Vier Fragen an Steven Lecinni und Markus Schwartz

Rastatt (galu) – Das Leben auf den Sportplätzen steht still – nicht jedoch auf den virtuellen. BT-Volontär Lukas Gangl hat mit Steven Lecinni und Markus Schwartz, Spielern des e-Sport-Teams der Josef-Durler-Schule Rastatt, darüber gesprochen, wie sich die aktuelle Krise auf den Onlinesport auswirkt.

Steven Lecinni. Foto: privat.

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Steven Lecinni. Foto: privat.

Von Lukas Gangl

BT: Herr Lecinni, Herr Schwartz, inwiefern ist der e-Sport von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen?

Steven Lecinni: Für die großen Ligen ändert sich wenig. Veranstaltungen werden zwar nicht abgesagt, aber alle durch reine Onlineveranstaltungen ersetzt. Die Qualität leidet dementsprechend ein wenig darunter, da das Live-Publikum bei solchen Events doch einen Teil der Stimmung ausmacht. Privat merkt man es noch mehr, viel mehr Menschen sind online, die Server sind am absoluten Limit.

Markus Schwartz: Uns persönlich betrifft es tatsächlich auch: Wir hätten dieses Jahr wieder an der Qualifikation der Deutschen Games Schulmeisterschaften (DGS) teilgenommen, die Ausrichter haben die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Electronic Sports League (ESL) auf unbestimmte Zeit verschoben – da wissen wir aktuell auch noch nicht, ob und wie es weitergeht.

BT: Wird Ihr Training durch die aktuelle Situation beeinflusst? Haben Sie durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens jetzt mehr Zeit zum Trainieren?

Schwartz: Es kommt ganz auf einen selbst an, gerade wie man sich die Zeit mit den gestellten Schulaufgaben einteilt. Aber prinzipiell hat man schon mehr Zeit fürs Training, da man ja kaum andere Aktivitäten verfolgen kann.

Lecinni: Für mich persönlich ist es ein gewaltiger Unterschied zwischen Training und einfach drauf los spielen, einfach zocken. Da man derzeit wenig andere Dinge außer zocken machen kann, ist man da relativ schnell erschöpft. Für richtiges Training fehlt dann oft einfach die nötige Konzentration.

Markus Schwartz. Foto: privat

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Markus Schwartz. Foto: privat

BT: Könnten Turniere, wie beispielsweise die DGS, denn trotzdem stattfinden, indem man sie auch mit reiner Onlinepräsenz durchführt?

Leccini: Bei den DGS wäre der Unterschied gar nicht so groß. Die Qualifikation und die Gruppenphase hätten ohnehin nur online stattgefunden, das Finale wäre aber im August auf der Gamescom in Köln gewesen. Es ist also möglich, aber für uns einfach nicht absehbar, wie weit die ESL in ihrer Planung vom Coronavirus eingeschränkt ist, wie viel mehr Vorlaufzeit dafür nötig wäre und ob die Gamescom überhaupt stattfinden kann.

BT: Erwarten Sie durch die Situation einen Interessenszuwachs am e-Sport? Aktuell schließen sich ja schon Bundesliga und Formel 1 mit ihren digitalen Konterfeis zusammen, um den Fans immerhin ein bisschen Sport zu bieten.

Lecinni: Auf jeden Fall. Aber es ist keine Erwartungshaltung, es ist ein Fakt. Die Server der Spiele sind ausgelastet, die Spielerraten steigen an. Riot Games hat bereits ein Video veröffentlicht, in welchem sie eine Servererweiterung für League of Legends angekündigt haben. Der e-Sport rückt plötzlich viel mehr in den Fokus, gerade durch die stetig steigenden Zuschauerzahlen bei den Live-Streams lässt sich das gut beobachten.

Wir hatten das Interview mit Steven Lecinni und Markus Schwartz bereits vergangenen Sonntag auf unserer Homepage veröffentlicht, nun aber mit neuen Fotos aktualisiert.

„Vier Fragen an:“ ist eine Reihe der BT-Onlineredaktion. Die vier Fragen richten sich an Menschen, die gerade im Fokus stehen, etwas Interessantes erlebt oder zu erzählen haben oder aufgrund ihrer Tätigkeit interessant sind.

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Erstellt:
13. April 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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