Denk-Anstoß: Ich bin wichtig

Baden-Baden (wofr) – In seiner Kolumne „Denk-Anstoß“ stellt Wolfram Frietsch philosophische Ansätze und Ideen vor. Thema diese Woche: Die Rolle des Ich.

Die philosophische Kolumne im BT-Magazin gibt alle zwei Wochen einen Denk-Anstoß. Grafik: Fotogestoeber/stock.adobe.com

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Die philosophische Kolumne im BT-Magazin gibt alle zwei Wochen einen Denk-Anstoß. Grafik: Fotogestoeber/stock.adobe.com

Von Wolfram Frietsch

Ein Schiff segelt zwischen zwei Säulen hindurch auf das offene Meer. Dieses Bild, ein Kupferstich aus dem Jahre 1620, vermittelt Aufbruchsstimmung. Immerhin glaubte man um 1600, am Beginn einer neuen Ära zu stehen. Ausgelöst war diese Hochstimmung durch revolutionäre Erkenntnisse in den Wissenschaften und umwälzende Einsichten in der Philosophie. Dazu kam es notwendigerweise zum Bruch mit der Tradition, der wiederum zu einem neuen Selbstbewusstsein führte. Eingeläutet hatte das alles die „kopernikanische Wende“, welche ruckartig die Sonne in den Mittelpunkt der Welt schob und damit die Erde aus ihrer privilegierten Position drängte und gleichsam an den Rand verbannte. Gleichzeitig begann die Befreiung des Ich von den Fesseln des Glaubens und des Aberglaubens. Der Mensch wurde wichtig, nicht mehr allein Gott oder ein Schöpfungsplan. Der Mensch als Ich betrat die Weltbühne und behauptet sie bis heute. Nach William Shakespeare ist die ganze Welt eine Bühne, auf der der Mensch agiert. Doch, was ist der Mensch?

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Erstellt:
1. August 2021, 12:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 38sec

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