Corona kompakt: Inzidenz und Infektionszahl sinken weiter

Baden-Baden (BT/dpa) – Corona ist das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Das BT informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

In Kreisen mit einer Inzidenz unter 35 entfällt ab Montag die Testpflicht für einen Besuch im Freibad. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

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In Kreisen mit einer Inzidenz unter 35 entfällt ab Montag die Testpflicht für einen Besuch im Freibad. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Fallzahlen sinken weiter: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.117 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wiedergeben (Vorwoche: 1.978). Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 24,3 an (Vortag: 24,7; Vorwoche: 35,1). Das RKI wies allerdings daraufhin, dass der Feiertag am Donnerstag in vielen Bundesländern die Zahlenbasis verändert haben könnte. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 22 neue Todesfälle verzeichnet (Vorwoche: 36 Tote). Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.701.484 nachgewiesene Infektionen. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.542.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, lag demnach bei 89.244. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Sonntagabend bei 0,81 (Vortag: 0,84).

19,9 im Stadtkreis, 33,3 im Landkreis: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist nahezu unverändert geblieben. Am Sonntag lag sie landesweit bei 29,4 Fällen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Samstag hatte der Wert bei 29,6 gelegen, am Freitag bei 31,5. In 29 von 44 Stadt- und Landkreisen wurde der Wert von 35 unterschritten. In der am Donnerstag verkündeten neuen Corona-Verordnung ist das der Schwellenwert für weitere Lockerungen. Über 100 liegt gar keine Region mehr. Am niedrigsten liegt weiterhin Heidelberg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 10,5, am höchsten der Landkreis Heidenheim mit 57,2. Im Stadtkreis Baden-Baden liegt der Wert bei 19,9, im Landkreis Rastatt bei 33,3.

Rückkehr ins Klassenzimmer: Nach fast einem halben Jahr Homeschooling steht für Hunderttausende Schülerinnen und Schüler im Südwesten an diesem Montag die Rückkehr ins Klassenzimmer an. Grund sind die sinkenden Corona-Inzidenzzahlen und die Impfung fast aller Lehrkräfte. Liegt die Inzidenz in den Stadt- und Landkreisen stabil unter 50 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen, dürfen neben den Grundschulen auch die weiterführenden Schulen ihre Pforten nach den Pfingstferien wieder für alle Kinder und Jugendlichen öffnen. In Regionen mit einer Inzidenz über 50 gibt es an weiterführenden Schulen Wechselunterricht. Ab dem 21. Juni sollen aber auch diese Schulen wieder in den Regelbetrieb gehen, auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in ihrem Kreis noch zwischen 50 und 100 liegt. Außerdem ist wieder Sportunterricht unter Auflagen möglich.

Ohne Test in den Biergarten oder ins Schwimmbad: In Baden-Württemberg treten am Montag weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kraft. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 entfällt die Testpflicht für den Besuch im Freibad, in der Außengastronomie oder bei Kulturveranstaltungen. Zugleich sind Konzerte oder Theateraufführungen im Freien mit bis zu 750 Teilnehmern erlaubt. In der Gastronomie dürfen wieder bis zu 50 Menschen sowohl innen als auch außen zusammenkommen. Voraussetzung ist ein negativer Schnelltest oder der Nachweis, geimpft oder genesen zu sein. Auch für Regionen mit höheren Infektionszahlen gibt es Lockerungen. Die sogenannte Öffnungsstufe drei ist nun schneller als bisher erreichbar, nämlich bei fünf aufeinanderfolgenden Tagen mit einer Inzidenz unter 50. Kneipen und Restaurants dürfen in diesem Fall dann bis 1 Uhr nachts öffnen. Zum Beginn der neuen Woche fällt zudem die Impfpriorisierung im Südwesten komplett weg. Damit gibt es nach den Arztpraxen nun auch in den Impfzentren keine Vorgabe mehr, wer vorrangig geimpft werden sollte. Als dritte Säule der Impfkampagne starten künftig auch die Betriebsärzte landesweit mit den Corona-Impfungen.

