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Kulturstaatssekretärin: „Kleinere Festivals könnten im Sommer möglich sein“

Stuttgart (bjhw) – Der Spielbetrieb an einigen Bühnen Baden-Württembergs soll bald wieder anlaufen. Ab 1. Juni werden Veranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern möglich. Kunststaatssekretärin Petra Olschowski eröffnet im BT- Interview sogar vorsichtig eine Perspektive für den Sommer: „Ich schließe nicht aus, dass kleinere Festivals sinnvoll durchzuführen sind.“

„Das Kulturleben soll wieder erwachen“, sagt Kunststaatssekretärin Petra Olschowski.  Foto: Viering/Archiv

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„Das Kulturleben soll wieder erwachen“, sagt Kunststaatssekretärin Petra Olschowski. Foto: Viering/Archiv

Von Brigitte Henkel-Waidhofer

Mit ihrem neuen „Masterplan Kultur“ will die grün-schwarze Landesregierung Kulturschaffenden aus der Corona-Krise helfen. Der professionelle Probebetrieb kann anlaufen. Ab 1. Juni werden Veranstaltungen mit bis zu 150 Besuchern möglich. Und Kunststaatssekretärin Petra Olschowski eröffnet im Interview mit BT-Korrespondentin Brigitte J. Henkel-Waidhofer sogar vorsichtig eine Perspektive für den Sommer: „Ich schließe nicht aus, dass kleinere Festivals, Open-Air-Konzerte oder andere Freiluft-Veranstaltungen sinnvoll durchzuführen sind.“

BT: Frau Olschowski, überraschend ist Proben ab sofort wieder möglich. Wie kam die Entscheidung zustande?
Petra Olschowski: Das hängt mit den Vorgaben in der Corona-Verordnung zur Aufrechterhaltung des Arbeits- und Dienstbetriebs zusammen und der damit verbundenen Regelung, dass wieder mehr als fünf Leute zusammenkommen dürfen. Das ist die juristische Grundlage. Proben zählen zur Aufrechterhaltung des Betriebs von professionellen Theatern der unterschiedlichen Sparten und sind notwendig.

Interview



BT: Alle müssen sich an Abstands- und Hygieneregeln gewöhnen, Künstler und Künstlerinnen auch. Wer berät das Ministerium bei den Festlegungen?
Olschowski: Im Prinzip gelten die Regeln der VBG, der Verwaltungsberufsgenossenschaft, die als Unfallversicherung branchenspezifische Handlungsanleitungen herausgibt, und die diese auf Basis neuer Forschungsergebnisse auch fortschreibt. Deren Empfehlungen sind sehr detailliert. Als Grundsatz gelten eineinhalb Meter Abstand für alle Mitwirkenden. Und dann gibt es weitere Vorgaben für Sprechtheater, Musik und Ballett. In Proberäumen muss es mindestens 20 Quadratmeter Grundfläche pro Person geben. Für Musiker und Musikerinnen gelten Abstände von mindestens zwei, besser drei Metern, für Dirigenten und Chormitglieder drei Meter. Besonders schwierig wird es beim Ballett, wo aktuell sechs Meter Abstand vorzusehen ist.

BT: „Schwanensee“ wird schwierig.
Olschowski: Nicht nur „Schwanensee“. Auch für „exzessive“ Darstellung, wie es heißt, im Sprechtheater oder in der Oper, weil dann schon im Probebetrieb sechs Meter eingehalten werden müssen. Dieser kann nur durch technische Schutzmaßnahmen – wie Scheiben – reduziert werden.

BT: Irgendwann ist ausgeprobt. Worauf müssen sich die Ensembles danach einstellen?
Olschowski: Wir gehen davon aus, dass ab 1. Juni Veranstaltungen mit maximal 100 Besuchern zugelassen werden können. Das ist ein erster Schritt. Auch da gelten natürlich alle Abstandsregeln – gerade auch fürs Publikum. Wir müssen Erfahrungen mit diesen neuen künstlerischen Formaten sammeln, daher starten viele Einrichtungen erstmal mit kleineren Projekten, bei denen eher wenige Spieler, Musiker oder Sänger auf der Bühne stehen. Auch die Stückauswahl wird von den eingeschränkten Möglichkeiten geprägt sein. Aber es gibt Möglichkeiten.

„Bis zu 150 Zuschauer möglich“

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Erstellt:
15. Mai 2020, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 4min 06sec

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