Wiedereröffnung der Fitnessstudios

Rastatt/Durmersheim (stn) – Nachdem Fitnessstudios für mehrere Wochen geschlossen waren, darf dort seit dem 2. Juni wieder gesportelt werden. Die Wiedereröffnung ist mit strengen Hygiene- und Verhaltensregeln verknüpft.

Lieber Fitnessstudio als Online-Workout: Sabine Gehrer beim Hanteltraining im „Finest Fitness Label“ in Durmersheim. Foto: Strupp

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Lieber Fitnessstudio als Online-Workout: Sabine Gehrer beim Hanteltraining im „Finest Fitness Label“ in Durmersheim. Foto: Strupp

Von Nora Strupp

Dass ein Besuch im Fitnessstudio in Zeiten von Corona anders abläuft als bislang gewohnt, zeigt sich schon vor Beginn des eigentlichen Trainings: Da Duschen und Umkleiden laut Corona-Sportstättenverordnung geschlossen bleiben, müssen sich die Sportler zu Hause umziehen. Auch sonst hat sich so einiges geändert: Um im Falle eines Falles eine Kontaktpersonenverfolgung zu ermöglichen, ist es nun außerdem gängige Praxis, mithilfe eines Transponders oder der Mitgliedskarte elektronisch ein- und auszuchecken. Und da Leihhandtücher aktuell nicht vergeben werden, muss jeder für die Sitz- und Liegeflächen der Geräte ein großes Handtuch von daheim mitbringen. Außerdem gilt wie überall: Maskenpflicht – allerdings nur auf den Laufwegen, während des Trainings darf der Mund-Nasen-Schutz abgenommen werden. Darüber hinaus werden die Geräte nach jeder Benutzung gründlich desinfiziert – entweder von den Benutzern selbst oder vom Personal.

Kursangebot verändert

Die Corona-Bestimmungen haben zudem Auswirkungen auf das Kursangebot, denn in geschlossenen Räumen sind hochintensive Ausdauerbelastungen untersagt. Bedeutet: Der Zumba-Kurs entfällt. Stattdessen werden Bauch-Beine-Po-Programme, Rückentraining, Entspannungs- und Beweglichkeitsübungen, Präventivgymnastik oder Yoga angeboten.

Um die Mindestabstände einhalten zu können, sind Fitnessstudiobetreiber außerdem dazu übergegangen, viele ihrer Geräte zu sperren. So sind bei der „Adam & Eve Fitness GmbH“ im Cardio-Bereich etwa knapp die Hälfte, im Kraftbereich ein Viertel aller Geräte gesperrt.

Um den Mindestabstand zu gewährleisten, sind bei „Adam & Eve“ in Rastatt viele Geräte gesperrt. Foto: Setzler

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Um den Mindestabstand zu gewährleisten, sind bei „Adam & Eve“ in Rastatt viele Geräte gesperrt. Foto: Setzler

Auch im „Finest Fitness Label“ in Durmersheim steht den Sportlern nur jedes zweite Gerät zur Verfügung. Im 125 Quadratmeter großen Gymnastikraum dürfen sich derzeit nur fünf Personen gleichzeitig aufhalten – normalerweise trainieren dort mindestens 20 Leute. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch: Und so wird – damit möglichst viele in den Genuss des Trainings kommen – die Sportstunde einfach kurzerhand nach draußen verlegt: „Bei gutem Wetter schnappen wir uns die Spinning-Räder und Stepper, stellen sie auf den Parkplatz vor dem Studio und machen dort Musik an“, erklärt Inhaber Lothar Thüns.

Freude über Wiedereröffnung

Trotz der ganzen Auflagen, die penibel eingehalten werden müssen, ist die Freude über die Wiedereröffnung ungetrübt. „Die Leute und auch wir sind sehr glücklich, dass Fitnessstudios wieder öffnen dürfen“, meint Lukas Setzler, Geschäftsführer bei „Adam & Eve“. Das spiegele sich auch in den Besucherzahlen wider: In den ersten drei Tagen seien bereits 600 Mitglieder zum Training erschienen, berichtet er.

Wer trotz Corona auf Sport nicht verzichten wollte, musste in den Wochen zuvor kreativ werden: Fitness war entweder nur in der freien Natur oder zu Hause möglich. Viele Studios boten zwar Online-Kurse an, doch ein Vor-Ort-Training konnte dies nicht ersetzen, darin sind sich die Mitglieder von „Finest Fitness Label“ einig. „Bei den virtuellen Trainings beansprucht man meist immer nur einzelne Muskelgruppen“, findet zum Beispiel Sabine Gehrer (51), die seit November Mitglied im Durmersheimer Fitnessstudio ist. Ein ganzheitliches Training sei so kaum möglich.

Auch für Andre Lachermaier (32) ist alleiniges Sport treiben daheim auf die Dauer keine Option: „Zuhause ist mir die Decke auf den Kopf gefallen. Ich habe zwar ein bisschen Homeworkout gemacht, aber das ist immer dasselbe und dadurch irgendwann langweilig.“

„Es war dringend notwendig, dass die Fitnessstudios wieder öffnen“, findet Markus Kiefer (47), der schon seit 31 Jahren bei Lothar Thüns Kunde ist. „Wenn man es gewohnt ist, dreimal die Woche Sport zu machen, leidet die Fitness extrem darunter, wenn das auf einmal wegfällt.“ Als das „Finest Fitness Label“ noch geschlossen hatte, sei er stattdessen Fahrrad gefahren oder habe Liegestütze daheim gemacht. Was er in dieser Zeit besonders vermisst habe: „Die familiäre Atmosphäre hier.“

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Erstellt:
18. Juni 2020, 16:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 47sec

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