Corona kompakt: New York verschärft Regeln

Baden-Baden (red/dpa) – Das Coronavirus ist seit Monaten das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Die BT-Onlineredaktion informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Schärfere Regeln für Restaurants sollen vor einer weiteren Infektionswelle in New York schützen. Foto: Foto: John Locher/AP/dpa

© dpa

Schärfere Regeln für Restaurants sollen vor einer weiteren Infektionswelle in New York schützen. Foto: Foto: John Locher/AP/dpa

Vorerst keine Handball-Klub-WM: Die Klub-Weltmeisterschaft der Handballer wurde wegen der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben. Das gab der Weltverband IHF am Freitag bekannt. Ursprünglich hätte das Turnier vom 6. bis 10. Oktober in Saudi-Arabien ausgetragen werden sollen. Da die kontinentalen Klubwettbewerbe wegen der Coronakrise teilweise noch nicht beendet sind, stehen ohnehin noch nicht alle Teilnehmer fest. Der europäische Champions-League-Sieger, der ein automatisches Startrecht erhält, wird beispielsweise erst am 28./29. Dezember ausgespielt. Aus deutscher Sicht kann sich Vorjahresfinalist THW Kiel dort noch das Startrecht sichern.

78 neue Corona-Infektionen im Südwesten: Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 36.352 gestiegen. Das waren 78 mehr als am Donnerstag, wie das Sozialministerium am Freitag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). 33.865 Menschen gelten als genesen. Dem Landesgesundheitsamt wurde heute aus dem Landkreis Ludwigsburg die Korrektur eines Todesfalls im Zusammenhang mit dem Coronavirus übermittelt. Demnach sinkt die Zahl der Todesfälle auf 1.838 .Derzeit seien geschätzt 649 Menschen im Land mit dem Virus infiziert, hieß es.

G20-Finanzminister sprechen über Hilfen und Digitalsteuer: Die Finanzminister der großen Industrie- und Wirtschaftsnationen sprechen am Wochenende über zusätzliche Hilfen für arme Länder in der Krise und die Besteuerung großer, internationaler Digitalfirmen. Die Bundesregierung erhofft sich unter anderem einen Fahrplan für die geplante weltweite Steuerreform, die wegen der Pandemie ins Stocken geraten ist.

Stiller Autokorso zum Frankfurter Christopher Street Day: Stille Demonstration statt lauter Party: Mit einem Autokorso wird an diesem Samstag in Frankfurt der Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Zu der Kundgebung werden nach jüngsten Angaben der Organisatoren mehr als 50 Wagen erwartet. „Der Autokorso soll – ohne laute Musik – ab 12.00 Uhr durch die Innenstadt fahren. Im Internet werden am Wochenende zudem Videos mit Künstlern, Szenewirten, Vereinen und Freunden des Frankfurter CSD gezeigt. Wegen der Corona-Pandemie wurde in diesem Jahr auf eine große Party in der Innenstadt mit zehntausend Teilnehmern verzichtet.

Fed erweitert Kreditprogramm auf gemeinnützige Organisationen: Die US-Notenbank Federal Reserve unterstützt in der Corona-Krise künftig auch gemeinnützige Organisationen. Wie die Fed am Freitag mitteilte, können derartige Unternehmen ohne Gewinnerzielungsabsicht künftig auch über das „Main Street Lending Program“ der Fed Kredite zur Überbrückung der Krise abrufen. Zudem wurde das Programm auf noch kleinere Unternehmen mit mindestens 10 anstatt 50 Angestellten erweitert.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tönnies-Geschäftsführung: Nach zahlreichen Anzeigen wegen des massiven Ausbruchs in Deutschlands größtem Fleischwerk ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen die Geschäftsführung von Tönnies. Grund dafür sei aber kein neuer Ermittlungsstand, sondern das übliche Fortschreiben eines solchen Verfahrens, sagte ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft am Freitag. Die Behörde hatte in den vergangenen Wochen zunächst gegen Unbekannt wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ermittelt. Bei der Staatsanwaltschaft in Bielefeld sind seit dem Ausbruch im Tönnies-Hauptwerk in Rheda-Wiedenbrück Mitte Juni nach Angaben der Behörde rund 50 Strafanzeigen eingegangen. Darunter ist auch eine Anzeige der Bielefelder Bundestagsabgeordneten Britta Haßelmann (Grüne). Der Ermittlungskommission der Polizei, die den Einsatznamen EK „Carne“ (Fleisch) trägt, gehörten derzeit fünf Beamte an, sagte ein Sprecher der Bielefelder Polizei.

