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Corona kompakt: Infektionen in Restaurant und Gottesdienst

Baden-Baden (red/dpa) – Das Coronavirus ist seit Wochen das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Die BT-Onlineredaktion informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Am Samstag wurden Dutzende Neuinfektionen bekannt. Foto: Christophe Gateau/dpa

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Am Samstag wurden Dutzende Neuinfektionen bekannt. Foto: Christophe Gateau/dpa

Fallzahlen für Deutschland: Bundesweit sind bis Samstagabend mehr als 178.100 Infektionen registriert worden (Vortag Stand 20 Uhr: mehr als 177.600 Infektionen). Mindestens 8.229 Infizierte sind gestorben (Vortag Stand 20 Uhr: 8.197). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor. Die siebentägige Reproduktionszahl lag bei 0,89. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 46.400 Fällen und mindestens 2.383 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 37.100 Fällen und mindestens 1.554 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 34.300 Fällen und mindestens 1.696 Toten. Europaweit liegt die Zahl der registrierten Infektionen bei mehr als zwei Millionen, weltweit bei mehr als 5,2 Millionen.

Protest flaut ab: In vielen deutschen Städten sind am Samstag wieder Kritiker der Einschränkungen auf die Straße gegangen. Die Proteste verliefen größtenteils friedlich. Fast überall jedoch demonstrierten deutlich weniger Menschen als angemeldet.

Wegen Kritik niedergeschlagen: Ein Kunde ist vor einem Berliner Supermarkt niedergeschlagen und mit Tritten auf den Kopf verletzt worden, weil er den fehlenden Mund-Nase-Schutz der Angreifer bemängelt hatte. In dem Supermarkt soll der 53-Jährige eine Kassiererin angesprochen und auf den fehlenden Mundschutz eines Mannes und dessen Begleiterin aufmerksam gemacht haben, teilte die Polizei am Samstagabend mit. Danach wurde er angegriffen.

Neue Hygieneverordnung: Das Landeswirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat am Samstag eine neue Corona-Hygieneverordnung für Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze beschlossen. Bislang waren Wohnmobilstellplätze, Campingplätze und Ferienwohnungen für Selbstversorger ohne die Benutzung von Gemeinschaftseinrichtungen schon geöffnet. Die vollständige Öffnung der Beherbergungsbetriebe ist für 29. Mai vorgesehen. Dafür wurden nun Hygiene- und Abstandsregeln fixiert. In einem Zimmer oder Unterkunft können bis zu fünf Personen zusammenwohnen; bei häuslichen Gemeinschaften gibt es keine Obergrenze. In öffentlichen Bereichen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werde.

Sonderzüge für Wanderarbeiter: In Indien sollen 3,6 Millionen arbeitslos gewordene Wanderarbeiter mit Sonderzügen in ihre Heimatdörfer zurückgebracht werden. In den kommenden zehn Tagen werden 2.600 Züge eingesetzt, um den in Mumbai und anderen Großstädten gestrandete Arbeitern die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen, wie die Regierung am Samstag mitteilte.

Dutzende Infektionen: In Deutschland steigt die Besorgnis wegen Dutzender Neuinfektionen. Mehr als 40 Menschen steckten sich in Frankfurt bei einem Gottesdienstbesuch an. Laut dem Gesundheitsamt befindet sich ein Patient in der Klinik, die übrigen hätten milde Symptome. Laut der Gemeinde sind sechs Patienten im Krankenhaus. Der Gottesdienst einer Baptistengemeinde hatte bereits am 10. Mai stattgefunden. In Niedersachsen wurden elf Menschen nach einem Restaurantbesuch positiv getestet. Der mutmaßlich auslösende Gaststättenbesuch war am 15. Mai. Bislang wurden 70 Personen unter Quarantäne gestellt.

Fallzahlen für Deutschland: In Deutschland sind bis Samstagnachmittag 178.000 Infektionen registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 177.500 Infektionen). Mindestens 8.222 Infizierte sind gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 8.187). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor. Die siebentägige Reproduktionszahl lag bei 0,91. Rund 159.900 Menschen sind wieder genesen. Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben Bayern mit mehr als 46.400 Fällen und mindestens 2.383 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 37.100 Fällen und 1.554 Toten sowie Baden-Württemberg mit 34.367 Fällen (plus 57) und 1.696 Toten (plus 4). Für Baden-Württemberg gehen die Zahlen auf Angaben des Landessozialministeriums zurück. Die Rate der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt bei 3,4. Das Durchschnittsalter der Infizierten im Südwesten wurde mit 51 Jahren angegeben.

Spanien kündigt Grenzöffnung an: Spanien will im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. Das sagte Ministerpräsident Pedro Sanchez am Samstag in einer Rede an die Nation. Man werde garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen und verursachen.

Streit um Konjunkturprogramm: In der schwarz-roten Koalition verschärft sich der Streit darüber, wie teuer das geplante Konjunkturprogramm werden soll. Aus der SPD kamen am Samstag ablehnende Äußerungen zum Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder über eine Schulden-Obergrenze. Eine Obergrenze, die die staatliche Krisenreaktionskraft willkürlich beschränke, sei der falsche Weg. Dagegen sind in der Union Pläne der SPD für einen Familienbonus umstritten. Die Wirtschaft forderte schnellere Hilfen für Firmen.

Spanischer Fußball startet: Die spanischen Fußball-Profiligen dürfen ab dem 8. Juni den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Die Erlaubnis gilt für die Primera División und auch für die zweite Liga. Nach den bisherigen Plänen der La Liga soll der Neustart am 12. Juni erfolgen. Einen konkreten Spielplan mit Terminen gibt es aber noch nicht.

