Corona kompakt: Übung für Massenimpfung in Ulm

Baden-Baden (red/dpa) – Corona ist seit Monaten das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Das BT informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Rettungssanitäter üben am Messezentrum Ulm den Umgang mit Beatmungspatienten für den Intensivtransportbus. Das Deutsche Rote Kreuz probte den Ablauf zur Impfung eines Corona-Impfstoffs. Foto: Stefan Puchner/dpa

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Rettungssanitäter üben am Messezentrum Ulm den Umgang mit Beatmungspatienten für den Intensivtransportbus. Das Deutsche Rote Kreuz probte den Ablauf zur Impfung eines Corona-Impfstoffs. Foto: Stefan Puchner/dpa

Lage im Südwesten: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Baden-Württemberg von Freitag auf Samstag um 2.112 auf insgesamt 132.004 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um fünf auf 2.440. Als genesen gelten 84.722 Infizierte, 2.104 mehr als am Vortag. Der Sieben-Tages-R-Wert liegt bei 1,06. Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel etwas mehr als zehn weitere Menschen anstecken. Die Sieben-Tages-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen) liegt landesweit bei 135,1, im Landkreis Rastatt bei 108,5 und im Stadtkreis Baden-Baden bei 106,9.

Demos in Leipzig: Nach der Absage einer Kundgebung von Kritikern der Corona-Maßnahmen hat sich die Lage in Leipzig am Samstag unübersichtlich dargestellt. In der Innenstadt kam es immer wieder zum Aufeinandertreffen gegensätzlicher Lager, wie die Polizei am Nachmittag auf Twitter mitteilte. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa ließ die Polizei am Abend die Demonstranten in kleinen Gruppen abziehen.

Demonstrationen im Land: In Göppingen und Pforzheim haben Menschen am Samstag gegen die Corona-Politik demonstriert. Bislang verlaufe alles ruhig, sagte ein Polizeisprecher am frühen Samstagnachmittag in Göppingen. Die Teilnehmer hielten sich demnach zunächst weitestgehend an die Hygieneregeln. Auch eine Versammlung in Pforzheim verlief laut Polizei friedlich. Zu den Teilnehmerzahlen äußerte die Polizei sich zunächst nicht. Für die Kundgebung in Göppingen waren laut Innenministerium 2.000 Teilnehmer angemeldet, für die in Pforzheim 500 Teilnehmer.

Übung für Massenimpfung: In der Messe Ulm hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Samstag den Betrieb des dort geplanten Impfzentrums gegen das Coronavirus geprobt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), sowie Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) ließen sich bei einem Besuch den geplanten Aufbau der Einrichtung und möglichen Ablauf der Impfung zeigen. Das Sozialministerium hatte den DRK-Kreisverband Ulm und den DRK- Rettungsdienst Heidenheim-Ulm mit dem Probebetrieb beauftragt. Dieser solle zeigen, wo eventuell nachzubessern ist, sagte Kreisverbandsarzt Bernd Kühlmuß vom DRK. In dem Ulmer Zentrum sollen einmal pro Stunde bis zu 120 Menschen geimpft werden können. Die Stadt gilt als Testballon für viele weitere Impfzentren, die in den kommenden Monaten folgen werden. Einen ausführlichen Bericht gibt es hier.

Sitz der Maske entscheidend: Vor der nächsten Runde der Regierungschefs, bei der es auch um neue Corona-Regeln in Schulen gehen könnte, raten Experten bei Mund-Nasen-Bedeckungen auf das korrekte Tragen zu achten. „Dies ist bei möglichst wirkungsvollen Masken der Schlüssel zum Erfolg des Bausteins Maske im Gesamtkonzept“, sagte Achim Dittler, Leiter der Arbeitsgruppe Gas-Partikel-Systeme am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Masken müssten so sitzen, damit man durch das Filtermedium atmet und keine Luft an der Maske vorbei entweicht. „Brillenträger merken das am ehesten, wenn die Brille beschlägt“, gab Dittler ein Beispiel. Auch ein Bart könne dazu führen, dass Aerosole mit Viruspartikeln um die Maske herum strömen und damit ungefiltert in die Umgebungsluft gelangen.

Impfzentren im Land: Erste Standorte für die von der grün-schwarzen Landesregierung geplanten großen Corona-Impfzentren in Baden-Württemberg sind bekannt. Es stehe fest, dass solche Zentren in den Messen in Ulm, Freiburg und Offenburg errichtet werden, sagte Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“. Die Verhandlungen mit den Kommunen über weitere Standorte stünden vor dem Abschluss. Das Land will bis zum 15. Dezember in jedem der vier Regierungsbezirke zwei zentrale Impfzentren errichten. Lucha zufolge sollen diese das Personal von den Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm beziehen. In einem zweiten Schritt sollen dann ein bis zwei Kreisimpfzentren pro Stadt- und Landkreis aufgebaut werden.

