Fix: SHV bricht Handball-Saison ab

Baden-Baden (moe) – Schneller als gedacht ist es amtlich: Der Südbadische Handballverband hat die Saison aufgrund der Corona-Krise vorzeitig abgebrochen.

Es ist amtlich: In dieser Saison wird kein Handball mehr gespielt. Foto: Seiter

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Es ist amtlich: In dieser Saison wird kein Handball mehr gespielt. Foto: Seiter

Von Moritz Hirn

Letztlich ging es deutlich schneller als erwartet: Die Saison für die Handballer im Südwesten ist vorzeitig beendet, der Südbadische Handballverband (SHV) bricht die Runde 2019/20 aufgrund der Corona-Krise mit sofortiger Wirkung ab. Ursprünglich war eine Entscheidung erst für Mitte dieser Woche avisiert, nach BT-Informationen wollte das SHV-Präsidium am Mittwoch abschließend beraten – und die Saison ad acta legen. Über das Wochenende zog SHV-Präsident Alexander Klinker die Zügel aber an, in einer Telefonkonferenz machte das Präsidium des hiesigen Landesverbands Nägel mit Köpfen.

Keine Ab-, sonder nur Aufsteiger

Das Tempo der Entscheidungsfindung überrascht dabei mehr als der Inhalt: Denn spätestens nach der Mitteilung des Deutschen Handball-Bunds (DHB), der am Freitag die Empfehlung ausgesprochen hatte, die Saison in den Ligen unterhalb der dritten Liga abzubrechen (wir berichteten), war es quasi abgemacht, dass der SHV alle weiteren Spiele absetzen wird. Klinkner hatte gegenüber dem Badische Tagblatt bereits am Freitagabend betont, dass es „komisch wäre, wenn wir jetzt nicht der Logik des DHB entsprechen würden“. Genau so kam es nun.

„Unser Ziel und unsere Hoffnung war es bis zuletzt, eine sportliche Lösung für die Beendigung der Runde 2019/2020 zu erreichen“, heißt es in einer Mitteilung des SHV. Ein immer enger werdendes Zeitfenster lässt dies aus Sicht der Verantwortlichen aber nicht zu. „Der Beschluss zum Abbruch ist uns nicht leicht gefallen,“ heißt es weiter, aber nun sei „Planungssicherheit für die Vereine“ erreicht. In diesem Zusammenhang hat das Präsidium den Meldeschluss für die kommende Runde auf den 30. April 2020 terminiert. Der SHV-Pokal wird derweil 2020/21 ausgesetzt. „Wir wollen damit den Terminkalender frei halten für eine eventuell nötige Erhöhung der Spiele in einzelnen Klassen durch die höhere Anzahl an Mannschaften“, so die Mitteilung.

Über Wertung wird noch final entschieden

Das wiederum wird wohl nötig, da es sportlich keine Ab-, sondern nur Aufsteiger geben wird: „Das Präsidium des SHV bringt damit die Wertschätzung für die Vorbereitung sowie die bisher gespielten Spiele zum Ausdruck.“ In Zeiten wie diesen, „sollte keine Mannschaft benachteiligt werden“.

Während für nahezu alle Handballer im Seniorenbereich – der Spielbetrieb der Jugend war schon länger beendet – Klarheit herrscht, steht eine Entscheidung für die dritte Liga, was vor allem für die Frauen der SG Steinbach/Kappelwindeck interessant ist, noch aus. Noch nicht sicher ist auch, wie die abgebrochene Saison gewertet wird. Darüber will der SHV „in den kommenden Tagen“ final entscheiden. Das kann – wie im vorliegenden Fall – ganz schnell passieren.

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Erstellt:
6. April 2020, 09:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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