Bauprojekt Staatstheater „ständig in der Optimierungsphase“

Karlsruhe (cl) – Fürs Bauprojekt am Badischen Staatstheater sind 500 Millionen Euro budgetiert. Der Steuerzahlerbund warnt vor weiteren Kosten. „Völlig aus der Luft gegriffen“, so die Projektleiterin.

Die Vorarbeiten zur Staatstheater-Erweiterung sind über die Sommerferien gut vorangekommen: Die neue Tiefgaragen-Zufahrt und das Fundament fürs künftige Entree sollen fertig sein.  Foto: Stefan Jehle/Archiv

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Die Vorarbeiten zur Staatstheater-Erweiterung sind über die Sommerferien gut vorangekommen: Die neue Tiefgaragen-Zufahrt und das Fundament fürs künftige Entree sollen fertig sein. Foto: Stefan Jehle/Archiv

Von Christiane Lenhardt

Mit den deutlich nach oben geschraubten Mehrkosten bei der Erweiterung und Sanierung des Badischen Staatstheaters Karlsruhe von geschätzten bis zu 500 Millionen Euro beschäftigt sich nun auch der Bund der Steuerzahler – und warnt vor ausufernden Kosten. Längst geht schon das baden-württembergische Finanzministerium aufgrund eines externen Gutachtens für die Gesamtbaumaßnahme des Staatstheaters Karlsruhe von etwa 389 Millionen Euro (unter aktuellem Preisniveau) aus. Zum geplanten Termin der Fertigstellung – in zehn Jahren also – könnten angesichts der allgemeinen Preissteigerung daraus durchaus viel mehr werden.
Der Steuerzahlerbund erinnert auch daran, dass Land und Stadt Karlsruhe, die die Baukosten gemeinsam stemmen, 2017 noch von 325 Millionen für das Großprojekt ausgegangen waren; bei Vorstellung des Projekts (2014) waren es rund 125 Millionen. Die neue Zahl von einer halben Million hatte der Verwaltungsrat des Staatstheaters kürzlich selbst bekannt gegeben.
„Wir sind selbst mit der hohen Zahl an die Öffentlichkeit gegangen, weil davon auszugehen ist, dass die Baukosten bis zum Ende des Projekts noch steigen werden“, sagte Ursula Orth, die zuständige Leiterin des Karlsruher Amts Vermögen und Bau des Landes gestern im BT-Gespräch. Das betreffe alle Baumaßnahmen, ob öffentlich oder privat, nicht nur das Staatstheater. „Wir sind aber ständig in der Optimierungsphase“, fügte Orth hinzu.
In drei sogenannten Modulen sollen die Budgets für die gesamte Sanierung und die Erweiterung, sprich den Neubau eines Schauspielhauses, in den kommenden Jahren in die Etats von Stadt und Land eingestellt werden. Das erste „Modul“ umfasst den Schauspielhaus-Neubau, der 2022 in den Etat des Landes aufzunehmen wäre, so der Verwaltungsrat.

Steuerzahlerbund: Erhebliche Kosten für Interimsspielstätte befürchtet

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Erstellt:
11. September 2020, 06:30 Uhr
Lesedauer:
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