Corona kompakt: KSC lässt Fans zum Training zu

Baden-Baden (red/dpa/ema) – Das Coronavirus ist seit Monaten das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Die BT-Onlineredaktion informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Der Karlsruher SC trainiert am Dienstag zum Trainingsauftakt im Wildpark und lässt dank durchgewunkenem Hygiene-Konzept 400 Fans auf die Haupttribüne. Foto: Uli Deck/dpa

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Der Karlsruher SC trainiert am Dienstag zum Trainingsauftakt im Wildpark und lässt dank durchgewunkenem Hygiene-Konzept 400 Fans auf die Haupttribüne. Foto: Uli Deck/dpa

Mehr infizierte Erntehelfer: Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming hat sich die Zahl der infizierten Erntehelfer auf 232 erhöht. „Mit den 52 Neuinfizierten nach der Zweittestung auf dem Betrieb summiert sich die Zahl der Corona-Positiven dort nun auf insgesamt 232 Personen“, teilte am Freitagabend das Landratsamt Dingolfing-Landau mit. Fast genauso viele – 231 Erntehelfer – seien dagegen auch das zweite Mal negativ getestet worden. Tests unter Anwohnern ergaben demnach bislang nur einen Infizierten. „Bei mehreren tausend freiwilligen Testungen an den Teststationen gab es bislang nur einen einzigen positiven Fall, der unverzüglich informiert und in Quarantäne versetzt wurde.“ Das Landratsamt leitete am Freitagabend nach eigenen Angaben „umgehend eine Trennung der nun positiv getesteten Saisonarbeitskräfte von den negativ Getesteten in die Wege“.

Ausbruch in Seniorenheim: In einem Seniorenheim im hessischen Niedernhausen sind 19 Bewohner und sieben Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Verwaltung des Rheingau-Taunus-Kreises am Freitagabend mit. Einige Befunde stünden noch aus. Insgesamt wurden am Donnerstag 180 Menschen - Bewohner, Personal und Kontaktpersonen - getestet. Bisher gehe es allen gut, drei Bewohner litten an einem trockenen Husten. Eine Person werde stationär im Krankenhaus behandelt.

Rekord bei Neuinfektionen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet einen neuen Rekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Innerhalb eines Tages hätten sich weltweit 292.000 Menschen infiziert, teilte die WHO am Freitagabend mit. Die meisten neuen Fällen gab es in Nord-, Mittel- und Südamerika mit insgesamt 172.000. In Brasilien wurden die meisten Fälle von allen Staaten gezählt (69.000). Danach folgen die USA (65.000). Unter allen Ländern weltweit ragt auch Indien mit 55.000 neuen Infektionen heraus. In Europa wurden 25.000 neue Infektionen registriert, viele davon in Spanien mit 2.800.

Fallzahlen für Baden-Württemberg: Am Freitag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium vom Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg insgesamt weitere 84 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 37.317 an. Davon sind ungefähr 34.448 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1.022 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert. Dem Landesgesundheitsamt wurden heute keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle insgesamt 1.847. Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,04 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden. Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 3,6.

KSC lässt 400 Fans zum ersten Training zu: Der Karlsruher SC lässt bei seinem ersten Mannschaftstraining in der Vorbereitung auf die kommende Saison am Dienstag rund 400 Fans zu. Er habe hierfür ein detailliertes Hygiene-Konzept erarbeitet und mit den zuständigen Behörden abgestimmt, teilte der Zweitligist am Freitag mit. Das Konzept sieht vor, dass die Spieler im Stadion statt auf dem Trainingsplatz trainieren. Die Zuschauer sollen mit dem gebotenen Mindestabstand auf der Haupttribüne verteilt werden und auf dem Weg dorthin einen Mund-Nase-Schutz tragen. Tickets für das Training müssen vorab online bestellt werden und kosten jeweils einen Euro, der einem guten Zweck zugute kommt. Zudem müssen die Besucher ein Formular zur Kontaktnachverfolgung ausfüllen. Wer in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einer mit Corona infizierten Person hatte oder selbst typische Symptome einer Infektion mit dem Virus aufweist, erhält keinen Zutritt.

Aussicht auf zweiten Einsatz: Teamchef Otmar Szafnauer hat dem deutschen Rennfahrer Nico Hülkenberg einen weiteren Formel-1-Einsatz bei Racing Point in Aussicht gestellt. Ob der 32-Jährige aus Emmerich auch in der kommenden Woche beim zweiten Rennen in Silverstone fahren wird, hängt von der Quarantäne-Dauer des Mexikaners Sergio Perez ab. Der Stammfahrer war am Donnerstag positiv getestet worden und Hülkenberg sprang kurzfristig ein. Noch ist nicht final geklärt, ob der 30-Jährige sieben oder zehn Tage isoliert werden muss. „Wenn es zehn Tage sind, wird Nico beide Rennen fahren“, sagte Szafnauer am Freitag bei einer Pressekonferenz. Hülkenberg hatte am Freitag überraschend ein Blitz-Comeback gegeben und wird am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) beim Großen Preis von Großbritannien starten.

