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Atemlose Reise auf die Grüne Insel

Baden-Baden (red) – Die Tanzshow „Irish Celtic“ hat im Festspielhaus ihr Publikum beeindruckt: Die charmant und einfallsreich choreografierten Szenen aus einem typischen irischen Pub wurden von einer Band begleitet und rissen das Publikum zu Beifallsstürmen hin (Foto: Fretault).

Trinkfest und schwungvoll: In Paddys Irish Pub wirbeln die Gäste fröhlich übers Parkett. Fretault

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Trinkfest und schwungvoll: In Paddys Irish Pub wirbeln die Gäste fröhlich übers Parkett. Fretault

Von Fiona Herdrich

Der Pub ist für die Iren ihr Wohnzimmer und ihre Kirche. „Und weil sie besonders fromme Menschen sind, besuchen sie ihre Kirche jeden Tag“, begrüßt Wirt Paddy Flynn das Festspielhaus-Publikum in seinem Pub, der auf der Bühne den stilechten Rahmen für das Stepptanz-Spektakel „Irish Celtic“ bildet.

Die Gäste sind nicht nur trinkfest, das Ensemble reißt das Publikum gleich mit, als es zu Beginn schwungvoll mit Besen tanzt. Beim Sean-nós Dance schwingen auch die Arme mit. Anders als beim bekannten Step-Dancing, das mit geradem Oberkörper ganz den Fokus auf die wirbelnden Füße legt, die beschuht mit sogenannten Hornpipes die charakteristische Geräuschkulisse schaffen.

Auch eine Live-Band hat Paddys Pub zu bieten, die mit stimmungsvollem Folk und Solos ihres Sängers und Gitarristen hin und wieder die Tanzvorstellung unterbricht, damit die Zuschauer wieder zu Atem kommen können. Aus der permanenten Irland-Stimmung entlassen einen die Musiker dank Fiedel, Sackpfeife, Akkordeon und diverser Flöten aber niemals. Besungen werden etwa Whisky und das Heimweh nach der Grünen Insel.

Der Whisky, mit dem Gott dieses Land einst taufte, beschwört dann auch schon mystische Wesen herauf, die mit zarteren Schritten und hoch fliegenden Beinen in die Welt der Kobolde und Elfen entführen. Die Show bedient sich an Tradition und Geschichte, weltweit bekannt gemacht durch Hollywood.

Vergleichsweise hart fällt der Tanz aus, wenn die Schotten im Kilt zum „Braveheart“-Soundtrack für die Freiheit steppen. Fröhlicher geht es dagegen unter Deck der Titanic zu, die –von Iren gebaut – für viele die Verheißung eines besseren Lebens bedeutet. Bis zur dramatischen Katastrophe wirbeln die langen Röcke der Tänzerinnen, während sich das Ensemble immer wieder zu Rundtänzen und Quadrillen formiert.

Der zweite Teil versetzt den Pub ins Jahr 2020, in dem Freundinnen Junggesellinnenabschied feiern, Paddys Sohn Dermot eine Frau findet und sich seinen männlichen Kollegen im Dance Battle stellt – Traditionstanz gegen moderne Irish-Dance-Formen. Alle Kandidaten beeindrucken mit einfallsreichen, charmanten und spektakulären Darbietungen.

Dermot gewinnt, die Jury, bestehend aus seinem Vater, war aber nicht ganz unparteiisch. Der Sohn ist nun bereit, den Pub zu übernehmen. Noch bevor die Band gemeinsam ein Lied zum Abschied anstimmt, kommt im Publikum Wehmut auf, weil in Paddys Irish Pub nun Zapfenstreich ist.

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Erstellt:
10. Januar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

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