Queen schlägt Spendensammler Moore zum Ritter: Queen Elizabeth II. (94) hat es sich nicht nehmen lassen, persönlich den 100 Jahre alten Weltkriegsveteranen und Rekord-Spendensammler Tom Moore zum Ritter zu schlagen. Wegen der Pandemie fand die Zeremonie am Freitag bei schönstem Sommerwetter im Freien auf Schloss Windsor in der Nähe von London statt. Die Queen hatte in den vergangenen Monaten fast alle offiziellen Termine abgesagt. Dass sie Moore trotz Krise empfing, gilt als besondere Ehrung. Moore hatte mit einem Spendenlauf am Rollator in der Krise knapp 33 Millionen Pfund (etwa 36 Millionen Euro) gesammelt und es damit ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Das Geld ging an den chronisch unterfinanzierten staatlichen Gesundheitsdienst NHS.

Zwei positive Corona-Tests in der Formel 1: Zwei Personen seien positiv getestet worden, teilten die Motorsport-Königsklasse und der Internationale Automobilverband am Freitag in Budapest mit. Die insgesamt 4992 Tests wurden vom Freitag vergangener Woche bis zum Donnerstag dieser Woche durchgeführt. Die beiden Personen seien nicht beim Großen Preis der Steiermark am vergangenen Wochenende in Spielberg gewesen, hieß es in den Erklärungen bei Twitter. Details zu den Betroffenen wurden nicht veröffentlicht. Sie wurden den Vorgaben und dem Sicherheits- und Hygienekonzept entsprechend ebenso wie die engen Kontaktpersonen bereits isoliert.

Eine Neu-Infektion im Ortenaukreis: In Meißenheim hat sich eine Person infiziert, damit steigt die Fallzahl der nach einem positiven Labornachweis bestätigten Infizierten im Ortenaukreis auf 1.230 (Stand: Freitag, 17. Juli, 14 Uhr).

Mehr Schutz für Saisonarbeiter: Neben den Beschäftigten in der deutschen Fleischindustrie sollen auch Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft und andere Beschäftigte besser geschützt werden – auch vor Corona-Infektionen. Die Stärkung des Arbeitsschutzes werde ein Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nach einer Videokonferenz der europäischen Arbeits- und Sozialminister am Freitag in Berlin.

Wieder schärfere Beschränkungen in Barcelona: Wegen einer besorgniserregenden Zunahme der Neuinfektionen sind die Corona-Schutzregeln in der spanischen Metropole Barcelona und der Umgebung wieder verschärft worden. Die Maßnahmen gelten zunächst für die nächsten 15 Tage, wie die Regionalregierung Kataloniens am Freitag mitteilte. Versammlungen von mehr als zehn Personen im öffentlichen und auch im privaten Bereich sowie Besuche in Altenheimen seien ab sofort untersagt, hieß es. Zudem werde in der betroffenen Region die zulässige Besucherzahl in Bars und Restaurants wieder reduziert. Betroffen sind Barcelona und zwölf Vororte der katalanischen Hauptstadt. Zudem werden die Einwohner gebeten, möglichst im Haus zu bleiben und Zweitwohnsitze am Meer oder in den Bergen an diesem Wochenende nicht aufzusuchen.

Fallzahlen in Mittelbaden unverändert: Die Gesamtzahl der in Mittelbaden bestätigten Infektionen hat sich von Donnerstag auf Freitag (Stand: 12 Uhr) nicht verändert und liegt weiter bei 729 Infizierten. Davon entfallen 539 auf den Landkreis Rastatt und 190 auf den Stadtkreis Baden-Baden. Auch die Anzahl der als genesen eingestuften Patienten (688) sowie der Todesfälle (36) blieben konstant.

EU verschärft Einreisebeschränkungen: Bürger aus Serbien und Montenegro dürfen wegen zuletzt gestiegener Corona-Fallzahlen ab sofort nicht mehr in die EU einreisen. Wie der Rat der EU-Staaten am Donnerstag mitteilte, gilt nur noch für zwölf Länder eine Ausnahme der in der Corona-Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen. Als 13. Land steht weiterhin China auf der Liste - allerdings unter dem Vorbehalt, dass EU-Bürger dort auch wieder einreisen dürfen. In zwei Wochen wird die Liste, die für die EU-Staaten nicht bindend ist, erneut aktualisiert. Erlaubt ist die Einreise fortan aus Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay.

Besuchsregelung in Kliniken: Das Klinikum Mittelbaden hat die Besuchsregelungen in den Kliniken Baden-Baden-Balg, Bühl und Rastatt an die aktuelle Entwicklung angepasst. Pro Patient ist ein Besuch durch eine Person am Tag – im Zeitfenster von 12 und 19 Uhr – erlaubt. Besucher müssen den Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten und einen Mund-Nasenschutz tragen. Eine Begleitperson, etwa für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Demenz, ist ebenfalls zulässig. Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren können weiterhin keine Besuche machen. In der Klinik für Kinder und Jugendliche in Balg ist ein Besuch pro Tag ohne Zeitfenster möglich. Patienten, die eine Ambulanz aufsuchen oder stationär aufgenommen werden, ist der Zugang in die Kliniken jederzeit möglich. Sofern es sich um Kinder und Jugendliche handelt, ist eine Begleitperson ebenfalls zugelassen und auch notwendig. Bei Patienten mit eingeschränkter Mobilität ist ebenfalls eine Begleitperson zugelassen.Auch ein eventuell benötigter Dolmetscher kann mitkommen. Alle Besucher müssen sich im Eingangsbereich der Kliniken anmelden und einen Selbsterklärungsbogen ausfüllen, um sicherzustellen, dass eine aktive COVID-Erkrankung ausgeschlossen ist beziehungsweise keine Symptome hierfür vorliegen. Für den Fall einer notwendigen Rückmeldung werden die Kontaktdaten aufgenommen, teilt das Klinikum mit.

