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„Die Skulptur gewinnt an Bedeutung“

Karlsruhe (cl) –„Ein Fest des Dreidimensionalen“ will die 17. Art Karlsruhe vom 13. bis 16. Februar feiern: 210 internationale Galerien zeigen Werke von 1500 Künstlern. Und neben den Skulpturenplätzen soll es im Atrium der Messehallen einen Skulpturengarten geben. (Foto: Viering).

Noch mehr Skulpturen zu erwarten: Das Atrium der Karlsruher Messe wird auf der Art zum Skulpturengarten.Viering

© vie

Noch mehr Skulpturen zu erwarten: Das Atrium der Karlsruher Messe wird auf der Art zum Skulpturengarten.Viering

Von Christiane Lenhardt

Die Art Karlsruhe will in ihrer 17. Ausgabe Mitte Februar ein „Festival des Dreidimensionalen“ feiern, wie Kurator Ewald Karl Schrade gestern rund vier Wochen vor Eröffnung der Kunstmesse ankündigte – „und unser Angebot in den vergangenen 16 Jahren adeln.“ Seit Anbeginn setzt die Art in den Karlsruher Messehallen auf großzügige Skulpturenplätze und hat diese stets zu regelrechten Blickachsen weiterentwickelt. „Die Skulptur wird noch an Bedeutung gewinnen“, betonte der Galerist aus Oberschwaben – immerhin mischen sich auf der Art unter die Plastik aus den gewohnten Materialien Stein, Stahl oder Holz seit einigen Jahren schon auch Installationen mit flimmernden Bildschirmen.

Dass auf der nächsten Art vom 13. bis zum 16. Februar nicht nur die traditionellere Plastik zu Ehren kommen soll, sondern auch die digitale Kunst in Karlsruhe – der frisch gekürten Unesco City of Media Art – längst eine feste Basis habe, betonte Christiane Riedel, die Geschäftsführerin des Zentrums für Kunst und Medien, wo gestern die Pressekonferenz zur Kunstmesse abgehalten wurde. „Karlsruhe ist Hauptstadt der Medienkunst in Deutschland“, erklärte Riedel, während der Messezeit werde das ZKM am Blauen Kubus auf seinem Vorplatz und am Karlsruher Hauptbahnhof auf den Hotspot der Medienkunst aufmerksam machen.

Auf den über 20 Skulpturenplätzen der Art in den Messehallen von Rheinstetten soll es auch große Auftritte für die Plastik von heute geben: Als einer der Jüngsten wird der 36-jährige Berliner Künstler Gary Schlingheider mit seinen bunten Riesenrahmen dabei sein und der Pariser Laurent Chéhère mit seinen in den Himmel aufsteigenden, angeleinten Häusern. Erstmals wird das Atrium des Messehallen-Gevierts als Ausstellungsraum für Großplastiken als eine Art Skulpturengarten genutzt. Dafür soll vor den Messehallen nichts mehr ausgestellt werden. Denn angesichts des wieder erwarteten Messeansturms („wir hoffen erneut auf bis zu 50 000 Besucher an den insgesamt fünf Messetagen“, so Schrade) gingen die Plastiken schlichtweg in der Menge unter.

Bei allen Neuerungen – vor allem will die Art Karlsruhe zum Kunstkauf anregen. „Große Namen der Kunst sind da Pflicht“, sagte Kurator Schrade. Mit ihrem Spektrum von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst hat sie traditionell die privaten Sammler im Blick mit großem Geldbeutel, aber auch die Einsteiger.

Der Kunstparcours wird Malerei, Plastiken, Fotografie, Grafik und Druckgrafik von rund 1 500 Künstlern zeigen: angefangen von Lovis Corinth, Max Ernst, Pablo Picasso, bis hin zu einem kleinen Schwerpunkt für Künstlerinnen aus der Nachkriegszeit um Lotte Laserstein, Hannah Höch, Françoise Gillot und Tamara de Lempicka, auch ZERO-Star Günter Uecker steht im Vorfeld seines 90. Geburtstags im Focus, ebenso soll ganz junge Kunst dabei sein. Die gewohnte Großzügigkeit wird in den Messehallen gewahrt bleiben. Nach Einschätzung der Karlsruher Messe-Geschäftsführerin Britta Wirtz wolle sich die Art mit ihren dieses Mal 150 One-Artist-Shows nicht vergrößern, aber qualitativ weiter verbessern. Unter den 210 ausstellenden Galerien aus 15 Ländern seien 42 neue ausgewählt worden mit klingenden Namen in der Szene, wie die Galerie Michael Nöth aus Ansbach, die Pariser GAD Collection oder die Galerie Behning & Niehues von der Insel Sylt. „59 internationale Galerie zeigen die Strahlkraft der Art Karlsruhe“, betonte Wirtz.

Der seit einigen Jahren etablierte Druckgrafikschwerpunkt auf der Art wird in diesem Jahr mit der Sonderausstellung der Sammlung Hans-Peter Haas zusätzlich gewürdigt. Der 85-jährige Sammler stellte gut 60 Jahre lang in seinem Atelier in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart Drucke bedeutender Künstler her – von Willi Baumeister, Franz Ackermann bis zu Tobias Rehberger und dem Fotografen des „Marlboro Man“, Dieter Blum. Der Präzisionsdrucker Haas hat auch Werke von Max Ernst und Salvador Dali gedruckt. Auf der Art sollen auf rund 200 Quadratmetern etwa 100 Druckgrafiken aus der hochkarätigen Sammlung der Stiftung Hans-Peter Haas gezeigt werden.

Mit ihren drei Preisen – für Skulptur, Grafik und für Galerie samt Künstler –  sowie den Kunst- und Marktgesprächen präsentiert sich die Art als ausgewiesenes Kunstforum, am 12. Februar wird sie eröffnet.

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Erstellt:
16. Januar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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