CO-Warnmelder: Eine Expertin gibt Tipps

Berlin (dpa) – Kamine und Öfen sind gemütlich. Sie können aber auch durch zu viel Kohlenmonoxid (CO) lebensgefährlich werden. Ist ein CO-Melder sinnvoll? Eine Expertin gibt Tipps.

Das kleine Gerät kann Leben retten: Schlägt der Kohlenmonoxid-Melder Alarm, sollte man Wohnung oder Haus verlassen. Foto: Christin Klose/dpa

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Das kleine Gerät kann Leben retten: Schlägt der Kohlenmonoxid-Melder Alarm, sollte man Wohnung oder Haus verlassen. Foto: Christin Klose/dpa

Aus Gemütlichkeit wird Gefahr: Kamine, Öfen und Ölheizungen können schnell zu Kohlenmonoxid-Quelle werden. Das Atemgift mit der chemischen Formel CO entsteht, wenn kohlenstoffhaltige Brennstoffe unvollständig verbrennen. Die Gründe dafür können vielfältig sein – von technischen Defekten über mangelnde Wartung bis hin zu verstopften Abluftrohren. Vor dem unsichtbaren Gas warnt ein CO-Melder. Schlägt dieser Alarm, sollte man sich in Sicherheit bringen – und unbedingt prüfen lassen, wie es zu der erhöhten hohen CO-Menge gekommen ist.

Für wen CO-Melder wichtig sind und worauf man bei der Installation achten sollte, erklärt Claudia Groetschel, Sprecherin der Initiative „CO macht K.O.“ in der BT-Reihe „Vier Fragen an“.

BT: Frau Groetschel, wovor genau schützt ein CO-Melder?
Groetschel: Kohlenmonoxid ist ein Atemgift, das man weder sehen, riechen noch schmecken kann. Nur technische Geräte – konkreter gesagt CO-Melder – können es aufspüren und auf eine gefährliche CO-Konzentration in der Raumluft aufmerksam machen.

BT: Was ist denn so gefährlich an CO?
Groetschel: Bemerkt man die gefährliche CO-Konzentration nicht, kommt es zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung – mit grippeähnlichen Symptomen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Schlimmstenfalls führt sie zu Bewusstlosigkeit und sogar zum Tod.

BT: Wer braucht diese Messgeräte im Haus oder in der Wohnung?
Groetschel: Potenzielle Gefahrenquellen in Haus und Wohnung sind Kamine und Öfen. Auch gas- und ölbetriebenen Heizungsanlagen und Pelletlager zählen dazu. Da Kohlenmonoxid durch Wände, Decken und Böden kommt, kann die Gefahr auch von einer CO-Quelle beim Nachbarn ausgehen. So können sich ganze Gebäude mit Kohlenmonoxid füllen, da es auch durch Beton dringt. Selbst wenn man keine öl- oder gasbetriebene Heizung oder einen Ofen hat, kann man also betroffen sein, zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern oder Doppelhaushälften. Wir konnten in der Vergangenheit auch viele Fälle beobachten, bei denen Menschen noch betriebene Kohle-Grills ins Haus geholt haben. Auch das ist in geschlossenen Räumen eine lebensgefährliche CO-Quelle.

BT: Wenn man sich nun CO-Melder zugelegt hat: Wo platziert man die am besten?
Groetschel: Da gibt es zwei Fälle. In Schlaf- oder Wohnzimmern ohne brennstoffbetriebene Geräte, also ohne Heizung oder Ofen, sollte der Melder in Nasenhöhe platziert werden. Wenn man schläft oder auf dem Sofa sitzt, sind das etwa ein bis anderthalb Meter Höhe. Das Kohlenmonoxid bewegt sich frei durch den Raum, wir wissen nicht, wo es sich gerade befindet. Damit der CO-Melder frühzeitig Alarm schlagen kann, sollte er dort installiert werden, wo wir das CO potenziell einatmen.

In Räumen mit Heizung oder Ofen hingegen sollte das Gerät unter der Decke befestigt werden. Denn die Wärme der Thermik trägt das Kohlenmonoxid eher nach oben. Allerdings sollte der Melder mindestens 30 Zentimeter von der Wand entfernt und auch nicht direkt über dem Ofen platziert werden. Wie beim Rauchmelder gilt auch hier: Die Mitte des Raumes ist ein geeigneter Ort.

„Vier Fragen an:“ ist eine Reihe der BT-Onlineredaktion. Die vier Fragen richten sich an Menschen, die gerade im Fokus stehen, etwas Interessantes erlebt oder zu erzählen haben oder aufgrund ihrer Tätigkeit interessant sind. Die Beiträge der Reihe werden sonntags auf der Homepage des Badischen Tagblatts veröffentlicht.

Claudia Groetschel ist Sprecherin der Initiative „CO macht K.O.“. Foto: Urban Ruths/eobiont GmbH/dpa

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Claudia Groetschel ist Sprecherin der Initiative „CO macht K.O.“. Foto: Urban Ruths/eobiont GmbH/dpa

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Erstellt:
20. Februar 2022, 06:00 Uhr
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