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Festspielhaus Baden-Baden sagt Saison ab

Baden-Baden (cl) – Das Festspielhaus beendet seine Saison vorzeitig. Damit fallen auch die Sommerfestspiele den Schutzmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie zum Opfer. Unter welchen Umständen im Festspielhaus wieder internationale Festspiele stattfinden können, sei derzeit unklar, erklärte Intendant Benedikt Stampa.

Ab Herbst soll es wieder Veranstaltungen geben – so ist der Plan: Das Festspielhaus will sich dann vor der Musikstadt Baden-Baden verneigen und Brahms feiern.  Foto: Viering

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Ab Herbst soll es wieder Veranstaltungen geben – so ist der Plan: Das Festspielhaus will sich dann vor der Musikstadt Baden-Baden verneigen und Brahms feiern. Foto: Viering

Von Christiane Lenhardt

Die Pfingstfestspiele wurden schon vor zehn Tagen abgesagt – und hinter den Sommerfestspielen mit internationalen Gästen, zumal aus St. Petersburg, steht schon lange ein großes Fragezeichen. Gestern hat das Festspielhaus Baden-Baden seine Saison 2019/20 komplett abgebrochen. „Das bis Ende Juli geplante Programm ist auf der Grundlage der aktuellen Landesverordnung nicht durchführbar“, erklärte Intendant Benedikt Stampa und schickte hinterher: „Ich muss die Pfingst- und Sommerfestspiele daher schweren Herzens absagen.“
Damit folgte das Festspielhaus einer Entscheidung des Landes Baden-Württemberg, das bereits vor Wochen die Spielzeiten an seinen Staatstheatern in Karlsruhe und Stuttgart beendete. Bitter, zumal das Kunstministerium ab Pfingstmontag wieder kleinere Veranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern unter Einhaltung der Abstandsregeln erlaubt – die Philharmonie Baden-Baden ab 5. Juni wieder im Weinbrennersaal vor ausgedünntem Publikum spielen will und das Theater ab 12. Mai auf einer Hofbühne auftritt. Festspielhaus-Intendant Stampa hatte Mitte Mai solche Ideen für sein Haus ausgeschlossen: Selbst für ein kleineres Ersatzprogramm sei es zu früh.

Saisonstart noch am 20. September mit Rattle geplant


Große Orchesterkonzerte und Opernaufführungen seien aus Gründen der Arbeits-Hygiene auf der Bühne und im Orchestergraben noch nicht wieder gestattet, betonte der Festspielhaus-Chef gestern. Unter welchen Umständen im Festspielhaus wieder internationale Festspiele stattfinden können, sei derzeit nicht klar. „Wir hoffen jetzt wirtschaftlich sehr auf den beantragten Landes-Zuschuss und blicken menschlich wie künstlerisch besorgt zu den befreundeten Künstlerinnen und Künstlern in aller Welt, die derzeit weder reisen noch auftreten können“, so Stampa.
Geplant wird noch mit dem Saisonstart am 20. September, dann soll Sir Simon Rattle mit dem London Symphony Orchestra Bartoks „Herzog Blaubart“-Oper konzertant aufführen. Im Herbst ist der Auftakt zum Brahms-Jahr des Festspielhauses geplant, das Thomas Hengelbrock Ende Oktober zusammen mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble einläuten will. Und im Sommer 2021 soll Yannick Nézet-Seguin einen Brahms-Zyklus dirigieren, dies eine Hommage an die Geschichte Baden-Badens als große Musikstadt. Auf dem Programm steht unter anderem die zweite Sinfonie von Johannes Brahms, die hier entstand.
Alle Besucher, die Eintrittskarten für Veranstaltungen bis 26. Juli erworben haben, will das Festspielhaus in den kommenden Tagen anschreiben und sie bitten, die Möglichkeiten des Kartentauschs in Betracht zu ziehen sowie die vom Bundestag verabschiedete Gutschein-Regelung für abgesagte Veranstaltungen in der Corona-Pandemie.

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Erstellt:
29. Mai 2020, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

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