Kretschmanns Pläne für Lockerungen

Stuttgart (bjhw) - Abstands- und Hygieneregeln, Masken im öffentlichen Raum, eine freiwillige Corona-App, mehr Tests und Beatmungsbetten: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wird in der mit Spannung erwarteten Schaltkonferenz am Mittwochnachmittag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und seinen Länderkollegen Eckpunkte „für eine verantwortungsvolle, schrittweise und kontrollierte Öffnung der Gesellschaft“ vorlegen.

Will, Eckpunkte für schrittweise Lockerungen vorlegen: Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Will, Eckpunkte für schrittweise Lockerungen vorlegen: Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Von Brigitte Henkel-Waidhofer

„Wir werden auf absehbare Zeit mit der Pandemie leben“, so Kretschmann, der sich dafür ausspricht, dass die in den vergangenen Wochen eingeübte Praxis „zum neuen Standard“ wird. Die Maßnahmen und die Disziplin, die die Menschen in Baden-Württemberg an den Tag gelegt haben, „ermöglichen uns nun Schritte zurück in die Normalität“. Und er verweist darauf, dass viele Unternehmen „schon jetzt in ihrer Existenz bedroht sind“. Sie könnten aber „nicht dauerhaft durch staatliche Unterstützung am Leben gehalten werden, denn die öffentlichen Haushalte wären damit überfordert“.

Normalisierung über längeren Zeitraum

Auch deshalb gelte es „jetzt einen verantwortungsvollen Weg der schrittweisen Normalisierung mit einer risikoadaptierten Herangehensweise über einen langen Zeitraum zu wählen“. Von „einem Exit“ will der Ministerpräsident ausdrücklich nicht sprechen.

Beraten lässt sich die grün-schwarze Landesregierung von namhaften Virologen. „Eine maximale Einschränkung des öffentlichen Lebens, bis wir einen Impfstoff oder ein Medikament zu Verfügung haben, wird es nicht geben“, heißt es in dem Papier weiter. Für Geschäfte, Einrichtungen mit Kundenverkehr und Betriebe, religiöse Einrichtungen und Kultureinrichtungen „benötigen wir einen klaren, einheitlichen und möglichst länderübergreifenden Katalog von verbindlichen Hygiene- und Abstandsregeln“.

Ziel: Kontakte minimieren

Konkret verlangt werden unter anderem die Einhaltung eines Mindestabstands von eineinhalb Metern zwischen Personen am Arbeitsplatz und eine Zahl von Kunden pro Quadratmeter Ladenfläche festzulegen. Arbeitsabläufen müssten „mit dem Ziel gestaltet werden, den Kontakt zwischen Beschäftigten untereinander und zwischen Beschäftigten und Kunden zu minimieren“.

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Erstellt:
15. April 2020, 09:44 Uhr
Lesedauer:
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