Gottesdienstverbot für Geistlichen

Freiburg (KNA) - Das Erzbistum Freiburg hat einem katholischen Geistlichen ein Gottesdienstverbot erteilt. Der Mann hatte sich nicht an Auflagen aus einem früheren Missbrauchsverfahren gehalten.

Gottesdienstverbot für Geistlichen

Das Erzbistum reagierte vorsorglich auf Verstöße gegen Auflagen. Das Foto zeigt das Freiburger Münster.Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa

Das Erzbistum Freiburg hat einem katholischen Geistlichen das öffentliche Feiern von Gottesdiensten untersagt, weil der Pfarrer sich nicht an Auflagen aus einem früheren Missbrauchsverfahren gehalten hat. Ein Bistumssprecher bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung.

Der heute 59-Jährige war vor 20 Jahren wegen sexuellen Missbrauchs von drei Kindern zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Seit seiner Freilassung arbeitet der Mann in der kirchlichen Verwaltung. Ihm war es seitdem verboten, Kontakte zu Kindern und Jugendlichen aufzunehmen. Weil an einzelnen Gottesdiensten nun doch Kinder teilgenommen hätten, habe Erzbischof Stephan Burger dem Mann jetzt untersagt, öffentliche Gottesdienste zu leiten, so der Sprecher. Es gebe aber keine neuen Missbrauchsvorwürfe.

Derzeit analysieren mehrere Arbeitsgruppen des Erzbistums den Umgang mit sexuellen Missbrauchstaten durch Kirchenmitarbeiter. Dazu gehört auch der Fall des 59-Jährigen. Dem Vernehmen nach gibt es Hinweise, dass die entsprechende Personalakte des Priesters nicht vollständig ist, beziehungsweise im Nachhinein Seiten entfernt worden sein könnten.

Eine eigene Arbeitsgruppe mit Juristen und Kriminalisten ist beauftragt, nach Hinweisen auf das gezielte Vertuschen oder Verschweigen von Missbrauchsvorwürfen zu suchen. Die Expertengruppe will voraussichtlich im Herbst ihren Abschlussbericht vorlegen.