Die Kinderarmut in Deutschland verfestigt sich

Baden-Baden/Offenburg (tas) – Auch ein vermeintlich reiches Land wie Deutschland muss sich mit Armut beschäftigen – und den Folgen für die Kinder. Baden-Württemberg reagiert mit einem Förderprogramm.

Wenn man auf jeden Cent achten muss: Kinderarmut in Deutschland ist kein seltenes Phänomen. Foto: Jens Kalaene/dpa

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Wenn man auf jeden Cent achten muss: Kinderarmut in Deutschland ist kein seltenes Phänomen. Foto: Jens Kalaene/dpa

Von Tobias Symanski

Für deutsche Verhältnisse ist es eine beachtlich große Zahl: Rund 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind hierzulande von Armut bedroht oder tatsächlich arm. Trotz der – vor der Corona-Krise – zehn Jahre andauernden guten wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland bleibt das Thema eine ungelöste Aufgabe. Schlimmer noch: Die Folgen der Pandemie werden das Problem noch verschärfen.
Das legt unter anderem eine Studie der Bertelsmann-Stiftung nahe, die im Juli veröffentlicht wurde. Eine Familie, die staatliche Grundsicherung (Hartz IV) beziehe, leide vor allem daran, nur wenig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, wenig mobil zu sein und sich generell viel weniger leisten zu können als die Durchschnittsfamilie. Der Untersuchung zufolge können sich zwei Drittel noch nicht einmal einen Jahresurlaub leisten, auch weil fast die Hälfte kein Auto besitzt. Sparen ist für mehr als 60 Prozent unmöglich, und fast 65 Prozent können es sich nicht leisten, ihre abgenutzten Möbel zu ersetzen.

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