„Schule ohne Rassismus“

Rastatt (red) – Die August-Renner-Realschule (ARRS) in Rastatt ist seit Kurzem als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zertifiziert.

Die AG am Tag des offenen Schulhauses (von links): Lehrerin Ann-Carolin Jendrek, Eva Viktorovna Adova, Alexandra Omerovic, Evelyne Marie Franke, Daniela Wereschagin, Mark Erukhimovich sowie die Lehrer Thorsten Ackermann und Christian Steidle. Foto: Schule

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Die AG am Tag des offenen Schulhauses (von links): Lehrerin Ann-Carolin Jendrek, Eva Viktorovna Adova, Alexandra Omerovic, Evelyne Marie Franke, Daniela Wereschagin, Mark Erukhimovich sowie die Lehrer Thorsten Ackermann und Christian Steidle. Foto: Schule

Die gleichnamige Arbeitsgemeinschaft, die seit Beginn des Schuljahrs die entsprechenden Voraussetzungen erarbeitet hat, freut sich über die Zertifizierung, teilt die Schule mit. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein bundesweites Schulnetzwerk, dem in Deutschland mehr als 3 000 Schulen angehören. Gefördert wird die gleichnamige Bundesorganisation im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Wenngleich Rassismus laut Grundgesetz verboten ist, so ist er in der Gesellschaft dennoch vielerorts vorhanden. Fremdenhass, Antisemitismus, Homophobie, rassistische und sexistische Äußerungen sowie verbale und körperliche Angriffe schlagen sich nicht nur in der Öffentlichkeit, in den Medien oder in der Politik nieder, „sie gehören auch zum Alltag vieler Schüler“, schreibt die ARRS in ihrer Mitteilung. Aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Andersartigkeit wegen werden sie Opfer von Diskriminierung und Ausgrenzung.

Mit der Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ haben sich die Teilnehmer und die betreuenden Lehrkräfte vorgenommen, alle am Schulleben Beteiligten konsequent zur Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit anzuregen und gleichzeitig zu ermutigen, sich selbstbewusst in der Gesellschaft gegen jegliche Form von Rassismus, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit einzusetzen. Die Schülerschaft soll außerdem für Demokratie und Menschenrechte sensibilisiert werden.

Auch die Stadt Rastatt, unter deren Trägerschaft sich die Schule weiß, unterstützt das Vorhaben. Ein Imagevideo mit dem Auftritt aller Mitglieder der AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, an dem neben Schulleiter Stefan Funk auch Bürgermeister Arne Pfirrmann mitwirkte, kann auf der Internetseite der Schule abgerufen werden.

Für die Projektpatenschaft konnte die Schule den 94-jährigen jüdischen Holocaustüberlebenden Shlomo Graber aus Basel gewinnen. Seit sechs Jahren besucht der Auschwitzüberlebende die Schule, um junge Menschen über die NS-Zeit aufzuklären und um für Versöhnung, Frieden und Freundschaft zu werben. Hunderte Schüler wurden so selbst zu Zeitzeugen, indem sie die Botschaft von Shlomo Graber nach außen trugen und weitererzählten.

„Der lebensfrohe Künstler Shlomo Graber, der der Schule mittlerweile ein toller Freund geworden ist, übernimmt sehr gerne die Patenschaft für ein, wie er uns mitteilte, so überaus wichtiges Projekt“, heißt es abschließend.

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Erstellt:
6. Mai 2020, 16:30 Uhr
Lesedauer:
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