Fuchs im Garten: Tipps für Koexistenz

Baden-Baden (red) – Nadja Michler, Referentin für Wildtiere bei Peta, erklärt, warum die Angst vor Füchsen unbegründet ist, wie die friedliche Nachbarschaft mit einem Fuchs gelingt und wie Gartenbesitzer die Wildtiere tierfreundlich aus ihrem Garten fernhalten können.

Natürliche Scheu: Normalerweise versuchen Füchse den Kontakt mit Menschen zu vermeiden. Symbolfoto: Pleul/dpa

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Natürliche Scheu: Normalerweise versuchen Füchse den Kontakt mit Menschen zu vermeiden. Symbolfoto: Pleul/dpa

„Der Mensch dringt immer weiter in den ursprünglichen Lebensraum der Wildtiere ein und stellt ihnen mit Gewehren und Fallen nach – bis zu einer halben Million Füchse werden jährlich bundesweit durch Jäger getötet. Dabei steht einer friedlichen Koexistenz von Mensch und Tier nichts im Wege, wenn einige Regeln beachtet werden“, sagt Michler.

In der Regel ungefährlich

Von Füchsen geht laut Michler in der Regel keine Gefahr für den Menschen aus. Wie bei allen Wildtieren sei ein gewisser Respekt allerdings angebracht. Füchse seien normalerweise nicht aggressiv und ihre natürliche Scheu lasse sie den Kontakt mit Menschen eher vermeiden. Erst wenn Menschen Füchse regelmäßig füttern, trauen sich die Tiere in ihre Nähe und können sehr zutraulich werden. Eine Interaktion sollte im Interesse der Wildtiere aber vermieden werden. Auch Katzen und Hunde müssen Füchse nicht fürchten, denn die Vierbeiner gehen Konflikten mit anderen Tieren eher aus dem Weg. Besonders Katzen mit ihren scharfen Krallen sind Füchsen in einer Auseinandersetzung überlegen. Haben Füchse Junge zu versorgen, riskieren sie erst recht keinen Kampf und ziehen sich eher zurück.

Keine Angst vor Fuchsbandwurm oder Tollwut

Die Gefahr einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm sei überaus gering, denn die durch ihn ausgelöste Erkrankung – die alveoläre Echinokokkose – ist eine der seltensten Parasitosen Europas. Laut der Universität Würzburg ist es wahrscheinlicher, von einem Blitz getroffen zu werden, als daran zu erkranken. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, die Hände nach der Gartenarbeit zu waschen und Obst und Gemüse vor dem Verzehr gut zu säubern.

Auch das Risiko einer Tollwutübertragung durch Füchse gehe gegen null, denn Deutschland gilt bereits seit 2008 als frei von terrestrischer Tollwut. Die Krankheit wurde durch tierfreundliche Impfköder erfolgreich besiegt. Lediglich Fledermäuse können sie noch auf Katzen übertragen, weswegen eine entsprechende Impfung für Katzen sinnvoll ist.

So lassen sie sich tierfreundlich vertreiben

Ist der Besuch im Garten unerwünscht, gibt es tierfreundliche Möglichkeiten, Füchse aus dem Garten fernzuhalten, so Michler. So sollten beispielsweise jegliche Nahrungsquellen im Garten, wie Katzenfutter oder offene Abfalltonnen, vermieden werden. Auch die Fütterung anderer Wildtiere, wie beispielsweise Igel, zieht oft Füchse an. Lärm und Licht schrecken sie ab. Gartenbesitzer können beispielsweise ein Radio aufstellen oder eine Lampe mit Bewegungsmelder im Garten installieren.

Füchse werden laut Michler auch abgeschreckt, wenn sich Menschen regelmäßig in einem Bereich bewegen, wie beispielsweise Fußball spielende Kinder oder bei der gemeinsamen Nutzung des Gartens. Zäune halten Füchse nicht davon ab, in Gärten zu gelangen. Die Tiere überwinden sie mit Leichtigkeit, untergraben sie oder zwängen sich durch kleine Öffnungen hindurch.

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Erstellt:
1. Juni 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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