Corona kompakt: Jeder zweite Fall importiert

Baden-Baden (red/dpa) – Das Coronavirus ist seit Monaten das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Die BT-Onlineredaktion informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Jede zweite Neuinfektion, die in den vergangenen zwei Wochen im Südwesten registriert wurde, fand im Ausland statt. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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Jede zweite Neuinfektion, die in den vergangenen zwei Wochen im Südwesten registriert wurde, fand im Ausland statt. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Reisewarnung für Brüssel: Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen warnt das Auswärtige Amt nun auch vor touristischen Reisen nach Brüssel. Bisher war in Belgien lediglich die Provinz Antwerpen betroffen. Nun kommt die Hauptstadt als Risikogebiet hinzu. Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber in Deutschland eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sich Reisende in häusliche Quarantäne begeben.

Schneller Anstieg in Spanien: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Spanien rapide. Innerhalb eines Tages seien 3.650 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Madrid mit. Es war bereits der dritte Tag in Folge mit mehr als 3.000 neuen Fällen. Diese Marke war davor zuletzt am 1. Mai übertroffen worden. Noch im Juni - kurz vor Ende des Corona-Notstands mit sehr strengem Lockdown - waren zeitweise deutlich weniger als hundert Neuinfektionen registriert worden.

Merkel und Länder beraten am Donnerstag: Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am kommenden Donnerstag über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert soll es diesmal kein persönliches Treffen geben, wie beim letzten Mal im Juni, sondern wieder eine Videokonferenz. Es dürfte um einheitlichere Corona-Regeln gehen. In den Ländern sind die Vorgaben für Veranstaltungen, Feiern und Bußgelder bei Maskenverstößen im Moment ganz unterschiedlich.

1,4 Millionen Kunden warten auf Lufthansa-Ticketerstattungen: Rund 1,4 Millionen Kunden der Lufthansa warten noch auf Ticketerstattungen für Flüge, die in der Corona-Krise storniert worden sind. Das teilverstaatlichte Unternehmen ist nach eigenen Angaben aber bei der Abwicklung in den vergangenen Wochen vorangekommen und hat im laufenden Jahr 2,3 Milliarden Euro an 5,4 Millionen Kunden ausgezahlt. Aus der ersten Jahreshälfte seien noch rund 8 Prozent der Fälle nicht erledigt, teilte das Unternehmen in Frankfurt mit. Sie sollen bis Ende August abgearbeitet sein. Die Masse der offenen Verfahren bezieht sich damit auf jüngere Stornierungen. Nach EU-Recht sind Fluggesellschaften bei von ihnen veranlassten Stornierungen zur Rückzahlung des Ticketpreises innerhalb von sieben Tagen verpflichtet. Nach dem Zusammenbruch des Luftverkehrs im März hatte Lufthansa automatische Erstattungsprozesse abgestellt und auf Einzelfallprüfungen bestanden. Wie andere Gesellschaften auch, versuchte sie zudem, die Kunden mit Gutscheinen zu befriedigen. Das Vorgehen löste scharfe Kritik von Verbraucherschützern und Anzeigen bei den Luftaufsichtsbehörden aus.

336 neue Infektionen im Südwesten: In Baden-Württemberg ist die Zahl der bestätigten Infektionen von Donnerstag auf Freitag um 336 Fälle gestiegen. Damit gibt es laut Landesgesundheitsamt (LGA) nun 39.832 Fälle, von denen 35.821 als genesen eingestuft werden, das sind 87 mehr als am Vortag. Das Landesgesundheitsamt hat die Zahl der Todesfälle von 1.863 auf 1.862 korrigiert. Der R-Wert wird mit 1,4 angegeben. Damit steckt jeder Infizierte im Durchschnitt etwas mehr als einen weiteren Menschen an. In den vergangenen sieben Tagen wurden landesweit 11,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert; am Donnerstag waren es noch 9,7. Für den Landkreis Rastatt liegt dieser Wert bei 7,3, für den Stadtkreis Baden-Baden bei 10,9.

Fußball-Landesligaspiel abgesagt: Das für Montag, 24. August, angesetzte Landesligaspiel zwischen dem SV Sinzheim und RW Elchesheim ist aufgrund eines positiven Tests eines Elchesheimer Spielers auf das Coronavirus abgesagt worden. Das teilte der Südbadische Fußballverband am Freitag mit.

Absage und Verschiebung: Die DJK Au am Rhein hat das diesjährige Oktoberfest abgesagt. Die geplante Kabarettveranstaltung mit Christoph Sonntag „Wörldwaid“ wird vom 25. September auf Samstag, 6. März, verschoben. Die bisher verkauften Karten behalten ihre Gültigkeit.

Sechs neue Fälle in der Ortenau: Im Ortenaukreis ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen von Donnerstag auf Freitag um sechs auf insgesamt 1.306 gestiegen.

