Treffen an Weihnachten gut überlegen

Rastatt (as) – Infektionszahlen und Todesfälle steigen, das Rastatter Gesundheitsamt ist coronabedingt am Anschlag, berichten Dr. Eva Schultz und Sozialdezernent Stefan Biehl im BT-Inteview.

„Es sind viele Schritte“: Dr. Eva Schultz und Stefan Biehl erklären die Kontaktnachverfolgung des Gesundheitsamts, die auch auf dem Schema an der Wand dargestellt ist. Foto: Groß

© as

„Es sind viele Schritte“: Dr. Eva Schultz und Stefan Biehl erklären die Kontaktnachverfolgung des Gesundheitsamts, die auch auf dem Schema an der Wand dargestellt ist. Foto: Groß

Von Anja Groß

Sie haben die fünffache Zahl an Mitarbeitern und arbeiten trotzdem oft am Anschlag: Das Gesundheitsamt Rastatt, zuständig für den Landkreis Rastatt und den Stadtkreis Baden-Baden, hat in der Corona-Pandemie bisher weit über 20.000 Kontaktpersonen angerufen. Dabei werden die sogenannten Scouts mit Ängsten und Sorgen, aber auch Ärger und Unverständnis konfrontiert, wie die stellvertretende Leiterin Dr. Eva Schultz und Sozialdezernent Stefan Biehl im Gespräch mit BT-Redakteurin Anja Groß erzählen. Ihre „Weihnachtsbotschaft“ mit Blick auf das Infektionsgeschehen und die steigenden Todesfälle: Sehr genau überlegen und abwägen, ob Treffen an Weihnachten wirklich unbedingt notwendig sind.
BT: Frau Dr. Schultz, wie lang dauert derzeit Ihr Arbeitstag?
Dr. Eva Schultz: Es kommt schon des Öfteren vor, dass er zwischen 6 und 7 Uhr morgens beginnt und nach 19 Uhr endet, wenn die Fälle noch nicht ausreichend abgearbeitet sind.
Stefan Biehl: Die Scouts zur Kontaktnachverfolgung sowie andere Mitarbeiter im Gesundheitsamt sind werktags von 7 bis 19 Uhr im Zwei-Schicht-Modell im Einsatz. Aber gerade mit Ärzten sind wir nicht so üppig ausgestattet, dadurch kommen solche Situationen zustande. Wir wissen, dass diese hohe Belastung kein Dauerzustand sein darf, aber sind froh, dass sich Kollegen der besonderen Situation stellen.
BT: Regulär arbeiten im Gesundheitsamt rund 30 Personen, wie viele sind es aktuell?
Biehl: Rund 160. Viele haben wir aus anderen Bereichen des Landratsamts gewinnen können, nicht alle in Vollzeit, zudem 13 Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen, abgeordnete Ärzte von der Deutschen Rentenversicherung und der Agentur für Arbeit sowie pensionierte Kollegen.

„Kommt vor, dass jemand an Tag 13 oder 14 krank wird“

Um diesen Artikel weiterzulesen, müssen Sie ein Login für BT Digital haben.
Sie sind bereits registriert? Dann melden Sie sich bitte hier an.
Sie interessieren sich für einen BT Digital Zugang? Dann finden Sie hier unsere Angebote.

Zum Artikel

Erstellt:
17. Dezember 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 7min 23sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte