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Kunst reagiert auf Klimadebatte

Zürich (cl) – Die spektakuläre Licht- und Projektionskunst von Olafur Eliasson zeigt das Kunsthaus Zürich bis 22. März in einer großen Einzelausstellung. In der neuen raumfassenden Installation des Starkünstlers reagieren künstlich hergestellte Nebel wie das Wetter auf die Besucher (Foto: Candrian).

Wie die Natur auf uns reagiert: Eliassons Laserprojektion „Symbiotic seeing“ im Kunsthaus. Candrian/2020 Olafur Eliasson

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Wie die Natur auf uns reagiert: Eliassons Laserprojektion „Symbiotic seeing“ im Kunsthaus. Candrian/2020 Olafur Eliasson

Von Christiane Lenhardt

Olafur Eliassons spektakuläre Kunst entsteht aus anspruchsvollen physikalischen Experimenten. Wie eine riesige wissenschaftliche Versuchsanordnung erscheint das Spiel des dänisch-isländischen Künstlers mit Naturphänomenen: Der mit brillanten Reflexionen und Lichtphänomenen operierende Eliasson will aber nicht nur Staunen provozieren, sondern auch zum Nachdenken über den Klimaschutz anregen, wie er selbst zum Auftakt seiner neuen Ausstellung in der Schweiz erklärte.

Das Kunsthaus Zürich zeigt Eliassons Licht- und Projektionskunst nun in einer großen Einzelausstellung, gestern ist sie gestartet. Eine neue raumfassende Installation des Künstlers steht im Mittelpunkt und soll ein zentrales Thema unserer Zeit berühren: das Verhältnis und Zusammenspiel von Mensch, Tier und Klima auf der Erde.

In der Arbeit „Symbiotic seeing“, die im Zusammenspiel von Laserprojektion und Nebelmaschine entsteht, bilden sich winzige Strudel, Strömungen und Wirbel über den Köpfen der Museumsbesucher: Der Nebel reagiert auf die Körperwärme und die Bewegungen der darunter stehenden Besucher. Hinzu kommt Musik von Hildur Gudnadottir, die von einem robotischen Arm auf einem Cello gespielt wird: für Eliasson ein Fingerzeig auf die Künstliche Intelligenz, die unsere Zukunft mitprägen wird. Seine raumfüllenden Werke und Riesenobjekte sollen, so erhofft es sich der Künstler, den Betrachter dabei anregen, über sich selbst und die Welt nachzudenken.

Der 1967 in Kopenhagen geborene Olafur Eliasson isländischer Herkunft ist ein ökologisch engagierter Künstler, steht im Dialog mit Politikern und NGOs. Erst im September vergangenen Jahres wurde er von der UN zum Botschafter für den Klimaschutz ernannt. Eliasson ist der Überzeugung, dass Kunst eine Sprache ist, die das Potenzial hat, Menschen in Bewegung zu versetzen. In seiner Kunst jedenfalls will er unser Verhältnis zur Natur neu definieren.

Seit über 25 Jahren lebt und arbeitet der Däne in Deutschland. In seinem Berliner Studio entwickelt er seine hochspezialisierte Kunst zusammen mit einem großen Team verschiedenster Spezialisten.

Mit seinen künstlichen Wasserfällen rund um die Südwestspitze Manhattans in New York erregte Eliasson 2008 großes Aufsehen: 110 Tage lang ließ er von früh morgens bis spätabends riesige Wassermengen von Gerüsten in den East River rauschen.

Bereits vor fast 20 Jahren widmete das Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe Eliassons atmosphärisch dichten Installationen eine Retrospektive: Die Besucher konnten sich dabei in einem riesigen Prismentrichter hundertfach gespiegelt erleben.

Neben der zentralen Installation sind im Kunsthaus Zürich nun auch neue Skulpturen und funkelnde Lichtarbeiten zu sehen. Die Schau unter dem Titel „Symbiotic Seeing“ läuft bis 22. März; der Katalog ist im Snoeck-Verlag erschienen (160 Seiten, 39 Schweizer Franken).

Kunst reagiert auf Klimadebatte

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Erstellt:
18. Januar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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