Impfung für gefährdete Kinder: In den baden-württembergischen Impfzentren sollen mit dem Wegfall der Impfpriorisierung an diesem Montag auch besonders gefährdete Kinder gegen das Coronavirus geimpft werden. „Wir haben uns als Land entschieden, nicht auf die Empfehlung der Stiko zu warten, sondern schon ab Montag den besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ein Impfangebot zu machen“, teilte der Amtschef des Gesundheitsministerium, Uwe Lahl, am Sonntag in Stuttgart laut einem Sprecher mit. Dies betrifft laut Ministerium Kinder mit Vorerkrankungen und einem anzunehmenden erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung. Auch Kinder und Jugendliche mit besonders schutzbedürftigen Familienmitgliedern oder anderen Kontaktpersonen im nächsten Umfeld, die etwa nicht selbst gegen das Coronavirus geimpft werden können, kommen dafür in Frage. Voraussetzung für eine Impfung sei ein ausführliches Aufklärungsgespräch und eine sorgfältige individuelle Risiko-Nutzen-Analyse durch den impfenden Arzt.

Trauriger Rekord: Afghanistan hat mehr Corona-Tote binnen eines Tages verzeichnet als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Am Sonntag meldeten die Behörden 50 Todesopfer seit dem Vortag im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Die tatsächliche Zahl liegt wahrscheinlich viel höher, da der Großteil der Erkrankten nicht in Krankenhäusern, sondern zuhause stirbt. Auch die täglich gemeldeten Neuinfektionen sind in dem Krisenland zuletzt massiv angestiegen, von weniger als 200 Anfang Mai auf mehr als 1300 an mehreren Tagen in Folge. Als Treiber der dritten Welle wird die hochansteckende Delta-Variante gesehen, die zuerst in Indien entdeckt wurde. Es gibt keine Reisebeschränkungen nach Afghanistan. Täglich landen fast ein Dutzend Flüge aus Indien.

Spahn wehrt sich: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Vorwürfe um angeblich minderwertige Corona-Masken zurückgewiesen. Die Schutzmasken, um die es in der aktuellen Diskussion gehe, seien intensiv geprüft und hätten alle nötigen Eigenschaften, sagte Spahn am Sonntag in Berlin laut einer Mitteilung. SPD und Opposition hatten mit heftiger Kritik auf einen Bericht reagiert, nach dem Spahns Ministerium bestimmte Masken vorübergehend für Obdachlose und Menschen mit Behinderung vorsehen wollte. Diese Masken seien nur wenig geprüft gewesen. Spahn erwiderte: „Dass einige nun bewusst Obdachlose und Menschen mit Behinderung verunsichern, um Stimmung zu machen, sagt mehr über den Zustand der SPD als über die Qualität der Masken aus.“ Die Sicherheit von Schutzmasken habe im Ministerium absolute Priorität. Die Vorwürfe des Koalitionspartners bezeichnete Spahn als „empörend“.

Reisende aufgehalten: Die tschechische Fremdenpolizei hat am Prager Vaclav-Havel-Flughafen 140 Reisende stundenlang aufgehalten, weil sie ihre Corona-Tests nicht anerkannte. Außenminister Jakub Kulhanek kündigte am Sonntag eine Untersuchung an, ob das Vorgehen der Polizisten korrekt war. Nach Medienberichten war bei den Touristen am Samstag der Verdacht entstanden, ihre Testzertifikate könnten gefälscht sein. Deshalb mussten sie sich alle nochmals testen lassen, bevor ihnen die Einreise nach Tschechien erlaubt wurde. Betroffen waren fast ausschließlich tschechische Touristen, die in zwei Flugzeugen von einem Tunesien-Urlaub heimkehrten, meist Familien mit Kindern. Nach Angaben der Reiseveranstalter seien sie noch in Tunesien von einem tschechischen Arzt nach tschechischen Standards getestet worden, bevor sie ihren Rückflug in die Heimat antraten.

