Corona kompakt: 39 Neuinfektionen in Mittelbaden

Baden-Baden (BT/dpa) – Corona ist eines der beherrschenden Themen in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Das BT informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Corona kompakt: 39 Neuinfektionen in Mittelbaden

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen hat sich in Mittelbaden binnen 24 Stunden um 39 erhöht. Im Kreis Rastatt gab es einen weiteren Todesfall. Symbolfoto: Sina Schuldt/dpa

Berlin-Marathon unter Pandemie-Bedingungen: Nach dem coronabedingten Ausfall im vergangenen Jahr findet an diesem Sonntag wieder der traditionelle Berlin-Marathon statt. Bei der 47. Auflage erwarten die Organisatoren rund 25.000 Läuferinnen und Läufer. Obwohl zuletzt mehr als 40.000 dabei waren, ist es den Veranstaltern zufolge immer noch der weltweit größte Marathon seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Laut ihren Angaben werden mehr als 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegen Corona geimpft oder von einer Infektion genesen sein. Alle anderen mussten sich frühestens 48 Stunden vor dem Start einem PCR-Test unterziehen.

Lage im Südwesten und in Mittelbaden: Die Zahl der Corona-Infektionen hat sich von Freitag auf Samstag (Stand: 16 Uhr) in Baden-Württemberg laut Landesgesundheitsamt um 1.321 auf insgesamt 566.922 erhöht. Die Zahl der an oder mit Covid-19 gestorbenen Patienten stieg um zwei auf insgesamt 10.645. Im Kreis Rastatt wurden 31 und im Stadtkreis Baden-Baden 8 Neuinfektionen registriert, im Landkreis Rastatt gab es einen weiteren Todesfall. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt landesweit bei 80,4, im Kreis Rastatt bei 65,1 und in Baden-Baden bei 52,3. Derzeit werden in den Intensivstationen 189 Covid-Fälle behandelt. In sieben Tagen kamen pro 100.000 Einwohner 2,2 Patienten wegen einer Infektion in ein Krankenhaus (Hospitalisierungs-Inzidenz).

Wieder mehr Flugreisen: In Deutschland sind dieses Jahr wieder deutlich mehr Menschen mit dem Flugzeug in den Sommerurlaub gereist als 2020 - das Vorkrisenniveau ist aber längst noch nicht erreicht. In dem 12-wöchigen Zeitraum dieses Jahres mit zeitversetzten Sommerferien in den Bundesländern nutzten 28,6 Millionen Reisende einen deutschen Flughafen als Start- oder Zielpunkt in die Ferien. Das teilte der Flughafenverband ADV am Samstag mit. Dies entspreche zwar einem Plus von 14,9 Millionen Passagieren gegenüber der Sommerferienzeit 2020. Vom Vorkrisenniveau 2019 ist die Zahl aber mit gerade einmal gut der Hälfte weit entfernt. Die Flughäfen verlieren laut ADV aber weiterhin monatlich rund 250 Millionen Euro an Umsatz. Eine Herausforderung für die Airports ist demnach neben den Hygienemaßnahmen auch, dass Reisen in der Corona-Krise eher kurzfristig gebucht werden. Dies erschwere die Steuerung der operativen Flughafenprozesse.

Schutzmasken im Erste-Hilfe-Kasten: Die Mitnahme von Schutzmasken im Auto soll nach einem Zeitungsbericht zur Pflicht werden. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, sollen Fahrzeugführer auch nach der Corona-Pandemie künftig zwei Mund-Nase-Bedeckungen dabeihaben müssen. Dies habe eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums der Zeitung bestätigt. Demnach sollen die Masken dem vorgeschriebenen Inhalt des Verbandkastens in Pkw, Lkw und Bussen hinzugefügt werden. Es sei beabsichtigt, die Vorgabe mit der nächsten Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung umzusetzen - greifen solle sie voraussichtlich im nächsten Jahr. Wer den Verbandkasten dann nicht um zwei Masken ergänzt, muss dem Bericht zufolge mit einem Bußgeld rechnen. Bisher sind fünf Euro fällig, wenn die Erste-Hilfe-Ausrüstung unvollständig ist.

