KSC gibt erste Aktien aus

Karlsruhe (red) – Fußball-Zweitligist Karlsruher SC hält trotz der Coronakrise an seinem Zukunftskonzept fest und beginnt mit dem Verfahren zur Ausgabe von Aktien.

„Pro Jahr sparen wir im Idealfall mindestens 1,5 Millionen Euro“: KSC-Geschäftsführer Michael Becker. Foto: Charlotte Kuehn/GES

© GES/Charlotte Kuehn

„Pro Jahr sparen wir im Idealfall mindestens 1,5 Millionen Euro“: KSC-Geschäftsführer Michael Becker. Foto: Charlotte Kuehn/GES

Die von langer Hand geplante Ausgabe von Aktien des Karlsruher SC ist ab sofort möglich. Wie der Fußball-Zweitligist gestern mitteilte, ist der KSC damit die erste Kapitalgesellschaft im deutschen Profifußball, bei der eine Beteiligung ohne Börsennotierung bereits ab einer Aktie im Wert von 24 Euro möglich ist. Anleger, die mehr als 100000 Euro investieren wollen, können demnach ab sofort Wertpapiere des Traditionsclubs zeichnen, müssen sich aber per E-Mail (aktie@ksc.de) beim Verein melden. Ab einer Summe von 500000 Euro kostet eine Aktie nur noch 22 Euro (zwei Euro Rabatt), heißt es weiter. Anleger mit einem weniger großen Geldbeutel müssen sich derweil ein wenig gedulden: „Das Verfahren zur Ausgabe von Aktien für Anleger bis zu einem Ausgabebetrag von 25000 Euro beginnt voraussichtlich Anfang April. Bereits ab einer Aktie im Wert von 24 Euro wird man sich dann am KSC beteiligen können“, meldet der Club. In dieser Kategorie sei ein ausreichendes Kontingent reserviert, so das sich jeder Interessierte seinen Teil am KSC sichern könne.

Die erste Ausgabe von Wertpapieren ist auf insgesamt 20 Millionen Euro beschränkt. Durch die Einnahmen des ersten Aktienpakets sollen vor allem Verpflichtungen aus der Vergangenheit von rund 17 Millionen Euro abgelöst werden. Priorität habe dabei der verschobene Liquiditätsbedarf aus den vergangenen Jahren von rund 4,5 Millionen Euro. Weiterhin könnten kurz- und mittelfristige Darlehen (etwa vier Millionen) sowie der Vertrag mit Michael Kölmel (8,5 Millionen) abgelöst werden.

Auswirkungen auf das operative Geschäft

„Die Ablösung der Verpflichtungen wirkt sich unmittelbar auf unser operatives Geschäft aus. Pro Jahr sparen wir im Idealfall mindestens 1,5 Millionen Euro“, wird KSC-Geschäftsführer Michael Becker zitiert: „Mit dem ersten Aktienverkauf wollen wir uns finanziell stabilisieren, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein – auf und neben dem Platz. Darüber hinaus wäre es möglich, Investitionen für den Innenausbau des Stadions zu finanzieren sowie eventuelle Einnahmeverluste der Corona-Krise abzufedern.“

Der Unternehmenswert der KSC GmbH & Co. KGaA wurde von der Geschäftsführung, dem Beirat und dem Aufsichtsrat gemeinsam auf 60 Millionen Euro festgelegt – und damit etwas geringer als von Experten vermutet. Hieraus leitet sich der Ausgabepreis von 24 Euro pro Aktie ab. Basis für die Festlegung des Unternehmenswerts war eine von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte vorgenommene Bewertung.

Stimmrecht bei Hauptversammlung

Jeder Aktionär erhält eine individuelle und exklusive Schmuckurkunde. Weiterhin besteht insbesondere ein Auskunfts- und Stimmrecht bei der jährlich stattfindenden Hauptversammlung der KSC KGaA. Einzige und notwendige Voraussetzung, um Aktien zeichnen zu können ist, dass jeder Anleger sich zuvor ein Aktiendepot einrichtet. Dieses erhalten Interessenten schnell und einfach bei ihrer Hausbank, anderen Banken oder einem Onlinebroker, heißt es weiter. Ein Weiterverkauf der Aktien wird prinzipiell möglich sein. (red)

Weitere Infos auf der KSC-Homepage.

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Erstellt:
18. März 2020, 13:04 Uhr
Lesedauer:
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