Große Impfbereitschaft bei jungen Menschen: Die Bereitschaft jüngerer Menschen in Deutschland zu einer Corona-Impfung ist laut einer Umfrage grundsätzlich hoch. Nach den Ergebnissen der im April durchgeführten Befragung würden sich 58 Prozent der 16- bis 26-Jährigen impfen lassen, wenn sie am nächsten Tag ein Impfangebot bekämen. Die Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der TUI Stiftung lag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. 47 Prozent dieser Impfwilligen würden sich „ohne jeden Zweifel“ impfen lassen, 9 Prozent „mit einem schlechten Gefühl“. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist bereits von Anfang an für Menschen ab 16 zugelassen gewesen. Grünes Licht für die Zulassung ab 12 bekam das Präparat Ende Mai.

Impfstoff-Spende aus den USA: Taiwan wird als eines der ersten Länder Corona-Impfstoff aus einer Spende der USA erhalten. Für das Land seien 750.000 Einheiten vorgesehen, sagte die US-Senatorin Ladda Tammy Duckworth am Sonntag bei ihrer Ankunft in Taiwans Hauptstadt Taipeh, wie die staatliche Nachrichtenagentur Central News Agency berichtete. Wegen des dringenden Bedarfs und der Partnerschaft sei es für die USA entscheidend gewesen, dass Taiwan in die erste Gruppe der Empfängerländer komme. Unbekannt war zunächst, von welchem Hersteller der Impfstoff stammen wird. Die US-Regierung hat zugesagt, anderen Staaten bis Ende Juni 80 Millionen Dosen zu spenden.

Schärfere Kontrollen und weniger Geld: Nach mutmaßlichem Betrug in Corona-Schnellteststellen sollen die Betreiber künftig weniger abrechnen können und strenger kontrolliert werden. Das sehen Eckpunkte des Bundesgesundheitsministeriums vor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegen. Der Verdacht auf Testbetrug in großem Stil war Ende Mai aufgekommen. Die abgerechneten Tests mehrerer von Reportern beobachteter Stellen überstiegen demnach die Besucher an einzelnen Tagen deutlich. Am vergangenen Freitag teilte die Staatsanwaltschaft Bochum mit, dass in dem Zusammenhang zwei Männer wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs festgenommen worden seien. Nun sollen die Betreiber von Teststellen für die Entnahme des Abstrichs nur noch 8 Euro statt bisher 15 bei ärztlichen und 12 Euro bei anderen Anbietern abrechnen können. Weil die Tests günstiger geworden sind, sollen sie nur noch pauschal mit 3 statt mit bis zu 6 Euro abgerechnet werden können.

Weitere Lockerungen in Karlsruhe: Das Gesundheitsamt hat am Sonntag amtlich bekannt gemacht, dass die 7-Tage-Inzidenz sowohl für den Stadtkreis wie den Landkreis Karlsruhe fünf Tage in Folge unter 35 lag. Nach der neuen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg gilt damit ab Montag, 7. Juni die dritte Öffnungsstufe und weitere Lockerungen.

Umsatzeinbrüche in der Kultur: Die Wissenschaftliche Dienste des Bundestages haben die dramatischen Umsatzeinbrüche in der Kultur- und Kreativwirtschaft bestätigt. „Am gravierendsten waren die Teilmärkte Filmwirtschaft, Darstellende Kunst und Kunstmarkt betroffen, die auf das Umsatzniveau von vor 17 Jahren zurückgefallen sind“, heißt es in einem Gutachten, aus dem das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Sonntag zitierte. „Insgesamt sind die Umsätze der Kultur- und Kreativwirtschaft um 22,4 Milliarden Euro zurückgegangen.“ Entsprechende Zahlen für 2020 hatte das Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes im Februar in einer Studie vorgelegt. Für das laufende Jahr berechnete das Zentrum bei anhaltender Corona-Pandemie für die Kultur- und Kreativwirtschaft mehr als 30 Milliarden Euro an Umsatzverlust, in einigen Bereichen sogar bis zu 69 Prozent Minus. Die Szene werde „länger als andere Branchen brauchen, um aus der Krise herauszukommen“, hieß es in der Analyse.