Neuer Höchststand in den USA: In den USA hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen Höchststand erreicht. Die Behörden meldeten am Freitag innerhalb von 24 Stunden 195.542 neue Fälle, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Samstagmorgen (MEZ) hervorging. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 254.400 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 – mehr als in jedem anderen Land der Welt. Am Freitag registrierten die Behörden 1.878 Tote in Zusammenhang mit dem Virus. Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 11,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Knapp 23.000 Neuinfektionen: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) 22.964 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Im Vergleich zum Wert vor einer Woche wurden gut 500 Fälle mehr gemeldet. Nachdem die Zahl der täglichen Neuinfektionen im Oktober und Anfang November stark gestiegen war, war der Wert zuletzt vergleichsweise stabil. Einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen gibt es aber bislang nicht, obwohl seit Anfang November ein Teil-Lockdown in Deutschland gilt. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 902.528 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 21. November, 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Samstag um 254 auf insgesamt 13.884. Das RKI schätzt, dass rund 593.100 Menschen inzwischen genesen sind. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,05 (Vortag: 0,99). Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, ungefähr eine weitere Person ansteckt.

Antrag eingereicht: Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer haben bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragt. Das bestätigte Pfizer am Freitag bei Twitter. Anträge auf eine Zulassung für Europa und weitere Regionen seien in Vorbereitung, hatten die Firmen vorher mitgeteilt. „Wir können innerhalb von Stunden liefern, wenn wir eine Genehmigung erhalten sollten“, sagte eine Sprecherin von Biontech in Mainz.

Feuerwerksverbot: In der Stuttgarter Innenstadt darf in diesem Jahr an Silvester nicht geböllert werden. Innerhalb des City-Rings und auf weiteren belebten Plätzen gilt ein Feuerwerksverbot, wie die Landeshauptstadt am Freitag mitteilte. Der Konsum von Alkohol ist in diesen Bereichen ebenfalls untersagt. Das Verbot sei aus Gründen der Sicherheit und des Infektionsschutzes erlassen worden. Man wolle das neue Jahr nicht mit einer Infektionswelle starten, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne). „Wilde Feierei und Böllerei müssen dieses Jahr wirklich nicht sein.“ Das Verbot gilt vom Silvesterabend bis 2 Uhr an Neujahr. In dieser Zeit sei es verboten, Raketen oder Böller auf den betroffenen Straßen und Plätzen mitzuführen oder abzubrennen.

Lockdown-Verlängerung im Gespräch: In den Beratungen zu den anstehenden Entscheidungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zeichnet sich eine Verlängerung des Teil-Lockdowns ab. Wie das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ unter Berufung auf Länderkreise berichtet, könnten die seit Anfang November geltenden Maßnahmen bis zum 20. Dezember verlängert werden. Auch nach Informationen der „Berliner Morgenpost“ und des „Tagesspiegel“ gibt es Überlegungen, den seit Anfang November und zunächst bis Ende des Monats begrenzten Teil-Lockdown bis mindestens kurz vor Weihnachten zu verlängern.

72 Neuinfektionen in Mittelbaden: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen hat sich in Mittelbaden von Donnerstag auf Freitag um 72 auf insgesamt 2.916 erhöht. Sie verteilen sich auf den Landkreis Rastatt (2.339, plus 58) sowie den Stadtkreis Baden-Baden (577, plus 14). Die meisten Neuinfektionen gibt es in der Stadt Rastatt (21), gefolgt von Baden-Baden (14), Bühl (8), Sinzheim (6), Rheinmünster (4), Gaggenau, Kuppenheim, Ottersweier (je 3), Bietigheim, Bischweier, Gernsbach (je 2) sowie Bühlertal, Iffezheim, Lichtenau und Muggensturm (je 1). Als genesen werden 2.403 Infizierte eingestuft, 69 mehr als am Vortag. Weiterhin sind 49 Todesfälle zu beklagen. Somit gibt es 464 aktive Fälle – und zwar in Rastatt (117), Baden-Baden (88), Bühl (54), Gaggenau (27), Rheinmünster (21), Kuppenheim (18), Bischweier, Sinzheim (je 16), Durmersheim (15), Ottersweier (12), Gernsbach, Muggensturm (je 11), Lichtenau (10), Ötigheim (9), Hügelsheim, Iffezheim (je 8), Bietigheim, Bühlertal (je 5), Au am Rhein, Steinmauern, Weisenbach (je 3), Forbach (2) sowie Elchesheim-Illingen und Loffenau (je 1).

Hotline am Wochenende kürzer erreichbar: Die Corona-Hotline des Gesundheitsamtes ist ab Samstag, 21. November, an den Wochenenden telefonisch nur noch von 8 bis 16.30 Uhr erreichbar. Die Mitarbeiter wechseln wieder in den Einschichtbetrieb über, um der hohen Arbeitsbelastung auf unbestimmte Zeit standhalten zu können, heißt es aus dem Landratsamt. Montags bis freitags soll die Hotline wie gehabt von 7 bis 19 Uhr im Zweischichtbetrieb besetzt sein.

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Erstellt:
21. November 2020, 07:23 Uhr
Aktualisiert:
21. November 2020, 20:10 Uhr
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