Corona kompakt: 79 Neuinfektionen in Mittelbaden

Baden-Baden (red/dpa) – Corona ist seit Monaten das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Das BT informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen hat sich in Mittelbaden binnen 24 Stunden um 79 erhöht. Ein weiterer Patient ist gestorben. Symbolfoto: Expa;Johann Groder/dpa

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Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen hat sich in Mittelbaden binnen 24 Stunden um 79 erhöht. Ein weiterer Patient ist gestorben. Symbolfoto: Expa;Johann Groder/dpa

Fast 3.400 Neuinfektionen im Südwesten: In Baden-Württemberg ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen von Donnerstag auf Freitag um 3.391 auf insgesamt 162.388 gestiegen. 60 Patienten sind im gleichen Zeitraum gestorben, womit sich die Zahl der Todesfälle auf 2.978 erhöhte. Als genesen sind 113.267 Patienten eingestuft, 2.525 mehr als am Vortag. Der Sieben-Tages-R-Wert liegt bei 0,97. Das bedeutet, dass jeder Infizierte etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen) liegt landesweit bei 140,0, im Landkreis Rastatt bei 99,0 und im Stadtkreis Baden-Baden bei 94,2. Nach Daten des DIVI-Intensivregisters von Krankenhaus-Standorten mit Intensivbetten zur Akutbehandlung sind mit Datenstand 4. Dezember (16 Uhr) 434 Covid-19-Fälle in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 258 (59,5 Prozent) invasiv beatmet. Insgesamt sind derzeit 2.422 Intensivbetten von betreibbaren 2.962 Betten (81,8 Prozent) belegt.

79 Neuinfektionen und ein Todesfall in Mittelbaden: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen hat sich in Mittelbaden von Donnerstag auf Freitag um 79 auf insgesamt 3.612 erhöht. Diese verteilen sich auf den Landkreis Rastatt (2.912, plus 70) sowie den Stadtkreis Baden-Baden (700, plus 9). Die meisten Neuinfektionen gab es in Gaggenau (16), gefolgt von Bühl, Rastatt (je 10), Baden-Baden (9), Gernsbach (7), Sinzheim (5), Ottersweier (4), Bühlertal, Lichtenau (je 3), Hügelsheim, Kuppenheim (je 2) sowie Bietigheim, Bischweier, Durmersheim, Muggensturm, Ötigheim, Rheinmünster und Steinmauern (je 1). Zudem gab es eine Wohnortkorrektur aus dem Landkreis Rastatt in den Stadtkreis Baden-Baden. Insgesamt 3.080 Infizierte gelten als genesen, 43 mehr als am Vortag. Ein weiterer Patient aus dem Stadtkreis Baden-Baden ist verstorben. Er gehörte der Altersgruppe der 80- bis 89-Jährigen an. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 62. Somit gibt es derzeit 470 aktive Fälle (35 mehr als am Vortag) – und zwar in Baden-Baden (82), Gaggenau (57), Rastatt (56), Bühl (50), Rheinmünster (41), Gernsbach (40), Sinzheim (25), Durmersheim (19), Bühlertal (15), Kuppenheim (12), Lichtenau (11), Bischweier, Ottersweier (je 9), Hügelsheim (8), Bietigheim, Muggensturm (je 6), Iffezheim, Steinmauern (je 5), Elchesheim-Illingen, Forbach, Ötigheim (je 3), Au am Rhein, Weisenbach (je 2) sowie Loffenau (1).

Theater online erleben: Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg können nun zumindest virtuell Aufführungen auf der Theaterbühne erleben. Möglich macht das eine neue Online-Plattform, für die 13 Theater aus dem Südwesten Inszenierungen produzieren, wie das Kunstministerium am Freitag mitteilte. Das Land fördere das Angebot mit 125.000 Euro. Beteiligt sind unter anderem das Junge Staatstheater Karlsruhe, das Junge Theater Baden-Baden, die drei Landesbühnen sowie kommunale, private und freie Theater. Das Streaming-Angebot ist dem Arbeitskreis Junges Theater zufolge insbesondere für Schulen gedacht, die wegen der Corona-Pandemie keine Vorstellungen besuchen können. Das Programm wird nur für die Plattform produziert und soll bis Juni mindestens 25 Filme umfassen. Neben lehrplanrelevanten Stücken zählen dazu auch Arbeiten zeitgenössischer Autoren. Das Angebot ist unter www.theater-stream.de erreichbar. Die Tickets kosten fünf Euro pro Schüler.