Erleichterungen für Reiserückkehrer: Für Heimkehrer aus Italien gelten seit Sonntag weniger Corona-Einreiseregeln nach Deutschland. Das Mittelmeerland ist laut Robert Koch-Institut wegen sinkender Corona-Infektionszahlen nicht mehr auf der Liste der Risikogebiete. Das bedeutet, dass zum Beispiel Gardasee-Urlauber oder Südtirol-Wanderer, die auf dem Landweg aus Italien wieder nach Deutschland zurückkommen, keine Einreisebeschränkungen mehr beachten müssen. Flugreisende brauchen weiterhin ein negatives Corona-Testergebnis. Neben Italien wurden auch Tschechien sowie Teile Österreichs, der Schweiz, Kroatiens und Frankreichs von der Liste gestrichen.

Turnvereine verlieren Mitglieder: Die Turnvereine in Baden-Württemberg haben im Vergleich zum Vorjahr zahlreiche Mitglieder verloren. Nach Abschluss einer Bestandserhebung stehe ein Minus von rund 32.000 Mitgliedern im Vergleich zum Jahr 2020, teilte der Schwäbische Turnerbund (STB) am Sonntag mit. STB-Präsident Markus Frank macht die Politik und den monatelangen Lockdown für den massiven Rückgang verantwortlich.

Gottesdienste mit Gesang: Von Montag an darf bei Gottesdiensten in Bayern wieder gesungen werden. Voraussetzung sind weiter FFP2-Masken und eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100. Derzeit liegen alle Kreise im Freistaat unter dieser Marke. Bei Freiluftgottesdiensten entfällt die Maskenpflicht am Platz. Auch bei Beerdigungen, Trauungen und Hochzeiten greifen ab Montag Lockerungen. Demnach dürfen sich bei einer Inzidenz von unter 50 draußen bis zu 100, in Innenräumen bis zu 50 Personen treffen. Dazu kommen Geimpfte und Genesene. Liegt die Inzidenz zwischen 50 und 100, halbieren sich die Teilnehmerzahlen. Außerdem ist ein negativer Test für diejenigen nötig, die noch nicht vollständig geimpft oder von einer Corona-Infektion genesen sind.

Weitreichende Lockerungen: Der Ortenaukreis liegt seit dem 27. Mai unter dem Schwellenwert der Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Für diesen Sonntag hat das Robert-Koch-Institut einen Inzidenzwert von 18,3 festgestellt. Damit treten im Ortenaukreis sowohl die Lockerungen der Öffnungsstufe 3 ab Montag, 7. Juni, in Kraft sowie die Erleichterungen der neuen Inzidenzstufe 35, teilt das Landratsamt mit. Ab Montag entfällt etwa die Testpflicht aus den Öffnungsstufen 1, 2 und 3 für den Außenbereich, Feiern in gastgewerblichen Einrichtungen (außen und innen) sind mit bis zu 50 Personen erlaubt, die einen Test-, Impf- oder Genesenennachweis vorlegen, Theater-, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos können in Innenräumen Veranstaltungen mit bis zu 250 Teilnehmenden abhalten (im Freien sind bis zu 750 Teilnehmer erlaubt), Freizeitparks und sonstige Freizeiteinrichtungen können wieder für den Publikumsverkehr öffnen. Auch der Betrieb von Bädern und Sportstätten ist unter Auflagen wieder möglich.

Impfung ab 12: Israel hat am Sonntag mit der Impfung von Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren gegen das Coronavirus begonnen. Das Gesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die Gefahren einer Erkrankung seien höher als mögliche Nebenwirkungen der Impfung. „Die Fälle von Herzmuskelentzündungen bei 16- bis 19-Jährigen waren selten und sind meist ohne Komplikationen verlaufen“, hieß es in der Mitteilung. In Israel wird das Vakzin der Hersteller Biontech und Pfizer verwendet.

