Gesundheitsamt arbeitet künftig in zwei Schichten

Rastatt (ml) – Seit drei Wochen schnellt die Zahl der Corona-Neuinfektion auch in Mittelbaden in die Höhe. Das Gesundheitsamt wird personell aufgestockt und arbeitet künftig im Zwei-Schicht-Betrieb.

Gesundheitsamt arbeitet künftig in zwei Schichten

Das Gesundheitsamt in der Rastatter Kreisverwaltung arbeitet künftig täglich im Zwei-Schicht-Betrieb. Symbolfoto: Jochen Denker/Archiv

Am Dienstagnachmittag waren im Stadtkreis Baden-Baden und Landkreis Rastatt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.523 Infizierte registriert, das sind 210 mehr als noch am Freitag. Das für die Region zuständige Gesundheitsamt im Landratsamt Rastatt ist deshalb derzeit überlastet. Das liegt vor allem daran, dass sich derzeit auch viele Jüngere infizieren. Zwar sorgt das dafür, dass der Anteil schwerer Verläufe derzeit noch deutlich geringer als während der ersten Welle im Frühjahr ist. Gleichzeitig stellt dies die Behörde bei der Eindämmung der Pandemie vor erhebliche Probleme, weil diese Personengruppe mit vielen Menschen in Kontakt kommt.

Deutlich mehr Kontaktpersonen

„Wir haben einen deutlichen Zuwachs bei den Kontaktpersonen“, berichtet Sozialdezernent Stefan Biehl am Mittwochmorgen bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in der Region. Etwa 30 bis 50, in Einzelfällen sogar bis zu 200 Kontaktpersonen müssen vom Gesundheitsamt nachverfolgt werden. Hinzu kommt, dass sich die Zahl der aktiven Fälle auf 330 erhöht hat. Jeder dieser Patienten muss vom Gesundheitsamt betreut werden. Deshalb wird die Behörde derzeit personell massiv aufgestockt – unter anderem mit Mitarbeitern aus anderen Ämtern, 13 Soldaten der Bundeswehr und zwei Ärzten, die das Land zur Verfügung stellt. Möglichst ab kommender Woche soll dann dort sieben Tage pro Woche in einem Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet werden.

Klinikum Mittelbaden bereitet sich vor

Im Klinikum Mittelbaden ist die Lage derzeit noch überschaubar. Derzeit werden dort 25 Covid-19-Patienten stationär behandelt, zwei von ihnen auf der Intensivstation. Auf der Isolierstation in Balg stehen zwölf Intensivbetten zur Verfügung, ihre Zahl könnte bei Bedarf auf 26 erhöht werden, erläutert der ärztliche Direktor des Klinikums, Dr. Markus Katz. Dennoch bereite man sich auf einen neuerlichen massiven Anstieg vor. Schließlich habe man vor einer Woche nur vier Patienten stationär behandeln müssen und die Anzahl der derzeit im Krankenhaus liegenden Patienten spiegele das Infektionsgeschehen von vor zehn bis 14 Tagen wieder. Das hat sich seither massiv erhöht.

Ein ausführlicher Bericht über die aktuelle Corona-Lage in der Region erscheint in der Donnerstagsausgabe sowie (ab 4 Uhr) im E-Paper.