Stadt zahlt für Konzertabsage

Rastatt (sl) – Nach der Absage des Kollegah-Konzerts im November hat der städtische Eigenbetrieb Kultur und Veranstaltungen den von der Konzertagentur geforderten Geldbetrag inzwischen beglichen. Genaue Angaben zu dessen Höhe will das Rathaus aber nicht machen (Archiv-Foto: sl).

Stadt zahlt für Konzertabsage

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Rastatt (sl) – Das abgesagte Konzert des Rappers Kollegah in der Badner Halle wird für die Stadt Rastatt wohl kein juristisches Nachspiel haben. Inzwischen hat der städtische Eigenbetrieb Kultur und Veranstaltungen den vom Veranstalter Ticket- und Konzertservice Rastatt geforderten Geldbetrag beglichen. Die genaue Höhe dürfe sie aus vertragsrechtlichen Gründen nicht nennen, sagte die städtische Pressesprecherin Heike Dießelberg auf BT-Nachfrage. Er bewege sich aber in dem Rahmen, den die Stadtverwaltung dem Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung als mögliche Spanne genannt habe. Nach BT-Informationen schätzte man sie intern auf 30 000 bis 60 000 Euro. Er liege nun tatsächlich „deutlich unterhalb des mittleren fünfstelligen Bereichs“.

Das Kollegah-Konzert hätte ursprünglich am 9. November in der Badner Halle stattfinden sollen. Es ist der Jahrestag der sogenannten Reichspogromnacht 1938, in der auch in Rastatt Juden misshandelt und die Synagoge zerstört wurden. Der Rapper Kollegah war wiederholt wegen antijüdischer Texte in die Kritik geraten. In Folge der BT-Berichterstattung wurde der Rastatter Gemeinderat zu einer nichtöffentlichen Sitzung einberufen und entschied mit großer Mehrheit, das Konzert abzusagen, auch wenn damit Kosten verbunden sind. Diese Entscheidung machte deutschlandweit Schlagzeilen und wurde im Internet kontrovers diskutiert. Dass die Forderung mit deren Bezahlung nun abgegolten ist, habe der Veranstalter der Stadt schriftlich bestätigt, so Dießelberg. Gegenüber dem BT möchte der Veranstalter den Fall nicht mehr kommentieren.

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Erstellt:
16. Dezember 2019, 00:00 Uhr
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