Amateur-Handball vor Saisonabbruch

Baden-Baden (moe) – Der Deutsche Handballbund (DHB) hat am Freitagnachmittag seinen 24 Landesverbänden – also auch dem Südbadischen Handballverband – empfohlen, die Saison aufgrund der Corona-Krise abzubrechen. Eine Entscheidung soll kommende Woche fallen.

Im Amateurbereich wird in dieser Saison wohl kein Handball mehr gespielt. Foto: Michael/dpa

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Im Amateurbereich wird in dieser Saison wohl kein Handball mehr gespielt. Foto: Michael/dpa

Von Moritz Hirn

Die Handball-Bundesliga stemmt sich mit aller Macht gegen den Abbruch der Saison und spielt auf Zeit. Diese rinnt den aufgrund der Coronavirus-Pandemie langsam, aber sicher davon. Aus genau diesem Grund hat der Deutsche Handballbund (DHB) gestern Nachmittag für den Amateurbereich, in dem der Spielbetrieb bereits seit dem 13. März und noch mindestens bis zum 19. April ausgesetzt ist, eine Empfehlung ausgesprochen, die mehr ist als nur ein Fingerzeig: „Für die folgende Zeit empfiehlt das DHB-Präsidium die Beendigung des Spielbetriebes der Saison 2019/20 in den Landesverbänden, also in den Klassen unterhalb der 3. Liga.“ Angesichts dieses Vorschlags, der gestern um 17.21 Uhr per Pressemitteilung verkündet wurde, ist ein zeitnaher Abbruch der Saison im Bereich des Südbadischen Handballverbands (SHV) so gut wie sicher.

Entscheidung im Lauf der nächsten Woche

Die endgültige Entscheidung wird der SHV allerdings in Eigenregie treffen – und zwar im „Lauf der nächsten Woche“, wie Alexander Klinkner gestern im BT-Gespräch erläuterte. Den Beschluss des Landesgremiums wollte der SHV-Präsident freilich nicht vorwegnehmen, tat aber kund: „Es wäre komisch, wenn wir jetzt der Logik des DHB nicht entsprechen würden.“ Zumal das Thema bereits „vorabgestimmt“ ist, wie Klinkner erklärte. Zum einen waren die Landesverbände in Form von Hans Artschwager, Präsident des württembergischen Verbands und gleichsam Sprecher der insgesamt 24 Regio-Einheiten, in einer Arbeitsgruppe des DHB-Präsidiums vertreten, die sich in den vergangenen Tagen intensiv mit der Problematik befasst hat. Zum anderen haben die 24 Landesfürsten in Form einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen beraten, wie Klinkner berichtete. Dort – und auch in Gesprächen mit Vereinsvertreten – wurde zunehmend klar, dass der Termindruck immer größer wird, ein Abbruch immer wahrscheinlicher. „Wie wird gewertet“, ist laut Klinkner nun die spannendste Frage. Auch diese soll „zeitnah“ – noch vor dem 19. April – und bestenfalls bundesweit einheitlich geklärt werden. Schon sicher sei, dass es in den jeweiligen Ligen keine Ab-, sondern nur Aufsteiger geben soll. „Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg“, verspricht Klinkner.

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Erstellt:
3. April 2020, 18:27 Uhr
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