Fahrradmitnahme in Zügen ausgeweitet: Damit die Menschen im Urlaub aufs Fahrrad steigen, schickt das Land in den Sommerferien mehr Radexpresse auf die Schiene. „Dieser Sommerurlaub in Zeiten von Corona wird besonders werden“, sagte Minister Winfried Hermann (Grüne). Mit den Angeboten solle Lust darauf gemacht werden, das Land mit dem öffentlichen Nahverkehr zu entdecken. Zwischen Ulm und Singen fährt vom 9. August an ein zusätzlicher Radexpress „Südbahn“ samstags und sonntags mit 40 Fahrradplätzen. Gleichzeitig erhält an den Wochenenden die Verbindung „Donautal“ zwischen Ulm und Donaueschingen im Schwarzwald eine höhere Kapazität für Radler. Beim Radexpress „Bodensee II“ zwischen Stuttgart und Konstanz wird das Angebot um 50 Fahrradplätze erweitert. Bereits vom 8. August an können Fahrradfahrer an den Wochenenden zusätzliche Züge zwischen Wertheim und Crailsheim nutzen.

Impfstoffhersteller mit Milliarden-Deal: Die Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline haben nach eigenen Angaben mit der US-Regierung einen Milliardendeal zur Weiterentwicklung eines potenziellen Impfstoffs abgeschlossen. Die US-Regierung werde bis zu 2,1 Milliarden US-Dollar (1,8 Mrd Euro) bereitstellen und davon mehr als die Hälfte für die Entwicklung und klinische Tests des Impfstoff-Kandidaten, wie die französische Sanofi und ihr britischer Wettbewerber Glaxosmithkline am Freitag mitteilten. Der Rest soll für den Ausbau der Produktionsmöglichkeiten genutzt werden, um anfänglich 100 Millionen Impfdosen liefern zu können. Sanofi werde den Großteil des Geldes erhalten. Die US-Regierung hat zudem die Option, längerfristig weitere 500 Millionen Impfdosen zu erwerben.

Hölderlin-Oper erst 2022: Die Pandemie hinterlässt weiterhin tiefe Spuren im einst prall gefüllten Veranstaltungskalender des Hölderlin-Jahres 2020. Eine für den 9. Oktober geplante Uraufführung der Oper „Im Thurm“ in Tübingen wird auf das Frühjahr 2022 verschoben, wie die Veranstalter und die Universitätsstadt am Freitag mitteilten. Die Oper des Münchner Komponisten Markus Höring soll auf biografischen Dokumenten wie Briefen von und an Hölderlin und auf Auszügen aus seiner Tübinger Krankenakte basieren. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Regisseur Thorsten Weckherlin. „Doch die weitreichenden Hygiene- und Abstandsregelungen, die natürlich auch auf der Bühne eingehalten werden müssen, machen eine Produktion mit so vielen Beteiligten schlicht unmöglich.“ Eine rein konzertante Aufführung sei nicht in Frage gekommen. Sie werde dem Werk nicht gerecht, sagte Philipp Amelung.

Bisher keine weiteren Fälle in Ötigheimer Kita: Die Ötigheimer Gemeindeverwaltung gibt weiter Entwarnung für ihren Kindergarten Don Bosco. Nachdem sich die Leiterin der Einrichtung mit dem Coronavirus infiziert hatte, empfahl die Verwaltung den Erzieherinnen, sich einem Test zu unterziehen. Die Ergebnisse fielen negativ aus, teilte die Verwaltung am Freitag mit. Zwei Tests seien aber noch nicht abgeschlossen. Auch die stellvertretende Leiterin, die in direktem Kontakt mit ihrer Chefin stand, ist nicht infiziert. In Absprache mit dem Gesundheitsamt lässt die Verwaltung die Kita weiter offen. Bürgermeister Frank Kiefer kündigte in einem Elternbrief an, dass man das „strikte Hygiene- und Sicherheitskonzept“ fortführen werde und sich Verschärfungen der Sicherheitsmaßnahmen vorbehalte.

