Anrufe von falschen Polizeibeamten nehmen wieder zu

Karlsruhe (red) – Insgesamt 26 betrügerische Anrufe durch falsche Polizeibeamte wurden im gesamten Stadt- und Landkreis Karlsruhe am Donnerstag zwischen 14.00 Uhr und 22.30 Uhr bei der Polizei angezeigt.

Die Beamten geben Tipps im Umgang mit Betrügern. Symbolbild: Archiv

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Die Beamten geben Tipps im Umgang mit Betrügern. Symbolbild: Archiv

In allen Fällen gab sich ein Mann als Polizeibeamter aus und informierte die auserwählten Senioren, dass in der jeweiligen Nachbarschaft ein Einbruch verübt worden sei, das teilte die Polizei in einer Meldung mit. Im Rahmen der Fahndung hätte man dann angeblich einen Tatverdächtigen mit einem Rucksack festgenommen. Darin wäre ein Notizblock gewesen mit konkreten Informationen über die Vermögensverhältnisse der jeweils angerufenen Personen.

Während in fast allen Fällen die Angerufenen den Betrugsversuch sofort bemerkten, begab sich ein älterer Herr aus dem Raum Bruchsal am Donnerstagnachmittag zu seiner Hausbank, wo er seine gesamten Ersparnisse abheben wollte. Der Anrufer machte diesem Opfer zuvor telefonisch glaubhaft, ein Bankmitarbeiter sei Teil einer kriminellen Bande und plane nun, das auf dem Konto des Opfers befindliche Geld abzuheben. Nur aufgrund der Tatsache, dass die Bankfiliale geschlossen hatte und er deshalb bei seinem Sohn rückfragte, kam es an dem Nachmittag zu keinem Vermögensschaden.

Betrugsversuche werden fortgesetzt

Am Freitagvormittag setzte sich die Serie mit weiteren Anrufen fort, sodass auch weiterhin in der gesamten Region mit derartigen Betrugsversuchen zu rechnen sein wird. Das Polizeipräsidium Karlsruhe gibt hierzu folgende Informationen und Tipps:

Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen - denken Sie in Ruhe nach.

Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Fremde.

Erteilen Sie keine Auskünfte zu familiären oder finanziellen Verhältnissen am Telefon und machen Sie niemals Angaben zu Wertsachen, die sich in ihrer Wohnung befinden.

Seien Sie misstrauisch und lassen Sie sich unter keinen Umständen verleiten, Geld oder Wertsachen von der Bank oder aus Wertfächern zu holen. Ihre Wertsachen sind dort sicher.

Erfragen Sie bei Anrufen von angeblichen Polizeibeamten Name und Dienststelle und informieren Sie sich durch einen Rückruf bei der „echten“ Polizei unter der Notrufnummer 110 über die Richtigkeit des Anrufes. Drücken Sie hierbei niemals auf die Rückruftaste, sondern wählen Sie den Notruf 110 ohne Ortsvorwahl.

Halten Sie nach einem Anruf mit Geldforderungen in jedem Fall Rücksprache mit Ihrer Familie.

Ein möglicherweise vorstelliger Kriminal- oder Polizeibeamter in ziviler Kleidung kann sich mit einem Dienstausweis ausweisen. Scheuen sie sich nicht, danach zu fragen und diesen eingehend zu prüfen.

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Erstellt:
3. April 2020, 17:01 Uhr
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