Corona kompakt: Absage an Fans in Stadien

Baden-Baden (red/dpa) – Das Coronavirus ist seit Monaten das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Die BT-Onlineredaktion informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen dürfen auch weiterhin keine Fans in die Fußballstadien. Foto: Kai Pfaffenbach/dpa

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Angesichts wieder steigender Infektionszahlen dürfen auch weiterhin keine Fans in die Fußballstadien. Foto: Kai Pfaffenbach/dpa

Fieberambulanzen gehen wieder in Betrieb: Lehrer, Erzieher und Kita-Beschäftigte in Baden-Württemberg können sich bis zum 30. September zweimal auf das Coronavirus testen lassen. Ein entsprechender Beschluss der Landesregierung soll dafür sorgen, dass nach den Sommerferien Corona-Ausbrüche in Kitas und Schulen verhindert werden. Parallel werden die Fieberambulanzen wieder aufgebaut, die es bereits zu Beginn der Pandemie gab. Damit sollen Hausärzte entlastet werden – auch für den Fall einer zweiten Corona-Welle im Herbst. Das teilte das Sozialministerium am Montag mit.

228 neue Infektionen in Baden-Württemberg: Das Landesgesundheitsamt (LGA) meldet am Montag gegenüber der Mitteilung von Sonntag 228 neue Corona-Infektionen im Südwesten. Damit steigt die Gesamtzahl auf 38.743 an, davon gelten 35.491 Patienten als genesen, das sind 46 mehr als am Sonntag. Die Zahl der Todesfälle blieb bei 1.859. Der R-Wert liegt bei 1,27 (Stand: 12.08.). Das heißt, dass jeder Infizierte im Durchschnitt etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Innerhalb der vergangenen sieben Tage gab es landesweit durchschnittlich 6,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Für den Landkreis Rastatt liegt dieser Wert bei 3,9, für den Stadtkreis Baden-Baden bei 3,6. Das LGA weist darauf hin, dass die Übermittlung der Daten durch die örtlichen Gesundheitsämter nicht immer am gleichen Tag erfolgt und es deshalb zu Schwankungen in der Statistik kommen kann. Die meisten Stadt- und Landkreise haben am Montag über eine Zunahme von Fällen im Zusammenhang mit Reisen berichtet.

Neun Neuinfektionen in der Ortenau: Von Freitag auf Montag, 17. August, gab es im Ortenaukreis neun Neuinfektionen. Damit steigt die Zahl der Infizierten auf 1.275 (Stand: Montag, 14 Uhr). Die neuen Fälle stammen aus Hofweier, Offenburg, Rheinau und Lahr.

Generelle Maskenpflicht nicht ausgeschlossen: Paris setzt weiter auf das Tragen einer Maske. „Nichts ist unmöglich“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Souyris am Montag mit Blick auf eine generelle Maskenpflicht in der gesamten Stadt. „Das Wichtigste ist, dass in dicht besiedelten Gebieten Pariser und Touristen die Maske aufsetzen. Das ist noch nicht der Fall“, sagte Souyris, die in Paris für Gesundheit zuständig ist. Wenn die Menschen das nicht verstehen würden, müsste man die Maskenpflicht überall einführen. Frankreichs Hauptstadt wurde Ende vergangener Woche als corona-aktive Zone eingestuft. Das heißt, dass die Zahl der aktiven Fälle besonders hoch ist. Die Stadt hatte im Zuge dessen die Maskenpflicht unter freiem Himmel ausgeweitet. Masken sind nun etwa auch auf der Prachtmeile Champs-Élysées und in zahlreichen Vierteln Pflicht.

