KSC: Nur ein erster Schritt

Karlsruhe (ket) – Beim 2:0-Sieg gegen Darmstadt 98 zeigte sich Fußball-Zweitligist Karlsruher SC spielerisch verbessert. Die Abstiegsplätze hat er dennoch nicht verlassen können.

KSC-Stürmer Philipp Hofmann (Zweiter von rechts) feiert das erste Tor gegen Darmstadt 98. Foto: Gilliar/GES

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KSC-Stürmer Philipp Hofmann (Zweiter von rechts) feiert das erste Tor gegen Darmstadt 98. Foto: Gilliar/GES

Von Frank Ketterer

Natürlich wurde unter den Berichterstattern hernach auch über die Güte des Dargebotenen gesprochen „Nicht viel mehr als ein rassiges Trainingsspiel“, glaubte der eine gesehen zu haben, als „eher müden Kick“ bezeichnete ein anderer die fußballerische Qualität des ersten Geisterspiels des Karlsruher SC im Rahmen des samstäglichen Zweitliga-Restarts gegen Darmstadt 98.

Die beiden Trainer beurteilten die mit 2:0 für die Gastgeber zu Ende gegangene Partie indes naturgemäß etwas wohlwollender. Er habe „eine ordentliche Zweitligapartie gesehen“, gab Christian Eichner, der Karlsruher Coach, zu Protokoll. Sein Darmstädter Pendant Dimitrios Grammozis sprach hernach von einem „intensiven Spiel“, in dem beide Teams allerdings erstmal den Rhythmus hätten finden müssen.

Eichner zu zwei Dritteln zufrieden

Das war dem Tabellenvorletzten aus Baden besser gelungen als den durch die Niederlage auf Rang sieben abgerutschten Lilien. Da die Gastgeber sich auch in der zweiten Halbzeit nicht von ihrem Matchplan – Balleroberung aus einer defensiven Ordnung samt schnellem Umschalten – hatten abbringen lassen, wurde das 2:0 allseits als zum Spielgeschehen passendes Ergebnis anerkannt. Entsprechend zufrieden war KSC-Trainer Eichner – zumindest zu zwei Dritteln, nämlich mit Balleroberung und Umschaltspiel. Verbesserungsbedarf erkannte er hingegen im Spiel im letzten Drittel. „Da haben wir in vielen Aktionen die falsche Entscheidung getroffen“, kritisierte der 37-Jährige. En detail: „Mal haben wir geschossen, anstatt zu passen. Mal war es umgekehrt.“ Dass es keineswegs einfach ist, in der „Todeszone“ richtig zu agieren, ließ er bei alledem nicht unerwähnt. Gar als „Königsdisziplin im Fußball“ bezeichnete der ehemalige Verteidiger das Spiel knapp im und um den gegnerischen Strafraum herum.

Man darf getrost davon ausgehen, dass Eichner auch an diesen Defiziten mit der Mannschaft arbeiten wird. So wie es nun laut eigener Aussage überhaupt darum gehe, das seit seiner Cheftrainerwerdung im Februar Erarbeitete weiter zu stabilisieren und möglichst zu erweitern. Der Ist-Stand: „Der Wille, Fußball zu spielen, ist da.“ Auch an Einstellung, Leidenschaft und Feuer hat es am Samstag nicht gefehlt, Geisterspiel hin oder her.

Gondorf fehlt gelbgesperrt

„Jetzt gilt es, keinen Deut nachzulassen. Wer das tut, wird extremste Probleme mit mir bekommen“, kündigte Eichner an. Schließlich dürfe der Sieg gegen Darmstadt nur als „erster Schritt“ gewertet werden.

Wie Recht der KSC-Coach mit dieser Sichtweise hat, zeigt nicht zuletzt das überraschende 2:1 des SV Wehen Wiesbaden gegen Aufstiegskandidat VfB Stuttgart am Sonntag, der den KSC vom zwischenzeitlichen Relegations- wieder auf einen direkten Abstiegsplatz zurückgeworfen hat. Da die DFL nach wie vor noch nicht entschieden hat, wie sie bei einem vorzeitigen Saisonabbruch mit dem Thema Abstieg zu verfahren gedenkt, muss der KSC nach wie vor zur Höchstrisikogruppe gezählt werden.

Um so besser wäre es, könnte die Eichner-Elf Schritt eins schon am Sonntag den zweiten Schritt folgen lassen. Der VfL Bochum ist dann ab 13.30 Uhr im Wildpark zu Gast. Erneut werden wieder zahlreiche Geister im Stadion sein. Jerome Gondorf hingegen wird nicht mit von der Partie sein. Der Mittelfeldspieler ist gelbgesperrt.

Berichtigung

In unserem Artikel am 12. Mai („Bündnis KSC“ offenbart sich) haben wir berichtet, das „Baden-Badener Tiefbauunternehmen Roland Weiss“, sei Mitglied des „Bündnis KSC“. Dies entspricht nicht den Tatsachen. Weder die Weiss GmbH noch ihr Geschäftsführer Oliver Weiss sind Mitglied des „Bündnis KSC“. Lediglich Roland Weiss ist als Privatperson ein Gesellschafter der Bündnis KSC GbR. (red)

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Erstellt:
18. Mai 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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