Vorfahrt für Kinder und Jugendliche: Nach der quälend langen Zeit im Corona-Lockdown müssen Schülerinnen und Schüler nach Meinung von Baden-Württembergs neuer Kultusministerin Theresa Schopper nun politisch Vorrang haben. „Die Kinder und Jugendlichen haben das mit Bravour gemeistert. Sie waren sehr solidarisch mit ihren Eltern und Großeltern“, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Aber jetzt haben Kinder und Jugendliche Vorfahrt. Wo immer man Solidarität für Kinder und Jugendliche einfordern kann, sollte man das tun. Das gilt auch für den Haushalt.“ Ihre Aufgabe sei nun, „Lobby für Kinder und Jugendliche zu sein“, sagte Schopper. An diesem Montag kehren Hunderttausende Schüler nach Monaten Fernunterricht wieder in ihre Klassen zurück.

Drosten vermutet Ursprung in Pelzindustrie: Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht unter den verschiedenen Hypothesen zur Herkunft von Sars-CoV-2 den Weg über die Pelzindustrie als plausibelste an. „Ich habe dafür keinerlei Belege, außer die klar belegte Herkunft von Sars-1, und das hier ist ein Virus der gleichen Spezies. Viren der gleichen Spezies machen die gleichen Sachen und haben häufig die gleiche Herkunft“, sagte Drosten dem Schweizer Online-Magazin „Republik“. In den Jahren 2002 und 2003 hatte eine von China ausgehende Infektionswelle weltweit zu etwa 800 Todesopfern geführt. Die Erkrankung wurde Schweres Akutes Atemwegssyndrom (Sars) genannt. Der Ende 2019 erstmals nachgewiesene Erreger Sars-CoV-2 ist mit dem damaligen Virus sehr eng verwandt.

Keine Impfkampagne an Schulen: Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper trägt den Bedenken der Experten bei Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche Rechnung und bläst die angedachte Impfkampagne an Schulen zunächst ab. „Es ist in der Verantwortung der Eltern, mit den Jugendlichen zu überlegen, ob diese zum Impfen gehen sollen“, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Ich würde das niemandem vorschreiben wollen.“ Die Grünen-Politikerin geht davon aus, dass viele Eltern registriert haben, dass die Ständige Impfkommission den ab 12 Jahren zugelassenen Biontech-Impfstoff für Kinder und Jugendliche bisher nicht empfehle. „Ich glaube, dass die Eltern vorsichtig sein werden“, sagte sie. Vor drei Wochen hatte die neue Ministerin noch zur Eile gedrängt und vorgeschlagen, sogar an den Schulen zu impfen.

2.440 Neuinfektionen: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2.440 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.04 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3.852 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 24,7 an (Vortag: 26,3; Vorwoche: 35,2). Das RKI wies allerdings in einem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: „Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Mittelstand als Wohlstandsmotor: Zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise muss die Politik nach Ansicht mehrerer Verbände mehr für den Mittelstand tun. „Ohne den Mittelstand wird es keine wirtschaftliche Erholung geben“, warnt die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand in einem Positionspapier zur Bundestagswahl, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Bundesregierung müsse die Betriebe und Beschäftigten als Wohlstandsmotor und Wettbewerbsvorteil begreifen. Nötig sei „eine Politik, die Menschen zur Selbstständigkeit ermutigt, unternehmerisches Handeln fördert, Freiräume für Betriebe und Beschäftigte schafft und dem Mittelstand mit Vertrauen begegnet.“

Spahn ruft zu Geduld auf: Kurz vor Aufhebung der Impfpriorisierung hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bevölkerung um Geduld gebeten. „Nicht alle können gleichzeitig am Montag einen Termin bekommen“, sagte Spahn der „Bild am Sonntag“. „Deswegen bitte ich um Nachsicht mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Arztpraxen und Impfzentren. Sie tun ihr Bestes. Aber noch ist nicht genug für alle da.“ Bei der Wartezeit bis zum Impftermin gehe es „jetzt um Wochen, nicht um Monate“. Seine Prognose, wann Impfwillige ihre erste Dosis erhalten haben werden, korrigierte Spahn allerdings nach unten: „80 Prozent der impfwilligen Erwachsenen werden bis Mitte Juli mindestens einmal geimpft sein.“ In der ARD-Talkshow „Anne Will“ vor einer Woche hatte Spahn noch von „an die 90 Prozent“ bis Mitte Juli gesprochen.

