Corona kompakt: Leichte Erholung auf dem Automarkt

Baden-Baden (red/dpa) – Das Coronavirus ist seit Monaten das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Die BT-Onlineredaktion informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Der Rückgang bei den Neuzulassungen hat sich deutlich verlangsamt. Foto: Patrick Pleul/dpa

© dpa-avis

Der Rückgang bei den Neuzulassungen hat sich deutlich verlangsamt. Foto: Patrick Pleul/dpa

Reisewarnung: Wegen des Anstiegs von Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen in die belgische Provinz Antwerpen. „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Provinz Antwerpen wird aufgrund erneut hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt“, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch auf seiner Internetseite mit.

Kroatien-Urlauber positiv getestet: Nach einer Abifahrt nach Kroatien sind mehrere Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bereits neun Reisende aus dem Raum Donzdorf im Kreis Göppingen hätten sich infiziert, teilte das Göppinger Landratsamt am Mittwochabend mit. Weitere Testergebnisse stünden noch aus. Die Reise sei bundesweit organisiert worden von einem in Hamburg ansässigen Party-Reiseveranstalter. Nach bisherigem Kenntnisstand gebe es auch in anderen Landkreisen und Bundesländern infizierte Teilnehmer. Bei den erkrankten Abiturienten aus dem Kreis Göppingen seien bereits während der Heimreise erste Symptome aufgetreten. Alle 18 Teilnehmer aus dem Kreis Göppingen und 50 Kontaktpersonen stehen nun für zwei Wochen unter Quarantäne.

Lage in Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen am Mittwoch um 57 auf insgesamt 37.579 gestiegen. Schätzungsweise 34.700 Patienten gelten wieder als genesen. Derzeit sind vermutlich 1.028 Menschen infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg um vier auf 1.851 an. Der 7-Tages-R-Wert liegt bei 0,89. Das heißt, dass ein Infizierter im Durchschnitt etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. In den vergangenen sieben Tagen gab es landesweit durchschnittlich 3,3 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Im Landkreis Rastatt liegt dieser Wert bei 0,4, im Stadtkreis Baden-Baden bei 0,0.

Vereine arbeiten zusammen: Zahlreiche Proficlubs haben sich zur Interessensgemeinschaft „Teamsport Baden-Württemberg“ zusammengeschlossen. Dieses Bündnis von Vereinen aus den Sportarten Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey solle helfen, im Austausch mit der Politik die Wiederaufnahme des Spielbetriebs vor Publikum vorzubereiten. Das teilte der Handball-Bundesligist Rhein-Neckar Löwen am Mittwoch mit.

NRW geht gegen Maskenmuffel vor: Nordrhein-Westfalen will bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen demnächst sofort ein Bußgeld von 150 Euro verhängen. Das soll schon in einer Woche gelten, teilte das Düsseldorfer Verkehrsministerium am Mittwoch auf Anfrage mit. Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) sagte der „Rheinischen Post“, man wolle „keine lange Diskussion mehr mit Maskenmuffeln.“ Daher: „Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen.“

Leichte Erholung auf dem Automarkt: Der corona-bedingte Absturz auf dem deutschen Automarkt ist vorerst gestoppt. Im Juli wurden 314.938 Autos zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Das waren zwar 5,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, doch der Rückgang bei den Neuzulassungen hat sich damit deutlich verlangsamt. „Dies ist der bislang geringste Rückgang im laufenden Jahr“, teilte der Verband der Automobilindustrie mit. Noch im Juni waren die Zahlen um rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Im gesamten ersten Halbjahr ging die Zahl der Neuzulassungen hierzulande laut VDA um rund 35 Prozent auf 1,21 Millionen Einheiten zurück, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Corona-Verordnung aktualisiert: In Baden-Württemberg gilt künftig die Maskenpflicht auch auf Wochen- und Jahrmärkten, sofern diese in geschlossenen Räumen stattfinden. Die grün-schwarze Landesregierung informierte am Mittwoch über eine entsprechende Veränderung der Corona-Verordnung. Zudem ist nun die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen nach den Sommerferien in der Verordnung festgehalten. Die soll aber nicht im Unterricht gelten, sondern vor allem auf den Fluren, Pausenhöfen sowie in Treppenhäusern und Toiletten. Bei Besuchen in Restaurants, im Schwimmbad oder in Hotels müssen künftig keine E-Mail-Adressen mehr in den Kontaktlisten hinterlassen werden, weil die Datenverarbeitung häufig nicht den Anforderungen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung genüge. Die Geltungsdauer der Corona-Verordnung wurde bis zum 30. September verlängert. Die meisten Regelungen wären sonst zum 31. August außer Kraft getreten.

DFL-Konzept stößt auf Zustimmung: Das Konzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für eine Rückkehr von Zuschauern in die Stadien stößt bei der Bundesregierung grundsätzlich auf Unterstützung. Ein Sprecher des Innen- und Sportministeriums bezeichnete die DFL-Vereinbarung am Mittwoch in Berlin als einen „begrüßenswerten Schritt“. Auch ein Sprecher des Gesundheitsministeriums begrüßte das Konzept ausdrücklich. Jetzt komme es allerdings auf die konkrete Umsetzung mit den Behörden und Vereinen vor Ort an. Hierbei müsse auch das jeweilige, regionale Infektionsgeschehen berücksichtigt werden. Kernpunkte des Konzepts sind ein Verbot von Alkohol und Stehplätzen sowie der Ausschluss von Gästefans. Dazu kommt die Einführung personalisierter Online-Tickets, um während der Corona-Pandemie die Nachverfolgung von Infektionsketten zu ermöglichen.