Verzögerung bei Tönnies: Kurz nach der Wiederaufnahme des Betriebs beim Fleischkonzern Tönnies gibt es eine erneute Zwangsunterbrechung: Die Schlachtung am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück werde am Freitag später beginnen, teilte ein Tönnies-Sprecher mit. Bei Kontrollen durch die Bezirksregierung sei das Unternehmen am Donnerstagnachmittag darüber informiert worden, „dass wir an Arbeitspositionen zusätzliche Umrüstungen vornehmen müssen“, sagte der Sprecher. Dies sei auch schon passiert, ein Sachverständiger müsse die Änderungen aber noch abnehmen.

Mehr als 77.000 Neuinfektionen in den USA: Mit rund 77.300 gemeldeten Fällen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA einen neuen Höchststand erreicht. Damit wird der bisherige Rekord von 67.800 neuen Fällen binnen 24 Stunden vom 10. Juli überschritten, wie aus den jüngsten Zahlen auf der Webseite der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Freitagmorgen (MESZ) hervorgeht. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich demnach bislang mehr als 3,5 Millionen Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 138 .000 Menschen starben.

Lage in Deutschland: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 583 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 200.843 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 17.7., 0 Uhr). In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9.082 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von vier im Vergleich zum Vortag. Bis Freitagmorgen hatten 186.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 16.7., 0 Uhr, bei 1,10 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt.

Alkohol nur zum Essen: Aus Sorge vor einer erneuten Corona-Welle in New York verschärft der Staat nun die Regeln für Restaurants. Gouverneur Andrew Cuomo erließ neue Vorschriften, nach denen Restaurants und Bars „nur Leuten Alkohol servieren dürfen, die auch Essen bestellen“, hieß es in einer Mitteilung. Auch dürften alkoholische Getränke nur sitzenden Gästen verkauft werden, die sich im Mindestabstand zu anderen Gästen befänden. Zudem würden Restaurants in New York City, die drei Mal wegen der Verletzung von Abstands- oder Maskenpflichten auffielen, rigoros geschlossen, teilte die Regierung in New York mit.

US-Grenzen bleiben dicht: Wegen der Coronavirus-Pandemie riegeln die USA ihre Grenzen zu Mexiko und Kanada mindestens vier weitere Wochen ab. Die Grenzschließungen seien bis zum 20. August verlängert worden, teilte das Heimatschutzministerium am Donnerstag mit.

Lauda-Airline schließt Standort Stuttgart: Die österreichische Airline Laudamotion verlässt den Flughafen in Stuttgart und kündigt dort allen Beschäftigten. Die Ryanair-Tochter schließe den Standort nach der Sommersaison am 30. Oktober, wie aus einem Brief des Unternehmens an seine Mitarbeiter hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur seit Donnerstag vorliegt.

37 neue Corona-Infektionen im Südwesten: Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 36.274 gestiegen. Das waren 37 mehr als am Mittwoch, wie das Sozialministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). 33.824 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde mit 1.839 an – einer mehr als am Vortag. Derzeit seien geschätzt 611 Menschen im Land mit dem Virus infiziert, hieß es.

Bordelle werben für Wiedereröffnung: Deutschlandweit haben Bordelle mit einem Tag der offenen Tür auf ihre schwierige Lage wegen der Krise aufmerksam gemacht. Die Einrichtungen für erotische Dienstleistungen könnten nach Überzeugung der Organisatoren unter Einhaltung strenger Hygieneregeln wieder öffnen. Laura, Mitbetreiberin von „Lauras Girls“ in Karlsruhe sagte am Donnerstag, sie müsse spätestens im September wieder öffnen, um wirtschaftlich überleben zu können. Ihr Haus sei seit dem 14. März geschlossen. Durch die Schließung der konzessionierten Einrichtungen werde die Prostitution wieder in den illegalen Bereich gedrängt. „Die Kontrolle geht verloren.“ Die Unternehmerin forderte die Politik zu Gesprächen auf. Bisher habe man keine Reaktion aus der Politik gesehen. „Wir werden nicht gehört.“ Das BT war im Rahmen der Aktion „Red Lights on“ in Rastatt. Die Berichterstattung dazu können Sie hier lesen.

Zum Artikel

Erstellt:
17. Juli 2020, 07:44 Uhr
Aktualisiert:
17. Juli 2020, 19:20 Uhr
Lesedauer:
ca. 7min 10sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.