Impfung für gesamte Weltbevölkerung: Der britische Premier Boris Johnson hat vor dem anstehenden G7-Gipfel die führenden Industrienationen aufgerufen, die Impfung der gesamten Weltbevölkerung bis Ende 2022 anzustreben. „Ich fordere meine Kollegen der G7-Staaten auf, diese schreckliche Pandemie mit uns zu beenden und zu versprechen, dass wir die durch das Coronavirus angerichtete Verwüstung nie wieder zulassen werden“, sagte Johnson laut einer Mitteilung am Samstagabend. „Die Welt bis Ende des nächsten Jahres zu impfen, wäre die größte Heldentat der medizinischen Geschichte.“

Ärger um Masken aus China: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) steht nach einem Bericht über den Umgang mit angeblich minderwertigen Corona-Masken in der Kritik. Demnach sollten nach Plänen des Gesundheitsministeriums Masken nach schmalen Prüfungen an Menschen mit Behinderung oder Obdachlose gehen. Der „Spiegel“ berichtete, dass die Regierung im Frühjahr 2020 angesichts des großen Mangels an Schutzmasken nach Beginn der Pandemie Millionen Masken in China bestellt habe, die nicht nach hohen Standards getestet worden seien. Das Gesundheitsministerium habe mit dem für Arbeitsschutz zuständigen Arbeitsministerium über die Verwendung der Masken verhandelt, so der „Spiegel“. Bei diesem Austausch habe das Gesundheitsressort solche Masken auch für Menschen mit Behinderung und für Obdachlose vorsehen wollen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) wies die Darstellung zurück. „Einzelne Äußerungen von heute unterstellen, dass die Gefährdung von Menschen in Kauf genommen wurde – auch von Angehörigen besonders vulnerabler Gruppen“, so das BMG am Samstag auf Twitter. „Das ist ein nicht akzeptabler Vorwurf, der von keinen Fakten gedeckt ist. Das BMG weist ihn entschieden zurück.“ Bei der kostenlosen Verteilung von Masken an Einrichtungen der Obdachlosen- und Eingliederungshilfe habe jederzeit der bestmögliche Schutz im Vordergrund gestanden, betonte die BMG-Pressestelle zudem in einer Mitteilung. „Andere Erwägungen haben seitens des BMG keine Rolle gespielt.“

Lage im Südwesten: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen hat sich in Baden-Württemberg von Freitag auf Samstag (Stand: 16 Uhr) nach Angaben des Landesgesundheitsamts um 423 auf insgesamt 495.579 und die der an oder mit einer Covid-19-Infektion verstorbenen Patienten um drei auf insgesamt 10.017 erhöht. Als genesen gelten 473.753 Infizierte, 1.323 mehr als am Vortag. Der R-Wert lag bei 0,85. Das bedeutet, dass 100 Infizierte im Mittel 85 weitere Menschen anstecken. Die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen) lag landesweit bei 29,6 (Vortag: 31,5), im Landkreis Rastatt bei 40,2 (Vortag: 41,5) und im Stadtkreis Baden-Baden bei 34,4 (Vortag: 54.4). Bis Freitagabend wurde bei 4.827.536 Menschen mit der Impfung begonnen, bei 2.214.417 konnte sie abgeschlossen werden. Nach Daten des Divi-Intensivregisters sind 275 Covid-19-Fälle in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 168 (61 Prozent) invasiv beatmet. Insgesamt sind derzeit 1.981 von 2.354 verfügbaren Intensivbetten (84 Prozent) belegt.

Verhaltener Auftakt in Mecklenburg-Vorpommern: Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern ist nach der pandemiebedingten Pause in die Sommersaison gestartet. Nach den ruhigen vergangenen Wochen wirkte die Promenade in Kühlungsborn am Samstag deutlich voller. Allerdings gab es kein Gedränge, so waren bei sonnigem Wetter mit kühler Ostsee-Luft noch einige Strandkörbe frei. Live-Webcams in Boltenhagen (Nordwestmecklenburg), Binz auf Rügen und Heringsdorf auf Usedom zeigten mäßigen Betrieb. Seit Freitag dürfen Gäste aus ganz Deutschland wieder nach Mecklenburg-Vorpommern reisen. Tagestouristen, die keine Übernachtung im Land gebucht haben, müssen sich noch eine Woche länger gedulden.