2-G-Modell in Hamburg: In Clubs, Bars, Restaurants, Kultur- und Sporteinrichtungen, die am sogenannten 2G-Modell teilnehmen, gibt es seit Samstag in Hamburg keine Beschränkungen mehr bei der Zahl der Besucher oder Teilnehmer einer Veranstaltung. Zudem darf dort abstandslos und ohne Maske bis auf den letzten Platz gefeiert, getanzt werden; können Filme und Theater geschaut oder bei sportlichen Wettkämpfen mitgefiebert werden. Allerdings müssen weiter Kontaktdaten erhoben und Hygienekonzepte eingehalten werden. Eine entsprechende Eindämmungsverordnung des Senats war am Freitag erlassen worden. Auf Wochenmärkten entfällt zudem die Maskenpflicht für Verkäufer. Für Kunden gilt sie aber wie in Supermärkten weiter. Außerdem können negative Corona-Test-Bescheinigungen vom Arbeitgeber von Ungeimpften nur noch für berufliche Zwecke verwendet werden, also beispielsweise nicht mehr für einen Besuch im Kino. Bei Sportveranstaltungen müssen die Besucherströme an den Ein- und Ausgängen entzerrt werden. Finden die Veranstaltungen in Innenräumen statt, müssen Luftfilteranlagen vorhanden sein. Für Betriebe oder Veranstaltungen, die nach dem 3G-Modell neben Geimpften und Genesenen weiterhin auch von ungeimpften negativ Getesteten besucht werden dürfen, bleibt bis auf Weiteres alles beim Alten.

Verstöße gegen Maskenpflicht in Zügen: Rund 230.000 Verstöße gegen die Maskenpflicht in Zügen hat die Bundespolizei dieses Jahr laut „Welt am Sonntag“ bisher erfasst. In den allermeisten Fällen hätten es die Beamten bei einer Belehrung belassen können, berichtete die Zeitung. In rund 11.300 Fällen wurden demnach zur Einleitung von Bußgeldverfahren die zuständigen Behörden vor Ort informiert. 745 Mal wurden dem Bericht zufolge sogenannte Beförderungsausschlüsse verhängt - die Verweigerer mussten also den Zug verlassen. Im Januar wurden demnach mehr als 42.300 Ermahnungen ausgesprochen, seitdem ging die Zahl zurück und lag im August noch bei knapp 23.000. Die Einführung der Maskenpflicht in Zügen und anderer Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben laut Betriebsrat der Deutschen Bahn zu vermehrten Übergriffen auf Mitarbeiter des Konzerns geführt. Zugenommen hat Bahn-Konzernbetriebsrat Jens Schwarz zufolge seit dem Beginn der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung die Zahl der Attacken auf Bahnmitarbeiter - neben Beleidigungen und anderen verbalen Angriffen häufig auch körperliche Angriffe.

Sieben-Tage-Inzidenz erneut gesunken: Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche in Deutschland am Samstagmorgen mit 60,6 an. Tendenziell geht die Zahl somit seit rund zwei Wochen zurück. Am Vortag hatte der Wert bei 62,5 gelegen, vor einer Woche bei 72,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7.211 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8.901 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 62 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 63 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.188.604 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,58 an. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.952.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93.365.

Zahl der Ansteckungen sinkt: Die Zahl der Corona-Ansteckungen ist in Deutschland zuletzt zurückgegangen. Im Wochenvergleich sank die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz um 15 Prozent, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts, der am Freitag aktualisiert wurde. Die derzeitige Entwicklung könnte auf einen Rückgang des Sommerreiseverkehrs, eine Abnahme der festgestellten Infektionen beim Schulanfang sowie auf die Impfquote und die Einführung der 2G- und 3G-Regeln in vielen Bereichen zurückzuführen sein, hieß es. Dabei gibt es jedoch regionale Unterschiede. In fast allen Bundesländern nahmen die registrierten Fallzahlen ab. In zwei ostdeutschen Bundesländern gab es dagegen deutliche Steigerungen: In Sachsen-Anhalt um 31 und in Thüringen um 21 Prozent. Die vielerorts sinkenden Ansteckungszahlen können wegen der Zeitverzögerung von mehreren Wochen noch keinen durchschlagenden Effekt auf die Zahl der Todesfälle haben. So starben in der vergangenen Woche bundesweit mehr als 270 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Nachmeldungen sind möglich. Bereits seit Anfang August nehme die Zahl der Todesfälle wieder zu, heißt es im Bericht.