TGÖ-Herbstlauf abgesagt: Die TG Ötigheim hat den für den 7. November geplanten TGÖ-Herbstlauf abgesagt. Er soll nun wieder am 6. November 2021 stattfinden.

Rekord an Neuinfektionen: Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Freitag verzeichneten die Behörden 903 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 168 erneut in Schlesien. Der bisherige Rekordwert wurde am 8. August erfasst, er betrug 843 Neuinfektionen.

Sechs Neuinfektionen in Mittelbaden: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Mittelbaden von Donnerstag auf Freitag um sechs auf insgesamt 793 gestiegen. Davon entfallen 595 Fälle (plus 5) auf den Landkreis Rastatt und 198 (plus 1) auf den Stadtkreis Baden-Baden. Die Neuinfektionen betreffen Rastatt (2 Fälle) sowie Bühl, Durmersheim, Gaggenau und Baden-Baden (je 1 Fall). Die Zahl der als genesen eingestuften Patienten erhöhte sich um vier auf 729. Die Abgänge werden in Forbach (3) sowie Rastatt (1) verzeichnet. Derzeit gibt es 28 aktive Fälle. Diese verteilen sich auf Rastatt (6), Baden-Baden (6), Gaggenau (5), Bühl (4) sowie Gernsbach, Hügelsheim, Sinzheim und Weisenbach (je 1). Weiterhin gibt es 36 Todesfälle zu beklagen.

Engpässe bei Tests in Deutschland: Die immens gestiegene Zahl von Tests führt zu Kapazitätsproblemen. Vom 10. bis 16. August hätten die teilnehmenden Labore einen Rückstau von 17.142 abzuarbeitenden Proben angegeben, heißt es im aktuellen „Epidemiologischen Bulletin“ des Robert-Koch-Instituts (RKI). 41 Labore hätten Lieferschwierigkeiten für Reagenzien genannt. Die Probleme könnten zu Verzögerungen bei der Abklärung möglicher Infektionen führen – und damit auch bei der Einleitung von Schutzmaßnahmen durch die Gesundheitsämter. Die Zahl veranlasster Tests war zuletzt immens gestiegen, unter anderem wegen der Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Waren es nach RKI-Daten in der Kalenderwoche 31 vom 27. Juli bis 2. August noch rund 578.000, lag die Zahl zwei Wochen später schon bei mehr als 875.000. In der Woche vom 20. bis 26. April hatte die Zahl der Tests noch bei rund 364.000 gelegen. Verbrauchsmaterialien und Reagenzien würden in den Laboren unter anderem wegen begrenzter Haltbarkeit nur für kurze Zeiträume bevorratet, hieß es vom RKI. Zudem bestehe bei einigen Produkten eine starke Abhängigkeit von einzelnen Herstellern. Bei weiter steigender Testzahl und aufgrund von Lieferengpässen bei weltweit steigender Nachfrage könnten sich die freien Kapazitäten der Labore in den nächsten Wochen reduzieren.

Tönnies scheitert mit Unterlassungsklage gegen SPD-Politiker: Schleswig-Holsteins SPD-Fraktionschef Ralf Stegner darf sich weiter frei über die Zustände in den Betrieben von Clemens Tönnies äußern. Das Landgericht Hamburg hat einen Antrag der Tönnies Holding auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Politiker am Dienstag zurückgewiesen, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen am Freitag in Hamburg. Darin sollte Stegner verpflichtet werden, kritische Äußerungen über die Zustände in den Schlachthöfen zu unterlassen. Unter anderem hatte Stegner in einer Talkshow gesagt: „Die Gesetze werden missachtet dort. Das ist ja gar keine Frage.“ In dem Urteil des Landgerichts Hamburg heißt es, Tönnies werde durch die Äußerung von Stegner nicht in seinen Rechten verletzt, weil es sich dabei um eine Meinungsäußerung handele. „Hierbei kommt zum Tragen, dass der Arbeitsschutz unstreitig im Mai Verstöße gegen die damals geltende Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen festgestellt hat“, heißt es in dem Urteil.

Hamburger Hafen verliert zwölf Prozent seines Umschlags: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat der Hamburger Hafen zwölf Prozent seines Güterumschlags gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres eingebüßt. Wegen der Pandemie wurden nur 61,2 Millionen Tonnen geladen oder gelöscht, teilte die Marketing-Gesellschaft des Hafens am Freitag mit. Der wichtige Containerumschlag ging um 12,4 Prozent zurück. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 4,1 Millionen Standardcontainer über die Kaikanten gehoben. Der pandemiebedingte Umschlagrückgang habe alle Häfen in Nordeuropa stark getroffen, sagte Axel Mattern, einer der Vorstände von Hafen Hamburg Marketing. Die globalen Lieferketten wurden im zweiten Quartal teilweise eingestellt oder liefen nur sehr verzögert; die Konjunktur war weltweit schwach. Der Import über den Hamburger Hafen ging noch deutlich stärker zurück als der Export, vor allem von Erz und Kohle.