Sechste Top-Ten-Spielerin verzichtet auf US-Open: Die Weltranglisten-Zweite Simona Halep hat als nächste Tennis-Spitzenspielerin ihre Teilnahme an den US Open abgesagt. „Nachdem ich alle Faktoren abgewogen habe und angesichts der außergewöhnlichen Umstände, in denen wir leben, habe ich mich entschieden, dass ich nicht nach New York reisen werde“, teilte die Wimbledonsiegerin von 2019 mit. Sie habe immer gesagt, dass die Gesundheit für die Entscheidung am wichtigsten sei. Damit fehlen bei dem Grand-Slam-Turnier in New York vom 31. August bis zum 13. September bislang sechs Spielerinnen aus den Top Ten der Weltrangliste. Auch die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty (Australien), Jelina Switolina (Ukraine), Titelverteidigerin Bianca Andreescu (Kanada), Kiki Bertens (Niederlande) und Belinca Bencic (Schweiz) haben abgesagt. Bei den Herren tritt Rafael Nadal aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht an. Auch die deutsche Nummer zwei Julia Görges wird in New York fehlen. Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber steht auf der Meldeliste, hatte zuvor aber erklärt, ihre Reise nach New York lange offen zu lassen.

Kanzlerin zum Kurzarbeitergeld: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht einer möglichen deutlichen Verlängerung des Kurzarbeitergelds „grundsätzlich positiv“ gegenüber. Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Einzelheiten müssten nun von den Koalitionsparteien besprochen werden. Das Kurzarbeitergeld habe maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland der weltweiten Krise verhältnismäßig gut standhalte.

Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte gesagt, er wolle die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängern. Die Corona-Krise werde in den nächsten Wochen nicht plötzlich verschwinden: „Unternehmen und Beschäftigte brauchen von der Regierung das klare Signal: Wir gehen mit euch den gesamten Weg durch die Krise, damit niemand auf der Strecke ohne Not entlassen wird.“ Die beispiellose Coronarezession hat in Deutschland zu einem nie gekannten Ausmaß von Kurzarbeit geführt. Grundsätzlich gilt derzeit eine Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld von maximal zwölf Monaten. In bestimmten Fällen kann die Bezugsdauer bereits jetzt auf bis zu 21 Monate verlängert werden.

Gurgeltests an Schulen geplant: Ab Herbst sollen Tests mit Gurgelwasser bei Schülern und Lehrern in Österreich einen Überblick über die Infektionslage an Schulen liefern. Eine repräsentative Gruppe von 15.000 Schülerinnen und Schülern und 1.200 Lehrkräften an 250 Schulen soll alle drei Wochen getestet werden, um auch symptomfreie Fälle zu erfassen, kündigte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Montag in Wien an. Für die Tests wird statt des üblichen Rachenabstrichs ein Gurgelverfahren benutzt. Dabei muss eine Minute lang mit einer speziellen Salzlösung gegurgelt werden, damit Partikel aus dem Rachen hängen bleiben. Die Probe wird anschließend in einem Labor auf Virenerbgut analysiert. Nach Angaben der Forscher können zehn Proben auf einmal getestet werden. Fällt der Befund positiv aus, werden die Proben noch mal einzeln analysiert. In einer Pilotstudie im Frühjahr, bei der 5.100 Schüler und Lehrer in Wien getestet wurden, habe das Gurgeln vergleichbare Ergebnisse wie der Rachenabstrich geliefert, sagte der Mikrobiologe und Studienleiter Michael Wagner von der Universität Wien. Das Gurgeln sei deutlich angenehmer und für Kinder beherrschbar: Selbst unter den Erstklässlern lieferten 80 Prozent demnach perfekte Proben. Ein Testverfahren mit Gurgellösung prüft in Deutschland derzeit die Stadt Köln. Falls sich das Verfahren als so zuverlässig wie der Abstrich erweise, solle das Gurgeln in Köln weitgehend den unangenehmeren Nasen-Rachenabstrich ersetzen, kündigte das dortige Gesundheitsamt an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) äußerte sich zunächst zurückhaltend. „Die Sensitivität wird in der Regel als geringer eingeschätzt als bei einem guten Abstrich“, sagte eine RKI-Sprecherin am Freitag.

