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Karlsruher Zoo wieder offen

Karlsruhe (win) – Das lange Warten hat ein Ende: nach wochenlanger Corona-bedingter Pause hat der Karlsruher Zoo gestern wieder seine Pforten geöffnet. Vorerst dürfen aber ausschließlich Jahreskarteninhaber aufs Gelände – und nicht mehr als 2000 gleichzeitig.

Am ersten Tag nach der Corona-Zwangspause hält sich der Andrang im Karlsruher Zoo noch in Grenzen: Die erlaubte Obergrenze von 2000 Besuchern wird nicht erreicht. Foto: Winfried Heck

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Am ersten Tag nach der Corona-Zwangspause hält sich der Andrang im Karlsruher Zoo noch in Grenzen: Die erlaubte Obergrenze von 2000 Besuchern wird nicht erreicht. Foto: Winfried Heck

Von Winfried Heck

„Das ist das erste Mal, dass ich einen Zoo eröffnen darf“, strahlte Karlsruhes Zoodirektor Matthias Reinschmidt mit der Sonne um die Wette, als nach siebenwöchiger Pause gestern erstmals wieder Besucher in den Karlsruher Stadtgarten und Zoo eingelassen wurden.

Zwar sei es „nur“ eine Wiedereröffnung, und es dürfen sich auch nur maximal 2000 Menschen gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten, doch für Reinschmidt und sein Team ist es ein wichtiger, erster Schritt zurück in Richtung Normalität. Vier weitere Schritte sollen in den kommenden Wochen noch folgen, vorausgesetzt die Politik gibt grünes Licht.

„Nur“ rund 1800 Besucher dürften es gestern gewesen sein, 1500 davon hatten sich zuvor online eine Reservierung besorgt. Weil das Kontingent nicht ausgeschöpft war, wurden auch Jahreskartenbesitzer ohne Online-Reservierung eingelassen. „Das Prozedere muss sich jetzt natürlich erst noch einspielen“, sagte der stellvertretende Zoodirektor Clemens Becker, der in den kommenden Tagen deutlich mehr Nachfrage erwartet. „Die Zahlen steigen.“ Vor allem an Wochenenden dürfte ohne Reservierung nichts mehr gehen, auch wenn es sich bisher nur um einen „Soft-Start“ (Reinschmidt) ausschließlich für Jahreskartenbesitzer handelt.

Wer keine Jahreskarte besitzt, muss derzeit noch draußen bleiben und auf weitere Lockerungen warten. Wie schnell solche Lockerungen kommen, hängt auch vom Verhalten der Besucher ab. Gestern gab es in diesem Punkt keinen Grund für Klagen. „Alles läuft sehr diszipliniert ab, die Menschen sind inzwischen geschult und halten Abstand“, lobt Reinschmidt die Zoofans, von denen einige morgens schon eine Viertelstunde vor Öffnung des Geländes an der Kasse standen. In den kommenden Tagen müsse sich nun zeigen, wie sich das theoretische Grundkonzept, das in den vergangenen Wochen in Zusammenarbeit mit anderen Zoos und der Karlsruher Marketing und Event GmbH erarbeitet wurde, in der Praxis bewährt. Vor allem Hotspots mit den auf dem Boden aufgemalten Markierungen wird man im Blick behalten.

Stadt trägt die Kosten

Sehr froh zeigte sich Reinschmidt auch, dass der Karlsruher Zoo ein städtisches Amt ist. Kurzarbeit oder Entlassungen von Mitarbeitern seien kein Thema und Überlegungen wie im Tierpark Neumünster, wo aus Geldmangel sogar an Notschlachtungen gedacht wird, gibt es in Karlsruhe nicht. Oberbürgermeister Frank Mentrup verwies zwar darauf, dass die Stadt auf den Kosten sitzenbleibe, doch das sei auch für ihn erst mal zweitrangig. „Wichtig ist, dass das grüne Herz der Stadt für die Bürger wieder zugänglich ist.“

Große Freude über den Neustart herrschte natürlich auch bei den Zoofreunden Karlsruhe um ihre Vorsitzende Gisela Fischer. In den vergangenen Wochen seien aus der ganzen Region eine große Anzahl an Spenden eingegangen, ohne dass man betteln musste. „Das allein zeigt schon, welchen Stellenwert der Zoo in der Stadt und in der Region hat.“ Becker verwies darauf, dass die Besucher auch gleich wieder fleißig Spenden in die Artenschutzkasse am Eingang warfen. „Durch die lange Schließung fehlt uns auch in diesem Punkt viel Geld, das wir für unsere Artenschutzprojekte in Borneo, Ecuador oder Sri Lanka dringend brauchen.“

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Erstellt:
6. Mai 2020, 21:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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