Reisewarnung für drei spanische Regionen: Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag zufolge Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren. Bisher hatte das Ministerium nur von Urlaubsreisen in die drei stark betroffenen Regionen abgeraten. Nun nahm aber am Freitag das Robert Koch-Institut (RKI) die drei Regionen in die Liste der Risikogebiete auf, die von den Reisehinweisen- und warnungen des Auswärtiges Amts (AA) unabhängig geführt wird. Die Reisewarnung des AA war daraufhin erwartet worden. Die Begründung des Bundesgesundheitsministeriums für die Entscheidung des RKI lautete, dass die Schwelle von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde. Für Reiserückkehrer aus offiziell eingestuften Risikogebieten soll in der kommenden Woche eine Corona-Testpflicht kommen – über freiwillige Tests hinaus, die für alle Einreisenden aus dem Ausland kostenfrei möglich sein sollen. Spanien ist nach Luxemburg das zweite Land der Europäischen Union, für das wieder vor Reisen gewarnt wird – zumindest teilweise.

Geplante Lockerungen gestoppt: Der britische Premierminister Boris Johnson hat weitere Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise für ganz England gestoppt. Die Infektionszahlen steigen ihm zufolge wieder an. „Wir müssen schnell reagieren“, sagte Johnson am Freitag auf einer Pressekonferenz in London. Zum 1. August sollten eigentlich in England kleine Hochzeitsempfänge wieder möglich sein und zum Beispiel Casinos wieder öffnen dürfen. Dies soll sich nun um mindestens zwei Wochen verzögern. Außerdem kündigte der Regierungschef weitere Schutzmaßnahmen an, darunter das Tragen von Masken in Kinos.

Tests auf Rädern in Mannheim: Schnellere Tests, schnellere Gewissheit: Eine mobile Corona-Teststation ist am Freitag in Mannheim in Betrieb gegangen. Das „CoVLAB“ soll an Corona-Brennpunkten im ganzen Land zum Einsatz kommen. Das Labor ist in einem 40-Tonner-Sattelzug eingebaut. Damit sollen mehrere Hundert Menschen an einem Tag getestet werden können. „Die Ergebnisse werden noch am Tag der Abnahme übermittelt – im Einzelfall können wir den gesamten Prozess von der Probenentnahme und Laboranalyse in weniger als 60 Minuten abwickeln“, sagte Michael Neumaier, der medizinisch-wissenschaftliche Leiter. Pro Tag sind derzeit 384 Tests möglich, geplant sind mehr als 500.Mit dem Projekt der Baden-Württemberg-Stiftung und des Universitätsklinikums Mannheim sollen durch Reihentests Infektionen mit dem Coronavirus frühzeitig erkannt und Infektionsketten vermieden werden.

Erstmals Urlauber auf Mallorca in Quarantäne: Erstmals seit der Wiedereröffnung der Balearen-Insel für den internationalen Tourismus sind Urlauber nach Behördenangaben positiv getestet und in Quarantäne geschickt worden. Über die Herkunft oder die Nationalität der Betroffenen teilte die Gesundheitsbehörde am Freitag nichts weiter mit. Die Zeitung „Diario de Mallorca“ schrieb, es handele sich insgesamt um zehn Urlauber mit nur leichten oder gar keinen Krankheitssymptomen.

Staatshilfe für Bundesliga-Clubs: Wie passt das zusammen? „Es trägt nicht gerade zum Imagegewinn der Fußball-Clubs bei, wenn den Spielern einerseits Gehälter in Millionenhöhe bezahlt werden und andererseits staatliche Hilfen in Anspruch genommen werden“, sagt Sportministerin Susanne Eisenmann. „Wir haben fast 250 Mitarbeiter, davon sind nur 30 Profis. Wir haben also 220 ganz normale Angestellte“, entgegnet Claus Vogt, Präsident des VfB Stuttgart. Den ausführlichen Artikel gibt es hier.

Eine Neuinfektion in Rastatt: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Mittelbaden von Donnerstag auf Freitag um eins auf 744 gestiegen. Der Anstieg betrifft erneut die Stadt Rastatt. Damit gibt es im Landkreis Rastatt nun 544 und im Stadtkreis Baden-Baden weiterhin 190 Fälle. Als genesen gelten unverändert 698 Patienten, auch die Zahl der Verstorbenen wird vom Gesundheitsamt Rastatt weiterhin mit 36 angegeben. Derzeit gibt es zehn aktive Fälle, die sich auf Rastatt (5), Muggensturm (2) sowie Bühl, Bühlertal und Lichtenau (jeweils 1) verteilen. Die nächste Aktualisierung wird am Montag veröffentlicht.

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Erstellt:
31. Juli 2020, 07:28 Uhr
Aktualisiert:
31. Juli 2020, 18:20 Uhr
Lesedauer:
ca. 6min 47sec

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