Kein Marathon in Dresden: Der Dresden-Marathon ist wegen der Pandemie abgesagt worden. Diese Entscheidung gaben die Veranstalter am Freitag bekannt. Die 22. Auflage des Stadt-Marathons hätte am 18. Oktober stattfinden sollen. „Aufgrund der Festlegung von Bund und Ländern, dass Großveranstaltungen noch bis mindestens Ende Oktober untersagt bleiben, haben wir uns schweren Herzens zu diesem Schritt entschieden“, erklärte Organisationschef Peter Eckstein. Im vergangenen Jahr waren knapp 8.000 Läuferinnen und Läufer in Dresden an den Start gegangen. Die nächste Auflage planen die Organisatoren nun für den 17. Oktober 2021.

Reisewarnung für Luxemburg und Teile Rumäniens aufgehoben: Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Luxemburg wegen der Corona-Pandemie aufgehoben. Das geht aus den Hinweisen der Bundesregierung für den Staat hervor, die am Donnerstag aktualisiert wurden. Auch für Teile Rumäniens wurden die Reisewarnungen gelockert. Die Region Timis, der südwestliche Kreis Mehedinti und die südliche Region Ialomita wurden von der Warnliste gestrichen.

1.427 neue Fälle in Deutschland: Die Zahl der in Deutschland erfassten Corona-Infektionen ist von Donnerstag auf Freitag um 1.427 auf mindestens 230.048 gestiegen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Homepage mitteilte. Die Zahl der Todesfälle stieg um sieben auf mindestens 9.263, die der Genesenen lag zunächst nicht vor.

Krankenstand leicht gesunken: Trotz der Corona-Pandemie ist der Krankenstand in Baden-Württemberg im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozent gesunken. Das ist das Ergebnis des DAK-Gesundheitsreports, für den Daten von 300.000 der bundesweit insgesamt 5,6 Millionen DAK-Mitglieder ausgewertet wurden. Beim Südwestableger der Barmer Ersatzkasse wurde fürs Land ebenfalls ein leichter Rückgang festgestellt. Allerdings hat bei beiden der Statistik zufolge die Zahl der Atemwegserkrankungen zugenommen. Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent angestiegen.

Mehr neue Fälle: In Frankreich haben sich binnen eines Tages über 4.700 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt - die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Mai. Wie die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten, wurden 4.771 Neuinfektionen seit Mittwoch registriert - das sind rund 1.000 Fälle mehr als am Vortag. Damit wurde seit Mai zum ersten Mal die Schwelle von 4.000 neuen Corona-Fällen an einem Tag überschritten. Die Zahl der Menschen, die ins Krankenhaus mussten, sank hingegen etwas. Am Donnerstag meldeten die Behörden 149 Einweisungen von Covid-19-Patienten ins Krankenhaus, nachdem am Mittwoch 162 Fälle gemeldet worden waren. Insgesamt wurden in Frankreich 18.638 Menschen in den vergangenen sieben Tagen positiv getestet. Seit Ausbruch der Pandemie sind im Land 30.480 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben.

Marokko riegelt Städte ab: Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen will Marokko einige Großstädte erneut weitgehend abriegeln. Von Freitag an würden Bezirke der Städte Casablanca, Marrakesch und Beni Mellal gesperrt, teilte die Regierung am Donnerstag mit. Nur noch im Notfall dürfen Menschen ihren Wohnort verlassen. Zudem sollen Strände und Parks geschlossen bleiben. Die Übertragung von Fußballspielen in Cafés werde eingestellt. Auch nächtliche Ausgangssperren sind möglich. In Marokko wurden bisher 46.313 Corona-Infektionen registriert, darunter 743 Todesfälle. Am Donnerstag verzeichnete das Land 1.325 neue Infektionen.

Aus dem Ausland importiert: Die Zahl der aus dem Ausland nach Baden-Württemberg importierten Corona-Fälle steigt signifikant: Laut Landesgesundheitsamt wurden seit der Aufhebung der Reisewarnung für die EU-Länder und weitere europäische Staaten am 15. Juni insgesamt 1.402 Sars-CoV-2-Fälle übermittelt, deren Ansteckung mutmaßlich im Ausland stattgefunden hat. In den vergangenen zwei Wochen wurde demnach jeder zweite Corona-Fall – 837 Fälle – im Südwesten wohl aus dem Ausland importiert. An der Spitze der wahrscheinlichen Infektionsländer standen der Behörde zufolge in diesen zwei Wochen Kroatien (242) und das Kosovo (200), gefolgt von Bosnien und Herzegowina, der Türkei und Bulgarien.


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