„Tierisch gut“ auf der Messe Karlsruhe verschoben: Die Messe „Tierisch gut“, die am 7. und 8. November in der Messe Karlsruhe hätte stattfinden sollen, ist coronabedingt auf nächstes Jahr verschoben worden. Die laut eigenen Angaben größte Messe für Tierfreunde in Süddeutschland soll nun am 13. und 14. November 2021 in Karlsruhe stattfinden.

Keine neuen Infektionen in Mittelbaden: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen hat sich in Mittelbaden von Dienstag auf Mittwoch nicht erhöht. Sie liegt weiterhin bei 744 Fällen, von denen 554 auf den Landkreis Rastatt und 190 auf den Stadtkreis Baden-Baden entfallen. Die Zahl der als genesen eingestuften Patienten hat sich um drei auf 705 erhöht. Zwei Abgänge gab es in Rastatt, einen Abgang in Bühl. Weiterhin sind 36 Todesfälle zu beklagen. Derzeit gibt es drei aktive Fälle, die sich auf Bühlertal, Muggensturm und Rastatt verteilen.

Spahn verteidigt Maskenpflicht: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten Bereichen in der Öffentlichkeit verteidigt. „Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal, aber es ist doch im Vergleich zu allen anderen Dingen, die wir erlebt haben im März, April ein echt milderes Mittel“, sagte der CDU-Politiker. Es sei besser, mit Maske in bestimmten Situationen Dinge möglich zu machen, als sie irgendwann gar nicht mehr möglich machen zu können, sagte er mit Blick auf Restaurantbesuche oder Einkäufe. Zum Freiheitsargument von Masken-Gegnern sagte Spahn: „Freiheit kommt nie unendlich und ohne die Freiheit der anderen. Und hier geht es ja darum, die anderen im Geschäft, in der U-Bahn, in der Gastronomie, deren Freiheit zu schützen, nämlich deren körperliche Unversehrtheit.“ Die Frage, ob jemand krank werde, habe auch etwas mit Freiheit und Nicht-Freiheit zu tun. Es gehe um eine Abwägung. „Und hier war die Entscheidung: Um die Freiheit der anderen zu schützen, gibt es an bestimmten Stellen Masken.“ Das Virus sei noch da, und da, wo man es ihm leicht mache, gehe es auf einmal wieder ganz schnell, sagte Spahn unter Verweis auf andere Länder mit hohen Infektionszahlen.

Eintracht-Vorstand Hellmann gegen Alkoholverbot in Stadien: Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann hat das vorübergehende Alkoholverbot in den Stadien kritisiert und nach eigenen Angaben auch nicht dafür gestimmt. „Wir haben gegen das Alkoholverbot votiert, weil wir keinen Sinn darin sehen, dass die Fans bis zu den Stadiontoren Vollgas geben, in dem Wissen, dass sie für die nächsten Stunden während des Spiels nicht mal ihr Stadionbier bekommen. Das schafft an den Eingängen möglicherweise mehr Probleme, als es löst“, sagte Hellmann. Die 36 Vereine der Deutschen Fußball Liga hatten sich am Dienstag auf ein einheitliches Vorgehen zur möglichen Rückkehr zumindest einiger Zuschauer in die Stadien geeinigt. Die Mitgliederversammlung beschloss vorübergehende Änderungen in der Spielordnung. Bis zum Jahresende würde es – selbst wenn die Corona-Pandemie wieder einige Zuschauer zulässt – keine Auswärtsfans in den Stadien geben, bis Ende Oktober keine Stehplätze und keinen Alkohol.

Continental tief in den roten Zahlen: Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental ist wegen der Krise auch unter dem Strich tief in die Verlustzone gerutscht. Der Nettoverlust betrug zwischen April und Ende Juni 741,1 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. Vor einem Jahr hatte Conti noch 484,8 Millionen Gewinn gemacht.

BMW in der Verlustzone: Der Autobauer BMW ist im zweiten Quartal wegen der Pandemie wie erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Verlust von 212 Millionen Euro, wie das Dax-Unternehmen mitteilte. Vor einem Jahr hatte BMW noch einen Gewinn von 1,48 Milliarden Euro gemacht.

Post steigert Umsatz und Gewinn: Die Deutsche Post hat in der Pandemie im zweiten Quartal bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Besonders der Bereich E-Commerce habe sich zwischen April und Ende Juni stark entwickelt, teilte der Logistikkonzern mit. Der Umsatz stieg demnach konzernweit um rund drei Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn lag bei 525 Millionen Euro nach 458 Millionen im Vorjahr. In beiden Fällen hatten Analysten weniger erwartet.

741 neue Infektionen: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 741 neue Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Krise haben sich somit mindestens 212.022 Menschen in Deutschland nachweislich infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 5. August, 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.168. Bis Mittwochmorgen hatten 194.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4. August, 0 Uhr, in Deutschland bei 1,02 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.