Warnung vor trügerischer Sicherheit: Niedergelassene Ärzte wenden sich gegen selbstdurchgeführte Corona-Schnelltests und warnen vor Gefahren. Durch Selbsttests erhöhen sich die Rate an falsch-negativen Tests und die Gefahr von Superspreadern, hieß es am Freitag in einer Mitteilung des Virchowbundes, der die Interessen der Haus- und Fachärzte vertritt. Abstriche auf das Coronavirus könnten nur durch geschultes Fachpersonal durchgeführt werden. „Es wäre fatal, wenn Menschen nach einem fehlerhaften Selbstabstrich ein falsch-negatives Ergebnis erhalten und sich dadurch in trügerischer Sicherheit wiegen. Das gefährdet Menschenleben, anstatt sie zu schützen.“

105 neue Fälle in der Ortenau: Im Ortenaukreis ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen am Donnerstag um 105 auf insgesamt 6.009 gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage) liegt bei 122,5.

Strengere Maßnahmen: Angesichts hoher Infektionszahlen schränken der Kreis Tuttlingen und der Schwarzwald-Baar-Kreis das öffentliche Leben drastisch ein. Öffentlich und privat darf sich ab Samstag dort nur noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen, maximal fünf Personen. So steht es in Allgemeinverfügungen der beide Kreise, die am Freitag veröffentlicht wurden. Veranstaltungen sind mit wenigen Ausnahmen untersagt. An Beerdigungen dürfen nur noch 50 Personen teilnehmen. Krankenhäuser und Pflegeheime dürfen nur noch nach Antigentest oder mit FFP2-Maske besucht werden.

Die Maskenpflicht wird außerdem in beiden Kreisen verschärft – so muss man etwa im Umfeld von Schulen und Kitas zu gewissen Zeiten Maske tragen, ebenso auf Friedhöfen und in ausgewählten Straßen im Innenstadtbereich von Tuttlingen, Trossingen, Villingen-Schwenningen und Donaueschingen. Die neuen Regeln sollen bis zum 20. Dezember gelten – es sei denn, die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz unterschreitet sieben Tage in Folge die kritische Marke von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Mehrere Kommunen im Land liegen über dieser Grenze. Im Kreis Tuttlingen und im Schwarzwald-Baar-Kreis lag der Wert am Donnerstag erstmals wieder leicht unter der Grenze – im Kreis Tuttlingen bei 192,5, im Schwarzwald-Baar-Kreis bei 195,3. In den beiden Kreisen leben knapp 350.000 Menschen.

„Es gibt Regeln, die zu streng sind“: Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung hat vor zu harten Auflagen in Senioren- und Pflegeheimen gewarnt. „Es gibt sehr gute Konzepte. Es gibt zum Teil aber auch Regeln, die nach heutigem Wissensstand zu streng sind“, sagte Andreas Westerfellhaus. „Selbst wenn es zu einem begrenzten Ausbruch kommt, darf eine Einrichtung nicht wieder reflexhaft für Besucher geschlossen werden.“

Infektionen bei Kita-Kindern über Schwellenwert: Die Zahl der Neuinfektionen hat bei Kita-Kindern in Deutschland den kritischen Schwellenwert überschritten. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Laut Familienministerin Franziska Giffey werden im bundesweiten Durchschnitt 59 Kleinkinder pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen positiv getestet. Der kritische Wert liegt bei 50. Damit infiziere sich die Gruppe der Null- bis Fünfjährigen nach wie vor am seltensten, sagte Giffey den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Merkel will WHO stärken: UN-Generalsekretär António Guterres hat die Missachtung von Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation für das Ausmaß der Pandemie mitverantwortlich gemacht. Die WHO habe Fakten und wissenschaftliche Orientierung geliefert, sagte Guterres bei einer Sondersitzung der UN-Generalversammlung. „Leider wurden viele dieser Empfehlungen nicht befolgt.“ Kanzlerin Angela Merkel sprach sich für eine Stärkung der WHO aus. Sie müsse noch besser imstande sein, auf grenzüberschreitende Bedrohungen der Gesundheit reagieren zu können. Dafür werde sich Deutschland einsetzen.

