Derby mit besonderer Brisanz

Bühl (win) – Verkehrte Derbywelt: Zuletzt hatten die Volleyball Bisons Bühl beim Duell mit Rottenburg stets die Favoritenrolle inne. Am Samstag kämpfen die Bisons aber um den Klassenerhalt.

Gregory Petty (rechts) und seine Bühler Kollegen wollen die Großsporthalle heute in einen fastnachtlichen Hexenkessel verwandeln. Foto: Seiter

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Gregory Petty (rechts) und seine Bühler Kollegen wollen die Großsporthalle heute in einen fastnachtlichen Hexenkessel verwandeln. Foto: Seiter

Von Winfried Heck

Spiele gegen Rottenburg waren für die Volleyball Bisons Bühl schon immer etwas ganz Besonderes. In dieser Saison bekommt das baden-württembergische Derby (Samstag, 17 Uhr, Großsporthalle Bühl) allerdings eine zusätzliche Würze: Während Rottenburg nach langen Jahren endlich wieder Chancen auf einen Platz in den Playoffs hat, steckt Bühl richtig dick im Abstiegskampf.

Die Lage der Bisons hat sich verschärft, nachdem die Grizzlys Giesen am Mittwoch mit 3:1 gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen gewannen und sich in der Tabelle wieder an Bühl vorbei auf einen Nichtabstiegsplatz geschoben haben. Für Bühls Trainer Alejandro Kolevich kam der Sieg des Konkurrenten im Abstiegskampf jedoch nicht völlig unerwartet. „Mit Ausnahme vielleicht der vier Spitzenteams kann jeder gegen jeden gewinnen. Genau das ist unser Ansporn. Wir müssen bis Saisonende schlichtweg so viele Siege sammeln wie möglich – und gegen Rottenburg wollen wir damit anfangen.“

Spielfreies Wochenende optimal genutzt

Kolevich geht durchaus optimistisch in das „richtig wichtige Spiel“. Sein Team habe das wegen des Pokalfinales spielfreie Wochenende optimal genutzt. „Wir haben uns gründlich vorbereitet und wissen, was auf uns zukommen wird. Alle Spieler sind fit und wollen nun zeigen, was sie drauf haben.“ Der Optimismus wird zusätzlich genährt durch die gute Vorstellung gegen Giesen, als Bühl nicht nur einen Rückstand drehen konnte, erstmals in dieser Saison waren auch die Qualitäten im Kader der Bisons richtig zum Tragen gekommen. Insbesondere Edvinas Vaskelis auf der Diagonalen empfahl sich als echte Alternative zu Anton Qafarena, doch auch die beiden Optionen auf der Zuspielstation wirkten sich spielentscheidend aus. „Wir haben gezeigt, dass wir flexibel auf Spielsituationen reagieren können, im Derby könnte das den Ausschlag geben“, so Kolevich.

Doch natürlich weiß auch der Coach, dass es gegen die Schwaben enorm schwer werden wird. Rottenburg ist deutlich stärker als in den Jahren zuvor. In erster Linie wird es für die Bisons darauf ankommen, Rottenburgs Besten, Tim Grozer, in Griff zu bekommen. Doch nicht nur den Sohn eines berühmten Volleyball-Vaters müssen die Bisons beachten, auch auf der Diagonalen machen die Gäste viel Druck. Zuspieler Leon Dervisaj liebt es, das Spiel breitzumachen und den gegnerischen Block auseinanderzuziehen. Größter Pluspunkt Rottenburgs dürfte aber sein, dass im Gegensatz zu früheren Jahren in Taichi Kawaguchi ein Libero der Extraklasse zur Verfügung steht. Der Japaner sorgt für die nötige Stabilität im Gefüge und glänzt zudem mit gutem Stellungsspiel und starken Reflexen. Zuletzt gelang es den Schwaben denn auch erstmals, in Düren ein Spiel zu gewinnen.

Großsporthalle mutiert zum Hexenkessel

In Bühl, wo Rottenburg noch nie gewinnen konnte, soll die nächste schwarze Serie beendet werden. „Statistiken sind mir egal, auch in Bühl wollen wir einfach nur gewinnen“, winkt Rottenburgs neuer Trainer Christophe Achten zwar ab, zumindest die Fans sehen dies gewöhnlich aber völlig anders. Auch Kolevich interessiert die Vergangenheit wenig, zumal sich an ihr nichts mehr ändern lässt. Dass sich die Bühler Großsporthalle am Fastnachtssamstag in einen Hexenkessel verwandeln wird, davon geht auch er aus. „Unsere Fans sind in diesem Spiel wichtiger denn je und sie werden womöglich den Unterschied machen.“

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Erstellt:
21. Februar 2020, 19:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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