Tester positiv getestet: Ein Mitarbeiter des Dienstleisters Eurofins, der für den Freistaat Bayern Corona-Tests für Reiserückkehrer an Autobahnraststätten vornimmt, ist nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks positiv auf das Virus getestet worden. Der Sender beruft sich auf das örtliche Gesundheitsamt. Mehrere Kontaktpersonen, darunter Ehrenamtliche von Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Technischem Hilfswerk, seien deshalb in Quarantäne, hieß es am Montag. Der Kontakt zwischen dem Eurofins-Mitarbeiter und den Ehrenamtlichen habe bei der Übergabe der Teststation Donautal-Ost an der A3 bei Passau stattgefunden.

Spahn will Prioritäten setzen: Kitas, Schulen, Wirtschaft und Handel müssen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angesichts der aktuellen Corona-Entwicklung Vorrang haben vor öffentlichen oder privaten Feiern. Man müsse miteinander abschichten, was jetzt Priorität habe und wo man sich noch Zeit lassen könne mit weiteren Lockerungen oder wo man im Fall der Fälle zuerst ansetzen müsse, sagte Spahn am Montag bei einem Video-Pressegespräch. Es gebe Dinge, auf die könne man mal verzichten, sagte er mit Blick auf Volksfeste. Bei Familienfeiern müsse man noch einmal schauen, ob man das jetzt in dieser Phase nur im engeren oder engsten Familien- und Freundeskreis mache. Es gehe vor allem um diese Bereiche, „wenn wir gesellig werden“, wo sich das Virus besonders schnell verbreite.

115 von 151 Labore bedienen App: Zwei Monate nach Bereitstellung der Corona-Warn-App sind immer noch nicht alle Labore an das System angeschlossen. 115 von 151 niedergelassenen Laboren seien inzwischen aber in der Lage, Corona-Testergebnisse auf diesem Weg digital zu übermitteln, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die Anwendung, die inzwischen 17,1 Millionen Menschen heruntergeladen haben, stelle einen wichtigen Baustein bei der Unterbrechung von Infektionsketten dar, betonte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Absage an Fans in Stadien: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schließt weitere Lockerungen im Fußball derzeit aus. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der ersten virtuellen CDU-Präsidiumssitzung nach der Sommerpause sagte Merkel am Montag, es könne derzeit wegen der ansteigenden Zahlen von Corona-Infektionen keine weiteren Lockerungen geben. Dies gelte auch für Fußballspiele. Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich zuvor darauf verständigt, dass eine Öffnung der Stadien für die Fans bis mindestens zum 31. Oktober angesichts der momentanen Corona-Situation nicht zu befürworten sei.

Drei neue Fälle in Mittelbaden: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Mittelbaden von Freitag bis Montag um drei auf insgesamt 773 gestiegen. Davon entfallen 579 Fälle auf den Landkreis Rastatt (+2) und 194 auf den Stadtkreis Baden-Baden (+1). Die Neuinfektionen betreffen Durmersheim, Gaggenau und Baden-Baden. Die Zahl der als genesen eingestuften Patienten liegt weiterhin bei 712, die der Todesfälle unverändert bei 36. Derzeit gibt es 25 aktive Fälle, sie verteilen sich auf Rastatt (16) , Forbach (3), Gaggenau (2), Baden-Baden (2), Bühl (1) und Durmersheim (1).

561 Neuinfektionen in Deutschland: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 561 neue Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen hervor. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1.400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. An Sonntagen und Montagen liegen die Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 224.014 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 17. August, 0 Uhr). Die US-amerikanische Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 225.007 Infizierte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.232. Seit dem Vortag wurde ein Todesfall mehr gemeldet. Die JHU zählte 9.235 Tote. Bis Montagmorgen hatten etwa 202.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 16. August, 0 Uhr, in Deutschland bei 1,21 (Vortag: 1,29). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 16. August, 0 Uhr, bei 1,13 (Vortag: 1,23). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.


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