Lieferkettenprobleme bei Pfizer: Der Pharmakonzern Pfizer hat das Auslieferungsziel bei seinem Corona-Impfstoff in diesem Jahr unter anderem wegen Verzögerungen beim Ausbau der Lieferkette halbieren müssen. Der Ausbau dauere länger als angenommen, sagte eine Unternehmenssprecherin dem „Wall Street Journal“. Außerdem hätten die Ergebnisse der klinischen Studie später vorgelegen als gedacht. Bis Mitte November hielt Pfizer noch an dem Ziel fest, bis Ende 2020 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Zuletzt sprach das Unternehmen allerdings schon von 50 Millionen Dosen.

Online-Botschaft für Familien: Weil die aktuellen Kontaktbeschränkungen auch für den Nikolaus gelten, haben sich Darsteller in Friedrichshafen eine Alternative überlegt. Mit einer Videobotschaft wollen sie sich die Tage an die Kinder und Haushalte wenden, die sie im Normalfall besucht hätten. „Anders geht es ja nicht, weil der Nikolaus und Knecht Ruprecht ja schon zwei Haushalte sind“, erklärte Bertholt Erich Schwarz von der Nikolausgilde in Friedrichshafen. Auch Besuche im Freien habe das Ordnungsamt den sieben Nikoläusen und Knecht Ruprecht der Gilde untersagt. Normalerweise besuchen Schwarz und seine Mitstreiter ehrenamtlich jedes Jahr rund 160 Haushalte, Kindergärten, Vereine, Schulen und Selbsthilfegruppen. Die Resonanz auf das Angebot mit der Videobotschaft sei sehr gut gewesen.

Berchtesgaden will Abwasser überwachen: Forscher und Behörden wollen im Berchtesgadener Land mit der Analyse von Corona-Viren im Abwasser ein Frühwarnsystem für den Pandemieverlauf installieren. An zehn Messstellen im Landkreis sollen dazu bei dem Pilotprojekt Proben ausgewertet werden, teilte das Landratsamt mit. Erstmals würden damit in Deutschland flächendeckend Abwasserproben analysiert. Durch die Korrelation mit den Einwohnerzahlen und bestätigten Fällen sollen sie Aufschluss über das Infektionsgeschehen geben. Viele infizierte Menschen entwickelten wenig oder kaum Symptome, könnten das Virus aber unbemerkt an Risikogruppen weitergeben, hieß es. Wissenschaftler suchten nach Frühwarnsystemen zum Schutz der Bevölkerung. Ziel ist es, das Infektionsgeschehen früher zu erkennen – und früher darauf reagieren zu können. An einem solchen System forsche die TU München mit dem Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe und Epidemiologen der Bundeswehr nun im Landkreis Berchtesgadener Land. Virusnachweise im Abwasser gab es schon vor vielen Monaten. Auf Basis entsprechender Analysen vermuteten Forscher etwa, dass der Erreger in Italien früher zirkulierte als angenommen.

23.446 Neuinfektionen und 432 Todesfälle: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 23.449 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit liegt der Wert knapp über den 22.806 Fällen der Vorwoche, wie aus den RKI-Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht. Mit 432 neuen Todesfällen binnen eines Tages wurde der dritthöchste Stand seit Beginn der Pandemie gemeldet. Der bisherige Höchstwert von 487 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Freitag auf 18.034. Das RKI zählt in Deutschland seit Beginn der Pandemie 1.130.238 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 4. Dezember, 0 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 820.600 Menschen inzwischen genesen. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 0,94 (Vortag: 0,89). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Italien macht Skigebiete dicht: Mit einem neuen Dekret und weiteren Einschränkungen für die Menschen will die Regierung in Italien eine weitere Corona-Welle verhindern. Alle Skigebiete blieben bis zum 6. Januar geschlossen, teilte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Donnerstagabend mit. Zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar müssen Italiener aber auch Touristen, die aus dem Ausland nach Italien einreisen, demnach in Quarantäne. Zur Länge der Quarantäne machte Conte allerdings keine Angaben. Die landesweit geltende Ausgangssperre bleibt Conte zufolge weiter bei 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Eine Ausnahme sei die Silvesternacht: Dann werde die Sperre von 22 Uhr am 31. Dezember bis 7 Uhr am Neujahrstag verlängert. Ebenfalls erhalten bleibt die Aufteilung der Regionen in die drei Corona-Risikozonen rot, orange und gelb. Außerdem müssen sich italienische Schüler der höheren Jahrgangsstufen weiter in Geduld üben. Laut Dekret sollen sie erst wieder ab dem 7. Januar zum Präsenzunterricht kommen.


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