Ingo wartet noch auf sein rosa Gefieder

Karlsruhe (red) – Jeden ersten Samstag im Monat präsentiert das BT mit dem Zoo Karlsruhe ein Zootier. Unter der Rubrik „Im Zoo zu Hause“ lernen Kinder im September Zwergflamigo Ingo kennen.

Ingo ist erst dieses Jahr geschlüpft und darum noch ganz grau. Foto: Zoo Karlsruhe

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Ingo ist erst dieses Jahr geschlüpft und darum noch ganz grau. Foto: Zoo Karlsruhe

Eigentlich kennt man meine Tierart nur mit einem herrlichen Rosa als Farbe. Ich bin aber erst dieses Jahr geschlüpft noch ganz grau. Das Rosa kommt erst nach und nach, mit drei Jahren werde ich dann auch ein leuchtendes Gefieder haben wie die anderen älteren Zwergflamingos. Mein Name ist übrigens Ingo und ich lebe im Zoo Karlsruhe.

Ursprünglich leben meine Artgenossen an den seichten, salzigen Seen Afrikas. Dort fressen sie winzige kleine Lebewesen im Wasser, vor allem Cyanobakterien, Kieselalgen und kleine Wirbellose. Dabei hilft uns der merkwürdig geformte Schnabel. Anders als bei den meisten anderen Vogelarten, ist dieser in der Mitte nach unten geknickt und mit vielen kleinen Lamellen ausgestattet, die mit Borsten besetzt sind. Mit diesem Schnabel tauchen wir verkehrt herum ins Wasser und saugen dieses mit den Kleinstlebewesen ein. Mit der Zunge drücken wir das Wasser dann wieder heraus. Die Nahrung wird herausgefiltert und bleibt in den Lamellen hängen.

Balz wie eine Ballettaufführung

Die Balz bei uns Flamingos, also wenn die Männchen das Herz eines Weibchens erobern möchten, ist wie ein einstudierter Gruppentanz und könnte ein Ausschnitt aus einer Ballettaufführung sein. Alle Flamingos bewegen sich gemeinsam von einer zur anderen Seite und heben dabei die Köpfe. Auch das Schlagen der Flügel gehört zu diesem Tanz dazu.

Nach der Balz sind die erwachsenen Tiere bereit zu Brüten. Das Weibchen legt ein Ei auf einen zuvor aus Schlamm gebauten Bruthügel. Durch den Hügel wird das Ei nicht ins Wasser gespült, wenn der Wasserspiegel etwa durch starke Regenfälle einmal ansteigt. Außerdem ist das Ei länglich geformt und nicht so rund wie ein Hühnerei, damit es nicht so schnell vom Hügel kullert.

Nach einer Brutdauer von etwa einem Monat schlüpft ein kleines flauschiges graues Küken. So war das auch bei mir. Schon nach einer Woche verlassen wird das Nest und bilden zusammen mit vielen anderen kleinen Flamingoküken einen kleinen Flamingokindergarten. Zum Füttern gehts aber weiterhin zurück zu den Eltern, die eine Kropfmilch produzieren und diese von ihrem Schnabel direkt in den Schnabel der Jungtiere fließen lassen. Erst nach etwa zweieinhalb Monaten fressen wir schließlich komplett selbstständig.

Im Zoo Karlsruhe leben wir im Dickhäuterhaus direkt neben den Elefanten Jenny und Nanda und den Flusspferden Kathy, Platsch und Halloween. Im Sommer, wenn es warm ist, können wir auch die Außenanlage nutzen, dort kannst du unser leuchtendes Gefieder im Sonnenlicht bewundern. Kälte mögen wir gar nicht, deshalb fühlen wir uns im beheizten Haus sehr wohl.

Vergangenen Monat haben wir Trampeltierhengst Murat vorgestellt.

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Erstellt:
5. September 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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