Änderungen bei den Hochrisikogebieten: Frankreich wird ab Sonntag mit Ausnahme einiger Überseegebiete von der Bundesregierung nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiet geführt. Als letzte französische Region in Europa wird dann das bei Touristen beliebte Gebiet Provence-Alpes-Côte d’Azur von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Damit entfallen alle Quarantäneregeln für Einreisende aus dieser Region. Das EU-Land Slowenien wird dagegen neu als Hochrisikogebiet eingestuft. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und von dort einreist, muss ab Sonntag für zehn Tage in Quarantäne. Weitere neue Hochrisikogebiete sind Äthiopien und Burundi in Afrika sowie St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik. Von der Risikoliste gestrichen werden auch Japan und das westafrikanische Senegal.

Hospitalisierungsinzidenz sinkt: Die Zahl der Krankenhauseinweisungen – der wesentliche Parameter für eine Verschärfung der Corona-Einschränkungen – geht in den meisten Bundesländern zurück. So sind die aktuellen Werte von Freitag in elf von 16 Ländern laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) kleiner als die Vergleichszahl der Vorwoche. In vier Bundesländern war diese Hospitalisierungsinzidenz etwas höher als vor sieben Tagen (Hamburg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen), in Mecklenburg-Vorpommern blieb sie stabil. Bundesweit gab das RKI die Zahl der Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitag mit 1,58 an - ein Rückgang um 0,3 im Vergleich zur Vorwoche. Besonders hoch ist diese Inzidenz demnach in Bremen (3,38), Hessen, Rheinland-Pfalz (je 1,88) und Bayern (1,84). Niedrige Werte melden das Saarland (0,81), Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg (beide 0,87). Dabei ist zu beachten, dass diese Werte die tatsächliche Lage etwas unterschätzen, weil einige Patienten noch nachgemeldet werden.

Militärhilfe in Nordirland: Das britische Militär will in Nordirland mehrere Krankenhäuser unterstützen, die wegen Covid-Patienten stark belastet sind. Rund 100 Militärmediziner sollen in bis zu drei Krankenhäusern in nordirischen Städten zum Einsatz kommen. Auch mehrere schottische Krankenhäuser werden Berichten zufolge vom Militär unterstützt. Nordirland gehört mit Wales und Teilen von Schottland derzeit zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Teilen des Vereinigten Königreichs. Die Sieben-Tage-Inzidenz der britischen Provinz liegt aktuell bei 431.

Rund 53 Millionen geimpft: In Deutschland sind nun rund 53 Millionen Bürger vollständig gegen Corona geimpft. Das entspricht nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Freitag 63,7 Prozent aller Einwohner. Zumindest eine erste Impfung bekommen haben inzwischen 56,2 Millionen Menschen oder 67,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Sechs der 16 Bundesländer haben inzwischen die Schwelle von 70 Prozent mindestens einmal geimpften Einwohnern erreicht: Bremen mit 78,4 Prozent, das Saarland mit 73,8 Prozent, Schleswig-Holstein mit 72,4 Prozent, Nordrhein-Westfalen mit 72,1 Prozent, Hamburg mit 71,1 Prozent und Niedersachsen mit 70,3 Prozent. Als einziges Land unter der Schwelle von 60 Prozent liegt weiterhin Sachsen mit nun 57,4 Prozent mindestens einmal geimpften Einwohnern.

WHO empfiehlt Präventionstherapie: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt erstmals Medikamente als Vorbeugung gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung bei infizierten Risikopatienten. Sie verweist auf Studien, wonach die Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab von der US-Firma Regeneron und dem Schweizer Unternehmen Roche deren Überlebenschancen verbessern kann. Die WHO veröffentlichte ihre neue Empfehlung am Freitag im „British Medical Journal“. In Deutschland wird diese Antikörper-Kombination bereits in speziellen Fällen für Corona-Patienten eingesetzt.

Klare Mehrheit gegen Ende der Auflagen: Die meisten Deutschen sind gegen ein rasches Ende aller Corona-Auflagen. Bei einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov wandten sich 61 Prozent der Befragten gegen eine sofortige Aufhebung aller Beschränkungen. 33 Prozent wären hingegen dafür. „In Deutschland waren zuletzt rund 62 Prozent der Menschen vollständig geimpft“, lautete die Frage. „Sollten in Deutschland jetzt alle Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aufgehoben werden?“ 33 Prozent lehnten dies kategorisch ab, 28 Prozent antworteten mit „eher nein“. 19 Prozent sind entschieden für eine Aufhebung, 14 Prozent wählten „eher ja“. Mittlerweile sind laut Bundesgesundheitsministeriums in Deutschland knapp 64 Prozent der Menschen komplett gegen das Coronavirus geimpft.