Feiernde randalieren: Hunderte Menschen haben in Ravensburg am Freitagabend gegen die Corona-Regeln verstoßen. Dabei sei es auch zu Randalen gekommen. Wie die Polizei am Samstag weiter mitteilte, hatten sich im Bereich der Veitsburg bis zu 400 Menschen getroffen. Sie hörten den Angaben nach lautstark Musik und tanzten. Die Stimmung war laut Polizei aggressiv. Die Einsatzkräfte seien aus den Gruppen heraus massiv beleidigt worden. Den Feiernden wurde letztlich ein Aufenthaltsverbot erteilt. Als die Menschen die Burg oberhalb von Ravensburg verlassen hatten, kam es in der Innenstadt zu mehreren Zwischenfällen. In Tübingen hat die Polizei eine Ansammlung von etwa 300 Menschen aufgelöst. Als die Beamten die Gruppen aufforderten, nach Hause zu gehen, wurden sie den Angaben nach beschimpft. Bei der Räumung in der Nacht zum Samstag seien auch zwei Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden. Beamte nahmen den mutmaßlichen Täter fest. In den Städten Stuttgart und Heidelberg blieb es dagegen ruhig.

Intensivmediziner haben Delta-Variante im Blick: Intensivmediziner rechnen damit, dass sich die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland durchsetzen wird. „Der große Unsicherheitsfaktor ist gerade die neue Mutation B.1.617.2, die noch ansteckender als die derzeit dominierende Variante B.1.1.7 sein soll. Schrittweise wird sich deshalb auch in den nächsten Wochen diese neue Mutation durchsetzen“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, der „Rheinischen Post“. Wenn die Menschen unvorsichtig würden, könnten die Infektionszahlen wieder hochschnellen. „Dann ist eine vierte Welle möglich“, warnte Marx. Die Intensivmedizin sei auf dieses Szenario aber vorbereitet.

Priorisierung endet nicht überall: Trotz der generellen Öffnung der Corona-Impfungen für alle an diesem Montag halten einige Bundesländer in ihren Impfzentren am Vorrang für Risikogruppen fest. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern soll die Priorisierung dort vorerst bestehen bleiben. In Bremen arbeiten die Impfzentren die Vorranglisten zunächst weiter ab. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz sollten Menschen der bisherigen Priorisierungsgruppen nach wie vor vorrangig bei der Vergabe von Terminen bedacht werden.

Spanien hebt PCR-Testpflicht bei Einreise auf: Ab Montag können Reisende auch ohne den bisher obligatorischen PCR-Test nach Spanien einreisen. Ein Antigentest, ein Nachweis einer vollständigen Impfung oder einer Genesung von einer Corona-Erkrankung reiche dann aus, teilte das spanische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Das erleichtert auch Reisen zu der bei Deutschen beliebten Urlauberinsel Mallorca, da jetzt bei Hin- und Rückflug ein negativer Antigentest ausreicht. Dieser ist schneller und deutlich günstiger. „Spanien ist ein sicheres Reiseziel und wir haben alle Voraussetzungen, um unsere führende Stellung im internationalen Tourismus bald wiederzuerlangen“, betonte Gesundheitsministerin Carolina Darias in einer Pressemitteilung.

Italienische Regionen lockern weiter: Wegen der sich bessernden Corona-Lage in Italien stehen für weitere Regionen deutliche Lockerungen bevor. Gesundheitsminister Roberto Speranza wollte am Freitag eine Anordnung unterzeichnen, wonach die Regionen Abruzzen und Umbrien in Mittelitalien sowie Ligurien und Venetien im Norden sogenannte Weiße Zonen würden, wie sein Ministerium in Rom mitteilte. Damit gelten ab Montag in 7 der rund 20 Regionen die lockersten Corona-Regeln.