Merkel verteidigt Maßnahmen: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Einschränkung von Grundrechten erneut als „Zumutung“ für die Demokratie bezeichnet - die Maßnahmen aber zugleich verteidigt. Sie beteuerte, die Entscheidungsträger machten es sich nicht einfach. Die Beschränkungen würden so kurz wie möglich gehalten. Allerdings sei man der Würde des Menschen, sprich dem Schutz des Lebens, verpflichtet.

Internationaler Appell: Prominente aus Politik, Gesellschaft, Kirche und Wissenschaft rufen in einem internationalen Appell dazu auf, das Leben alter Menschen in der Corona-Krise nicht abzuwerten - und wünschen sich eine „moralische Revolte“. „Alle notwendigen Energien müssen investiert werden, um die größte Zahl an Leben zu retten und den Zugang zur Behandlung für alle zu ermöglichen“, heißt es in dem Appell, der in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag) als Anzeige veröffentlicht wurde. „Der Wert des Lebens muss gleich für alle bleiben. Wer das zerbrechliche und schwache Leben der Älteren abwertet, bereitet einer Entwertung jeden Lebens den Weg“, heißt es.

Lockerungen in Thüringen: Das Land Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden. Damit würden landesweite Vorschriften zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen der Vergangenheit angehören.

Fallzahlen für Stadt- und Landkreis: Im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden sind im Vergleich zum Vortag drei neue Infektionen registriert worden (Stand: Samstag, 12 Uhr). Alle drei Patienten stammen aus dem Landkreis. Somit beläuft sic dort die Zahl der Infizierten auf 517, im Stadtkreis sind bislang 187 Patienten gemeldet. Insgesamt sind 643 Patienten wieder genesen. Es bleibt bei 35 Todesfällen.

Indoor-Sport wieder möglich: Das Landeskultusministerium hat am Samstag mitgeteilt, dass ab Juni in Baden-Württemberg auch Indoor-Sport unter Auflagen wieder möglich ist. Auch die Schwimmbäder dürfen wieder öffnen, allerdings nur für Schwimmkurse, Schwimmunterricht sowie Vereinstraining. Unter strikten Vorgaben können dann auch Fitnessstudios, Yogastudios, Tanzschulen und viele weitere Einrichtungen ab dem 2. Juni den Betrieb wieder aufnehmen, heißt es in der Mitteilung.

Gegenvorschlag zur Merkel-Macron-Plan: Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande haben einen Gegenvorschlag zu dem deutsch-französischen Vorstoß für einen Corona-Wiederaufbauplan vorgelegt. Die vier „sparsamen“ Länder sprechen sich darin für einen einmaligen Notfallfonds zur Stärkung der EU-Wirtschaft aus. Besonders wichtig sei den Staaten eine Befristung dieser Nothilfen auf zwei Jahre, hieß es am Samstag aus dem österreichischen Kanzleramt. In dem bereits mehrfach angekündigten Gegenentwurf machen die vier Staaten zudem deutlich, dass sie einer Vergemeinschaftung von Schulden und einer Erhöhung des EU-Budgets nicht zustimmen werden.

Erste Erfolge bei Impfstoff: Chinesische Forscher haben weltweit erstmals mit einem möglichen Corona-Impfstoff eine Reaktion des Immunsystems bei Menschen hervorgerufen. Der in China getestete Impfstoff Ad5-nCoV habe sich in einer ersten Versuchsphase als sicher und gut verträglich herausgestellt, schreiben die Forscher im Journal „The Lancet“ vom Freitag. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt. Weitere Versuche seien notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere.

TUI will Urlaubsziele anfliegen: Der Reiseanbieter TUI will ab Ende Juni wieder nach Mallorca und zu anderen Zielen fliegen - pünktlich zu den Sommerferien. Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien, Bulgarien seien laut TUI ebenfalls sehr gut vorbereitet. Die Hotel-Saison soll dort spätestens am 1. Juli starten. Auch mit der Türk sei man im Gespräch.

Große Nachfrage nach Finanzhilfen: Die Nachfrage nach staatlichen Liquiditätshilfen ist einem Bericht zufolge deutlich gestiegen. Bei der staatlichen Förderbank KfW seien bereits 44.089 Anträge für die Kreditprogramme eingegangen, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Samstag unter Berufung auf Unterlagen des Bundesfinanzministeriums mit Stand 18. Mai berichteten. Das Antragsvolumen summiere sich demnach auf inzwischen 42,3 Milliarden Euro.

Griechenland lockert Reiseregeln: Ab Montag können Reisende, die nicht unter Quarantäne gestellt sind, vom griechischen Festland zu allen Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres fahren. Wie der griechische Staatsrundfunk am Samstag weiter berichtete, werden die Fähren nur höchsten 50 Prozent der bislang erlaubten Passagierzahl mitnehmen. Unbekannte werden sich nicht eine Kabine teilen können. Nur Familien oder Paare dürfen sich eine Kabine teilen, hieß es.

Gegen Recht auf Homeoffice: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich gegen ein gesetzlich verankertes Recht auf Arbeit von zu Hause ausgesprochen. Man brauche flexiblere Vorgaben nicht noch mehr Bürokratie. Die FDP fordert derweil eine Homeoffice-Pauschale für Arbeitnehmer von 100 Euro monatlich.

Studie zu Malaria-Medikamenten: Covid-19-Patienten, die mit den Malariamitteln Hydroxychloroquin und Chloroquin behandelt werden, weisen einer groß angelegten Studie zufolge eine höhere Sterblichkeitsrate auf. Hydroxychloroquin und Chloroquin zeigen keinen Nutzen bei Covid-19-Patienten,hieß es.


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