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Ex-SBFV-Präsident Richard Jacobs verstorben

Bühl (rap) – Der südbadische Fußball trauert um eine Größe des Amateurfußballs: Der Bühler Richard Jacobs, Ex-Präsident des Südbadischen Fußballverbands, ist am vergangenen Samstag im Alter von 85 Jahren verstorben.

Richard Jacobs kurz vor seinem 85. Geburtstag. Foto: Berscheid

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Richard Jacobs kurz vor seinem 85. Geburtstag. Foto: Berscheid

Von Christian Rapp

Richard Jacobs und Fußball – das passte. Und zwar ein Leben lang. Ob als eisenharter Verteidiger für seinen Heimatverein VfB Bühl, als dessen Vorsitzender oder als Präsident des Südbadischen Fußballverbands (SBFV), den er 24 Jahre lang führte. Im Leben von Richard Jacobs drehte sich (fast) alles um das runde Leder. Auch im hohen Alter, als ein Besuch auf den Sportplätzen dieser Region gesundheitlich nicht mehr möglich war, verfolgte er den Fußball dennoch intensiv. „Auf dem Fußballplatz war ich schon länger nicht mehr. Bis vor zwei Jahren habe ich dort noch öfters die Spiele des SV Mösbach angeschaut. Aber natürlich verfolge ich alle Berichte über meinen Heimatverein VfB Bühl, dem ich mich noch immer sehr verbunden fühle“, sagte Jacobs vor drei Monaten, anlässlich seines 85. Geburtstags. Am vergangenen Samstag nun ist Richard „Löwenherz“ Jacobs gestorben.

Bereits mit 17 Jahren verteidigte er für den VfB – mit dem Hang zum Rustikalen – in der 1. Amateurliga und ließ die Stürmer reihenweise verzweifeln. Bis 1967 schnürte er die Fußballschuhe für die Zwetschgenstädter. Die Kickstiefel waren noch nicht mal richtig am Nagel gehangen, da begann die Funktionskarriere des Richard Jacobs. 1969 wurde er Vorsitzender des VfB Bühl, ein Jahr zuvor wurde er bereits zum stellvertretenden Vorsitzenden, heute Präsident, des SBFV gewählt.

24 Jahre lang SBFV-Präsident

Von 1983 bis 2007 stand der Rechtsanwalt schließlich an der SBFV-Spitze. Unter seiner 24-jährigen Ägide wurde freilich viel bewegt im südbadischen Fußball – etwa die Einführung der Regional- und Oberliga. Auch organisatorisch tat sich beim SBFV unter Jacobs einiges. Erst wurde die Geschäftsstelle in Freiburg gekauft, später dann neu gebaut. Und auch der Ausbau des verbandseigenen Sporthotels „Sonnhalde“ in Lenzkirch-Saig fiel unter seine Amtszeit. 2007 auf dem Verbandstag in Wehr gab er den Führungsstab dann an seinen Nachfolger Alfred Hirth weiter. Als Anerkennung seines fast 40-jährigen ehrenamtlichen Wirkens für den SBFV wurde er auf dem Verbandstag direkt zum Ehrenpräsidenten des Südbadischen Fußballverbands ernannt. Bis zuletzt, so sein Gesundheitszustand es zuließ, nahm Jacobs an den SBFV-Vorstandssitzungen teil und brachte all seine Erfahrung weiterhin aktiv in die Verbandsarbeit ein.

Doch das Wirken Jacobs beschränkte sich nicht allein auf Südbaden, auch für den Deutschen Fußball-Bund machte er sich verdient: 27 Jahre war er stellvertretender Vorsitzender des DFB-Bundesgerichts und 21 Jahre Mitglied im Beirat, beziehungsweise Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes. 2007 wurde er zum DFB-Ehrenmitglied ernannt. Für sein gesellschaftliches Engagement bekam Jacobs 1987 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, 2007 folgte die Stauffer-Medaille in Gold des Landes Baden-Württemberg.

Auch das Badische Tagblatt würdigte die Verdienste des Bühler Ball-Juristen und zeichnete ihn mit dem Ehrenpreis der BT-Sportredaktion 2006 für sein Lebenswerk aus. „Als ein Präsident zum Anfassen“, bezeichnete ihn der damalige BT-Sportredakteur Hucky Krämer bei seiner Laudatio.

Ein Präsident, dem Worte und Argumente nie ausgingen

Für Richard Jacobs war „Fußball mehr als ein 1:0“, wie er stets erwähnte. Fußball bringe Menschen zusammen, verbinde Generationen, unabhängig von Hautfarbe oder Glauben, wie er an seinem 85. Geburtstag erklärte: „Anfeindungen gegen einzelne Personen, Rassismus und Krawalle haben mit sportlichem Verhalten nichts zu tun und gehören nicht ins Fußballstadion.“

Sein langjähriger SBFV-Weggefährte und Freund Rudi Krämer beschrieb Jacobs einst als einen „Präsidenten, dem Worte und Argumente nie ausgingen. Unter allen Landesfürsten im DFB war Richard stets der Kommissar Schimanski“.

Richard Jacobs, der „Fußball-Schimanski mit dem Löwenherz“, wird fehlen – doch sein Wirken bleibt über seinen Tod hinaus.

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Erstellt:
16. Juni 2020, 06:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 47sec

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