktionen vieler Kunden, die das Aus bedauern: „Das bewegt mich sehr, wie wir wahrgenommen werden. Das ist eine menschliche Belohnung.“

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Erstellt:
23. Mai 2020, 16:02 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 51sec

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