Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Ausgefallene „Simplicius“-Oper bei Osterfestspielen 2021

Baden-Baden (cl) – Die ausgefallene Koproduktion „Des Simplicius Simplicissimus Jugend“ von Karl Amadeus Hartmann soll bei den Osterfestspielen 2021 Premiere haben. Dies haben das Festspielhaus und das Theater Baden-Baden vereinbart. Die Produktion sei fast fertig gewesen, als die Corona-Schutzmaßnahmen in Kraft traten, teilte das Festspielhaus mit.

Jugendjahre des Simplicius nächste Ostern im Theater Baden-Baden: Die Oper nach Grimmelshausens Schelmenroman ist vor Corona fast fertig inszeniert worden.  Foto: Klenk/Theater

© pr

Jugendjahre des Simplicius nächste Ostern im Theater Baden-Baden: Die Oper nach Grimmelshausens Schelmenroman ist vor Corona fast fertig inszeniert worden. Foto: Klenk/Theater

Von Christiane Lenhardt

Nachdem die diesjährigen Osterfestspiele der Berliner Philharmoniker der Corona-Epidemie komplett zum Opfer gefallen sind, gibt es nun Hoffnung für eine der bereits weitgehend produzierten Opern: Die Kammeroper „Des Simplicius Simplicissimus Jugend“ von Karl Amadeus Hartmann soll auf nächste Ostern verschoben werden. Darauf hätten sich die Koproduktionspartner verständigt, teilte das Festspielhaus gestern mit. Die Koproduktion des Festspielhauses mit dem Theater Baden-Baden sei fast fertig gewesen, als die Corona-Schutzmaßnahmen in Kraft traten. Die Oper „Des Simplicius Simplicissimus Jugend“ – an ihr wurde bis Mitte März noch geprobt – könne so erhalten bleiben und im kommenden Jahr gezeigt werden.
Auch die geplanten Schulprojekte sollen 2021 aufgenommen werden. Mit der Produktion verbunden ist ein regionales Schulprojekt, dass an den Autor des Barockromans Grimmelshausen erinnert, der einst in Renchen lebte. In seinem „Simplicius Simplicissimus“-Roman verarbeitete Grimmelshausen die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges. Karl Amadeus Hartmanns Oper entstand bereits in einer Urfassung in den 1930er Jahren, wurde aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg uraufgeführt.

Mitglieder der Berliner Philharmoniker spielen im Theater


Die Wirrnis und Brutalität des Krieges zwischen 1618 bis 1648 wird gespiegelt in einer Art musikalische Vorahnung des Weltkriegs. Die Entwicklungsgeschichte des satirischen Schelmenromans verdichtet sich bei Hartmann zum Loblied auf die Dummheit in allen Facetten – von Einfalt als Waffe über Naivität bis hin zu Verdrängung. Die Themen seien von zeitloser Allgemeingültigkeit, nicht zuletzt sei das Sujet „politisch in Reinform“, wie die Regisseurin Eva-Maria Höckmayr ihre Inszenierung noch Ende Februar im BT-Interview erklärte.
Höckmayrs Regiearbeit ist fürs Theater Baden-Baden produziert worden und wird dort nächste Ostern Premiere haben sowie, ähnlich wie die Kammeropern in den Jahren zuvor, in den Spielplan der Bühne übergehen. Die musikalische Leitung hat Michael Hasel, Mitglied der Berliner Philharmoniker. Weitere Mitglieder des Orchesters werden die Festspiel-Aufführungen in Baden-Baden 2021 begleiten.
Homepage des Festspielhauses Baden-Baden

Um diesen Artikel weiterzulesen, müssen Sie E-Paper Abonnent sein oder ein Tages-Login haben.
Sie sind bereits registriert? Dann melden Sie sich bitte hier an.
Sie interessieren sich für ein E-Paper Abonnement oder einen Tages-Login? Dann finden Sie hier unsere Angebote.