Keeper-Karussell dreht sich rasant

Baden-Baden (moe) – Auf dem Transfermarkt für Handball-Torhüter geht es meist eher gemächlich zu. Im hiesigen Bezirk dreht sich das Keeper-Karussell derzeit aber rasant, wie die Wechsel von Julian Bissinger und Max Zimmer beweisen.

Bald im MuKu-Trikot: Julian Bissinger (rechts) verlässt den TuS Helmlingen bereits nach einem Jahr.

© TuS Helmlingen

Bald im MuKu-Trikot: Julian Bissinger (rechts) verlässt den TuS Helmlingen bereits nach einem Jahr.

Von Moritz Hirn

Gute Handball-Torhüter sind ein rares Gut. Wenn ein Verein einen Paradenzauberer und Punktegaranten in seinen Reihen hat, im besten Fall natürlich sogar ein Gespann, gibt man ihn nur sehr ungern wieder her. Unter anderem aus diesem Grund ist auf dieser Position meist relativ wenig Bewegung auf dem Transfermarkt. Im Bezirk Rastatt ist aktuell genau das Gegenteil der Fall: Das Keeper-Karussell dreht sich momentan derart schnell, dass einem schwindelig werden kann – vor allem, wenn man es mit dem TuS Helmlingen hält. Der Südbadenligist verliert auf einen Schlag sein etatmäßiges Torhüterduo: Julian Bissinger wechselt nach nur einer Saison zur SG Muggensturm/Kuppenheim, zuvor hatte bereits Max Zimmer seine Rückkehr zu Phönix Sinzheim verkündet.

Ludwig „regelrecht geschockt“

„Regelrecht geschockt“, war Ralf Ludwig vom Abgang Bissingers: „Ich bin aus allen Wolken gefallen, weil Julian uns eigentlich schon zugesagt hatte“, so der TuS-Trainer. „Ich bin natürlich Profi genug, das zu akzeptieren, aber es ist schon sehr schade, vor allem, weil sich Julian einen guten Stellenwert im Team erarbeitet hat“, so Ludwig.

Dass Zimmer und Bissinger ausgerechnet zu zwei Ligakonkurrenten gehen, ist aus Helmlinger Sicht natürlich bitter. Auf der anderen Seite ist das Ansinnen beider Clubs legitim, schließlich waren beide Teams unter Zugzwang. Vor allem Sinzheim. Dort war der ungarische Ausnahmekönner Peter Fodor fast die gesamte Saison der Alleinunterhalter, quälte sich bisweilen trotz Verletzung in den Kasten. Nach dieser Saison geht der sympathische Sportsmann nach sechs Jahren unterm Fremersberg zurück in seine Heimat. Folglich erinnerte man sich an Max Zimmer, der die Feuervögel vor vier Jahren Richtung Helmlingen verließ und nun zu seinem Stammverein zurückkehrt. Dort bildet er mit dem Anfang des Jahres verpflichteten Matej Mandic künftig das Gespann.

Doppelter Aderlass bei MuKu

Eine doppelte Dezimierung drohte derweil gar beim Ligakonkurrenten MuKu. Dort wird Andre Treiber nach einem überzeugenden Jahr den Verein wieder verlassen. Den vor der dieser Runde aus Plankstadt gekommenen Keeper zieht es aus beruflichen Gründen zurück in die Heimat. Weil auch Christoph Brossart aus beruflichen Gründen passen muss, mussten die MuKu-Verantwortlichen handeln. „Wir freuen uns sehr auf Julian“, sagte Spielertrainer Benny Hofmann im BT-Gespräch.

Während also auch MuKu mit Bissinger und dem verbliebenen Hünen Dominik Zaum über ein vielsprechendes Gespann verfügt, besteht nun in Helmlingen ganz unfreiwillig akuter Handlungsbedarf. Aber: „Der Markt ist eigentlich tot“, weiß Ludwig. Adäquaten Ersatz zu verpflichten – am besten gleich doppelt – sei „äußerst schwierig“.

Zum Artikel

Erstellt:
26. Februar 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.