Viele Wünsche nicht realisierbar

Ötigheim (fuv) – Ein Treffen mit Bürgern, Bürgermeister und Straßenverkehrsamt fand am Montag in der Schwarzwaldstraße Ötigheim statt. Anwohner beklagen sich dort über das hohe Verkehrsaufkommen.

Reger Verkehr herrscht in der Ötigheimer Schwarzwaldstraße. Anwohner, Gemeinde und Verkehrsbehörde ringen um eine Lösung. Foto: Frank Vetter

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Reger Verkehr herrscht in der Ötigheimer Schwarzwaldstraße. Anwohner, Gemeinde und Verkehrsbehörde ringen um eine Lösung. Foto: Frank Vetter

Von Frank Vetter

Die Verlängerung der ehemaligen B36 ist mittlerweile eine stark frequentierte Durchfahrtsstraße durch das Ötigheimer Neubaugebiet Hagenäcker, heißt Schwarzwaldstraße und ist Tempo-30-Zone; mit allen Folgen wie Rechts-vor-Links-Regelung. Nach massiven Anwohnerklagen (wir berichteten) hatte die Gemeindeverwaltung am Montag zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen. Bürgermeister Frank Kiefer sah den Ortstermin als Gelegenheit, mit den Anwohnern direkt zu sprechen und Ideen für Lösungsansätze zu sammeln. Dazu hatte er den Stadt-und Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke sowie Vera Kramer, Leiterin des Straßenverkehrsamts im Landratsamt, eingeladen. In der Schwarzwaldstraße als Tempo-30-Zone gilt die Rechts-Vor-Links-Vorfahrtsregelung an allen Kreuzungen und Einmündungen – wie laut Straßenverkehrsordnung immer in Tempo-30-Zonen; dies sollten Verkehrsteilnehmer eigentlich wissen, ignorieren es jedoch offenbar im Ötigheimer Neubaugebiet häufig. Als einen Grund dafür sah ein Anwohner die schwarzen Pflastersteinstreifen auf den Straßen, die in die Schwarzwaldstraße münden. Diese würden dem Durchgangsverkehr fälschlicherweise Vorfahrt suggerieren. Ein weiterer Kritikpunkt der Anwohner ist die Gehwegabsenkung, die in ihren Augen vor allem die Kinder gefährde. Hier hat die Gemeinde mit Baken Abhilfe geschaffen. Dank des Provisoriums reduzierten die Pkw vor allem bei Gegenverkehr ihre Geschwindigkeit. Die Anwohner schlugen verschiedene Lösungen vor, um die Geschwindigkeit der Autos zu reduzieren und die Vorfahrtsregelung zu verdeutlichen. Vera Kramer betonte den Automatismus von 30er Zone und Vorfahrtsregelung. Man habe Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen, aber keine auffälligen Ergebnisse erhalten. Verkehrsrechtlich, stellte Kramer dar, gebe es keine Handlungspflicht vonseiten der Behörde. Die Anwohner sahen dies jedoch ganz anders und schlugen vor, die Messungen zu den Stoßzeiten und über einen längeren Zeitraum durchzuführen. Dies möchte der Bürgermeister nun beantragen. Kramer schloss sich der Meinung der Anwohner und auch des Schultes an, dass die schwarzen Pflastersteine falsch interpretiert werden könnten. Auch hier versprach Kiefer eine Prüfung. Der Bürgermeister räumte ein, dass die Schwarzwaldstraße in der ursprünglichen Planung nicht als Durchfahrtsstraße gedacht war, Pendler aus Bietigheim sie jedoch statt der B36 dazu nutzten – ebenso wie auch Ötigheimer, die zum Bietigheimer Edeka-Markt wollten und den Umweg über die Bundesstraße scheuten. Es sei einfach zu viel Verkehr, waren sich alle Beteiligten einig. Frank Kiefer und die Anwohner sehen auch im Hinblick auf die im Sommer vorgesehene Eröffnung von Aldi und der damit wohl verbundenen weiteren Steigerung des Pkw-Verkehrs Handlungsbedarf. Verkehrsexpertin Vera Kramer gab zu bedenken, dass ein Wohngebiet selbst auch Verkehr erzeuge. Mehreren Vorschlägen der Anwohner zur Verkehrsberuhigung musste sie mit Blick auf die Verkehrsgesetzgebung eine Absage erteilen. Als realisierbare Lösung, zumindest zur Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit, soll Tempo 30 nun als Fahrbahnmarkierung auf die Fahrbahn aufgebracht werden. Dies habe die Gemeinde bereits in die Wege geleitet. Im kommenden Jahr sollen eine Verkehrsbefragung und -zählung in ein mit dem Planungsbüro Gericke zu entwickelndes Gesamtverkehrskonzept einfließen.

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Erstellt:
12. Mai 2021, 11:12 Uhr
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