Grenke beauftragt Wirtschaftsprüfer

Baden-Baden (vo) – Die Grenke AG will ihren ramponierten Ruf durch mehr Transparenz aufpolieren. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde beauftragt, ein unabhängiges Gutachten zu erstellen.

Geht nun mit eigenen Informationen in die Offensive: Die Grenke AG in Baden-Baden. Foto: Uli Deck/dpa

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Geht nun mit eigenen Informationen in die Offensive: Die Grenke AG in Baden-Baden. Foto: Uli Deck/dpa

Von Jürgen Volz

Im Zuge der Anschuldigungen von Viceroy Research hinsichtlich Betrugs, Bilanzmanipulation und Geldwäsche hat der Finanzdienstleister jetzt Warth & Klein Grant Thornton als eine der führenden mittelständischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Deutschland den entsprechenden Auftrag erteilt. Das Gutachten wird sich nach Angaben des Unternehmens unter anderem auf die Marktüblichkeit der Bewertungen, die Vorteilhaftigkeit für die Grenke AG und die Validierung der geschlossenen Kaufverträge einschließlich der beteiligten Parteien erstrecken.

Informationen zu Anschuldigungen öffentlich zusammengestellt

Gleichzeitig hat Grenke auf seiner Homepage Informationen zu den Anschuldigungen von Viceroy Research gebündelt. Unter anderem werden Kontenbewegungen bei der Bundesbank mit Blick auf die liquiden Mittel dargestellt. Einer der zentralen Vorwürfe von Viceroy Research war, dass ein wesentlicher Teil der von Grenke in der letzten Halbjahresbilanz ausgewiesenen liquiden Mittel nicht existiere.

Langwierige Auseinanderzung mit Perring droht

Unterdessen wettet der britische Spekulant und Leerverkäufer Fraser Perring weiter gegen den Leasingspezialisten. „Ich kann nur Geld verdienen, wenn ich meine Positionen schließe, aber bei Grenke ist das noch nicht der Fall“, sagte Perring gegenüber der WirtschaftsWoche auf die Frage, wie viel Geld er durch den Kurssturz bei Grenke verdient habe. Er habe „keinen Zweifel“ daran, dass der Kurs weiter falle, sagte Perring. Er sei inzwischen von vielen Leuten angesprochen worden, die „noch mehr Informationen“ hätten. Grenke könnte deshalb eine langwierige Auseinandersetzung mit Perring drohen. Der Brite sagte, er sei auf Grenke aufmerksam geworden, weil ein Freund einen Rechtsstreit mit Grenke ausfechte. Er finde es „entlarvend“, dass Grenke jetzt darüber nachdenke, schon bei der Gründung in Franchise-Unternehmen einzusteigen, die der Konzern bisher immer später gekauft habe. „Warum hat der Grenke-Konzern das nicht schon viel eher in Betracht gezogen?“, fragte Perring.

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