Dänemark hebt Quarantänepflicht für Deutsche auf: Reisende aus Deutschland müssen in Dänemark von Samstagnachmittag an nicht mehr in Quarantäne. Dies gilt auch für Dänen, die von einer Deutschlandreise zurückkehren. „Deutschland öffnet sich wieder für uns“, sagte Außenminister Jeppe Kofod am Freitag. Ein negativer Corona-Test wird aber weiter verlangt. Die neue Regel tritt am Samstag um 16.00 Uhr in Kraft. Zuletzt mussten deutsche Dänemark-Urlauber entweder geimpft sein oder nach der Einreise in Quarantäne gehen.

Präsenzunterricht ab Juni wieder möglich: Die coronabedingte Durststrecke für Hunderttausende Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg nähert sich angesichts sinkender Infektionszahlen dem Ende. Liegt die Inzidenz in den Stadt- und Landkreisen stabil unter 50 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen, dürfen nach den Grundschulen auch die weiterführenden Schulen ihre Pforten nach den Pfingstferien wieder für alle Kinder und Jugendlichen öffnen. In der neuen, am Freitagnachmittag notverkündeten Verordnung des Kultusministeriums wird zudem festgelegt, dass weiterführende Schulen ab dem 21. Juni auch dann wieder in den Regelbetrieb gehen können, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in ihrem Kreis unter 100 liegt. Außerdem ist von Montag in Kreisen, die stabil unter einer Inzidenz von 35 liegen, wieder Sportunterricht jeglicher Art zulässig.

Fußballverbände begrüßen neue Corona-Verordnung: Die Fußballverbände in Baden-Württemberg haben die neue Corona-Verordnung und die Erleichterungen für den Sport im Land einhellig begrüßt. Der Wegfall der Testpflicht bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 an mindestens fünf Tagen in Folge für Sport im Freien sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagte Frank Thumm, Hauptgeschäftsführer des Württembergischen Fußballverbandes (WFV), am Freitag. „Wir sind dankbar, dass die Landesregierung unser Anliegen ernst genommen hat und in der neuen Corona-Verordnung eine echte Perspektive für den Amateursport aufzeigt.“ Die neuen Regeln gelten vom kommenden Montag an.

Inzidenz in Gaggenau gesunken: Der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert betrug am Freitag 66,7. Am Mittwoch lag dieser Wert noch bei 73,3.

Italien und Tschechien bald keine Risikogebiete mehr: Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag Italien und Tschechien sowie Teile Österreichs, der Schweiz, Kroatiens und Frankreichs von der Liste der Risikogebiete. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten.

Sinkender Inzidenzwert in Rastatt: Nachdem die Stadt Rastatt in der Region in den vergangenen Wochen stets die höchste Corona-Inzidenzzahl aufwies, ist der Wert am vergangenen Mittwoch mit 96,2 und 74,1 am Donnerstag erstmals unter 100 gesunken. Auch für den Freitag meldete die Stadtverwaltung eine Inzidenz von 74,1. Die positive Entwicklung gilt auch für den gesamten Landkreis Rastatt. Die Stadtverwaltung ruft dazu auf, die bekannten Regeln einzuhalten und sich regelmäßig testen zu lassen, um weitere Öffnungsschritte nicht zu gefährden. Der Kommunale Ordnungsdienst und das Polizeirevier Rastatt werden am Wochenende präsent sein und Kontrollen im öffentlichen Raum und in Gaststätten durchführen, heißt es aus dem Rathaus.

Landkreis erreicht nächste Öffnungsstufe: Der Landkreis Rastatt hat nach Außerkrafttreten der „Bundes-Notbremse“ an 14 aufeinanderfolgenden Tagen eine durchschnittlich sinkende Tendenz zu verzeichnen. Somit können ab Samstag, 5. Juni, weitere Lockerungen in Kraft treten. Davon betroffen ist vor allem der Sport-, Gastronomie- und Veranstaltungsbereich. Die Details können Sie hier nachlesen.


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