Corona: 3G-Regelung in allen Verwaltungen

Baden-Baden/Rastatt (dpa/BT) – In Mittelbaden haben ab sofort nur noch Geimpfte, Getestete oder Genese Zutritt zu den Rathäusern, dem Landratsamt und den Außenstellen der Kreisverwaltung.

In den Rathäusern und Dienststellen der Kreisverwaltung gilt ab sofort die 3G-Regelung. Symbolfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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In den Rathäusern und Dienststellen der Kreisverwaltung gilt ab sofort die 3G-Regelung. Symbolfoto: Sebastian Kahnert/dpa

Laut einer Mitteilung des Landratsamts gilt die 3G-Regelung ab sofort für Kunden und Bedienstete. Sie erhalten nur noch Zutritt, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind. Zudem muss vor einem Besuch ein Termin vereinbart werden. Vorzulegen sind entweder Impfnachweise, der Genesenennachweis oder ein Testergebnis eines offiziellen Testzentrums in Verbindung mit einem gültigen Lichtbildausweis. Das Testergebnis des Antigen-Schnelltests darf nicht länger als 24 Stunden zurückliegen, das PCR-Testergebnis darf nicht älter als 48 Stunden sein. Ein Test vor Ort ist nicht möglich. Für Kinder bis zum sechsten Geburtstag gilt die 3G-Regel nicht. Weitere Informationen können den jeweiligen Websites der Städte, Gemeinden und des Landratsamts entnommen werden. Auch die Stadtverwaltung Baden-Baden hat für ihre Dienststellen eine entsprechende Zugangsbeschränkung angeordnet.

Lage in Deutschland

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist zum zweiten Mal in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Mittwoch mit 442,9 (Vortag: 452,2) an.Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden, am Dienstag hatte der Wert leicht darunter bei 452,2 gelegen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 404,5 gelegen (Vormonat: 118,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 67.186 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 3.55 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 66.884 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 446 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 335 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5 903 999 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 5,73 an (Montag: mit 5,52). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwoch mit 4.937.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 101.790.

Zahlen fürs Land und Mittelbaden

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg hat sich von Montag auf Dienstag (Stand: 16 Uhr) laut Landesgesundheitsamt um 10.730 auf insgesamt 835.242 erhöht. Die Zahl der an oder mit Covid-19 gestorbenen Patienten stieg um 54 auf 11.802. Im Landkreis Rastatt wurden 330 Neuinfektionen registriert, im Stadtkreis Baden-Baden 59. Im Landkreis Rastatt gab es zwei weitere Todesfälle. Der R-Wert lag in Baden-Württemberg bei 0,89. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt landesweit 508,8, im Kreis Rastatt 595,9 und in Baden-Baden 476,1. Landesweit gelten 666.637 Menschen als genesen (plus 2.489). Laut Divi-Intensivregister sind 27,7 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt, 622 werden dort behandelt; das sind so viele wie am Montag. In sieben Tagen kamen pro 100.000 Einwohner 6,3 Patienten wegen einer Corona-Infektion in ein Krankenhaus (Hospitalisierungsinzidenz).

Verlegungen ins Ausland vorbereitet

Mit Blick auf die überlasteten Intensivstationen werden auch Patienten-Verlegungen von Baden-Württemberg ins Ausland vorbereitet. „Die Dramatik ist sehr hoch“, sagte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne). „Wir haben uns heute vorbereitet, wenn es nötig würde auch ins Ausland zu verlegen.“ Die Belastung des Krankenhauspersonals sei immens. „Die Leute können nicht mehr“, sagte der Minister am Dienstag in Stuttgart. Nach Daten der Deutsche Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin waren zuletzt 622 Covid-19-Fälle in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung, davon wurden 334 künstlich beatmet. Rund 28 Prozent der Betten in den Intensivstationen werden von Corona-Patienten belegt. Mehrere Staaten haben bereits angeboten, Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg aufzunehmen. Unterstützungsangebote hatte es aus der Schweiz, der französischen Region Grand Est und der italienischen Region Lombardei gegeben. Bislang werden baden-württembergische Patienten wegen der regionalen Überlastung von Intensivstationen nur innerhalb Deutschlands verlegt. Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 waren französische Covid-Intensivpatienten nach Baden-Württemberg verlegt worden.

Omikron-Variante in Baden-Württemberg

Das Gesundheitsamt des Alb-Donau-Kreises hat am Dienstag vier Personen gemeldet, die nachweislich mit der Corona-Variante Omikron (B.1.1.529) infiziert sind. Das teilte das baden-württembergische Sozialministerium mit. Drei der Infizierten kehrten am 26. November und 27. November von einer Geschäftsreise aus Südafrika zurück, bei der vierten Person handelt es sich um eine Person aus dem familiären Umfeld eines der Reiserückkehrer. Alle vier Personen sind vollständig geimpft. Eine vom Landesgesundheitsamt durchgeführte Mutationsanalyse hat bestätigt, dass alle mit der neuen, besorgniserregenden Variante infiziert sind. Die Betroffenen weisen laut Sozialministerium moderate Symptome auf und befinden sich in Isolation. Derzeit werde mit Hochdruck nach weiteren Kontaktpersonen gesucht.

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Erstellt:
1. Dezember 2021, 06:43 Uhr
Aktualisiert:
1. Dezember 2021, 13:32 Uhr
Lesedauer:
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